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2014 wurden in Stuttgart 1914 Wohnungen fertiggestellt

17.06.2015 Bauen
"Im Jahr 2014 wurden in Stuttgart insgesamt 1914 Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden fertiggestellt. Das ist der höchste Wert seit Beginn des Jahrtausends", so ordnet Thomas Schwarz, Leiter des Statistischen Amtes der Landeshauptstadt, die Ergebnisse der Wohnungsbaustatistik 2014 ein.

Die Baufertigstellungszahlen sind stärkeren jährlichen Schwankungen ausgesetzt.

Höchster Zuwachs im Wohnungsbau seit 2001

Seit dem historischen Tiefstand im Jahr 2003 mit 911 fertiggestellten Wohnungen lässt sich allerdings ein Aufwärtstrend bei den Fertigstellungen beobachten.

Nach Abzug der 2014 durch (Teil-) Abriss oder Nutzungsänderung von Gebäuden nicht mehr zur Verfügung stehenden 494 Wohnungen ist mit 1420 Wohnungen der höchste Nettozuwachs seit dem Jahr 2001 zu verzeichnen. Dies bedeutet gegenüber dem schwachen Vorjahr mit einem Nettozuwachs von nur 923 Wohnungen ein Plus von über 50 Prozent, das sind annähernd 500 Wohnungen.

Viele neue Wohnungen in Stuttgart-Möhringen

Rund zwei Drittel der fertiggestellten Wohnungen entstanden in den Stadtbezirken Möhringen (491), Mitte (304), Ost (195), Bad Cannstatt (138) und Vaihingen (123). Der Anteil der in den Innenstadtbezirken gebauten Wohnungen lag mit 36 Prozent deutlich höher als in den Vorjahren.

Die Baufertigstellungen seit 1987 sind in Tabelle 1 dargestellt. Die Zahlen der einzelnen Stadtbezirke für 2014 sind Tabelle 2 zu entnehmen.

Tabelle 1: Baufertigstellungen in Wohngebäuden, Nichtwohngebäuden und Wohnheimen in Stuttgart seit 1987 (PDF)

Tabelle 2: Baufertigstellungen insgesamt nach Stadtbezirken (PDF)

Neubau und Maßnahmen im Wohnungsbestand

88 Prozent der 2014 errichteten Wohnungen befinden sich in neu gebauten Gebäuden, womit das Verhältnis zwischen Neubau und Baumaßnahmen im Bestand in einem Bereich liegt, der auch in den Vorjahren beobachtet wurde: 1689 fertiggestellten Wohnungen in 308 neu errichteten Gebäuden stehen 225 zusätzliche Wohnungen gegenüber, die durch Baumaßnahmen wie Dachausbauten oder die Umnutzung gewerblicher Fläche in Wohnfläche in bestehenden Gebäuden entstanden sind.

Einfamilienhaus- und Geschosswohnungsbau

Gegenläufig zur Zunahme der Wohnungen steht die stetige Abnahme neu errichteter Gebäude: Mit 308 neuen Gebäuden wurde der zweitniedrigste Wert seit 1987 erreicht.

Dieser scheinbare Gegensatz erklärt sich durch die sich wandelnde Struktur der Neubauten: Zum einen verschiebt sich das Verhältnis von Ein- und Mehrfamilienhäusern immer mehr zugunsten des Geschosswohnungsbaus.

So waren mit 52 Prozent mehr als die Hälfte der neu errichteten Wohngebäude Mehrfamilienhäuser, womit der Anteil Ein- und Zweifamilienhäuser auf den niedrigsten Stand seit 1998 fiel. Mit 111 Einfamilienhäusern wurde nur die Hälfte des langjährigen Durchschnitts seit 1998 fertiggestellt.

Größe von Mehrfamilienhäusern

Zum anderen verändert sich auch die Größenstruktur im Geschosswohnungsbau. So hat sich die Anzahl der neu errichteten großen Wohngebäude mit 13 und mehr Wohnungen auf 45 verdoppelt, 2013 waren es 22 Gebäude.

Die Anzahl der Wohngebäude mit sieben bis zwölf Wohnungen hat sich stark auf 43 erhöht, 2013 waren es 28 Gebäude. Die Zahl der neu gebauten Gebäude mit drei beziehungsweise vier bis sechs Wohnungen stagnierte gegenüber dem Vorjahr nahezu mit plus 3 beziehungsweise plus 2.

Durchschnittliche Anzahl Räume und Wohnfläche von Mehrfamilienhäusern

Die Veränderung lässt sich auch anhand der durchschnittlichen Anzahl der Wohnungen pro Mehrfamilienhaus ablesen. So hatte 2014 ein Mehrfamilienhaus durchschnittlich 10,3 Wohnungen, was dem hohen Niveau der beiden Vorjahre entspricht. Verglichen mit dem Durchschnitt der letzten 30 Jahre, der bei 8,5 Wohnungen liegt, zeigt sich ein Trend zu größeren Mehrfamilienhäusern.

Dieser lässt sich auch anhand der durchschnittlichen Wohnfläche von Mehrfamilienhäusern belegen: Mit durchschnittlich 963 Quadratmetern haben im Jahr 2014 fertiggestellte Mehrfamilienhäuser fast doppelt so viel Wohnfläche wie Mitte der 80er-Jahre des vorigen Jahrhunderts.

Wohnungsgrößen haben sich kaum verändert

Die durchschnittliche Wohnfläche von neu errichteten Wohnungen in Wohngebäuden lag 2014 nahezu unverändert bei 100 Quadratmetern und damit im Durchschnitt der letzten 13 Jahre.

Große Unterschiede zeigten sich allerdings bei den durchschnittlichen Wohnflächen von Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern mit 169 und Mehrfamilienhäusern mit 94 Quadratmetern.

Kleinere Wohnungen liegen im Trend

Auch sind Veränderungen im Bereich der Wohnungsgröße erkennbar. So wurden deutlich weniger große Wohnungen mit fünf und mehr Räumen inklusive Küche gebaut als in den Vorjahren.

450 neue Wohnungen dieser Größe bedeuten ein Minus von 131 Wohnungen gegenüber dem Vorjahr und machen nur noch einen Anteil von 24 Prozent an allen Wohnungen aus, das sind 15 Prozent weniger, als im Vorjahr. Ein sattes Plus von 545 auf insgesamt 1464 fertiggestellte Wohnungen konnten hingegen kleinere Wohnungen mit bis zu drei Räumen verbuchen.

Damit klettert der Anteil dieser Wohnungen an allen 2014 gebauten Wohnungen wieder auf 50 Prozent, was als Indikator für den steigenden Bedarf in diesem Segment gewertet werden kann.