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Gutachterverfahren Eberhardstraße 63 entschieden

15.06.2015 Aktuelles
Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Matthias Hahn, hat am 15. Juni das Ergebnis des Gutachterverfahrens zur Neubebauung des Grundstücks Eberhardstraße 63 vorgestellt.

Die Jury unter dem Vorsitz von Dr.-Ing. Eckart Rosenberger hatte in ihrer Sitzung vom 12. Juni aus vier Entwürfen den Vorschlag von Manuel Herz Architekten aus Basel als Sieger ausgewählt.

Kühnes Konzept mit großzügiger Fassade

Das Preisgericht begründete seine Auswahl unter anderem so: Der Entwurf sei ein "kühnes Konzept für ein doch sehr vorbestimmtes Grundstück."

Er nehme die Sockel- und Traufhöhen der Nachbarn auf, wahre dabei jedoch die Dominanz des Tagblatt-Turms. "Die großzügige Fassade ist eigenständig und kann doch zwischen den Nachbarn vermitteln. Insbesondere die Erdgeschoss-Fassade ist maßstäblich und ermöglicht eine gute Adressbildung", so das Urteil der Jury.

Sensible Stelle der Stadt positiv ergänzen

Der Entwurf sei auch so flexibel, dass eine Nutzung durch Kultur, Arbeiten und Wohnen auf allen Ebenen möglich wäre. Insgesamt sei die tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Ort und den Anforderungen sehr positiv zu werten.

Dadurch ist "ein eigenständiges und herausstehendes Konzept entstanden, dass diese sensible Stelle der Stadt positiv ergänzen kann".

Historisches Umfeld

Die Stadt Stuttgart hatte im März 2015 ein Planungsgutachten ausgelobt und insgesamt vier Architekturbüros - neben dem Sieger auch die Stuttgarter Büros ARP-Architektenpartnerschaft, Drei Architekten und lederer ragnarsdóttir oei -   aufgefordert, einen Entwurf für einen Neubau auf dem Grundstück Eberhardstraße 63 einzureichen.

Dabei musste ausdrücklich das überwiegend historische Umfeld mit seinen zahlreichen Kulturdenkmalen besonders beachtet werden. Das sanierungsbedürftige Bestandsgebäude selbst verfügt über keine nennenswerten architektonischen oder stadtbildnerischen Eigenschaften und soll in geschlossener Bauweise - das heißt ohne Seitenabstand - ersetzt werden.

Fünf Stockwerke, flexible Grundrisse

Für den Neubau sind fünf Stockwerke vorgesehen, mit einer Laden- oder Gastronomienutzung im Erdgeschoss und Wohnen im Ober- oder Dachgeschoss. Dazwischen sind flexible Grundrissgestaltungen vorgegeben, die für Büros, Wohnen oder Kultureinrichtungen geeignet sind.

Neun Kulturdenkmäler entlang der Eberhardstraße

Eingerahmt wird das Grundstück einerseits von dem prägnanten 61 Meter hohen Tagblattturm aus dem Jahr 1928 auf der linken, sowie dem Gebäude "Teppichgalerie" auf der rechten Seite, zwei von insgesamt neun Kulturdenkmalen entlang der Eberhardstraße.

Diese  Blockrandbebauung aus den unterschiedlichsten Epochen - eine der längsten, geschlossenen innenstädtischen Bauzeilen mit Teilen aus dem 17. Jahrhundert - ist städtebaulich, stadtgestalterisch und historisch wertvoll und grenzt die historische Kernstadt ein. Der Gestaltung des neuen Gebäudes kommt damit ein hoher Stellenwert zu.

Entwürfe besichtigen

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können alle Entwürfe ab dem 17. bis zum 30. Juni im Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung, Eberhardstraße 10, erstes Obergeschoss, werktags von 9 bis 18 Uhr besichtigen.