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Einweihung der Margarete-Steiff-Schule mit Namensgebung

10.07.2015 Aktuelles
Der Neu- und Erweiterungsbau der Schule für Körperbehinderte in Möhringen im Schulzentrum Hengstäcker ist am Freitag, 10. Juli, von der Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport, Dr. Susanne Eisenmann, eingeweiht worden.

Gleichzeitig hat die Schule ihren neuen Namen "Margarete-Steiff-Schule" erhalten.

Aufbruch und Neubeginn

Mit Beginn der Planungsarbeiten und dem damit verbundenen intensiven Prozess entstand der Wunsch, der Schule für Körperbehinderte einen Namen zu verleihen, mit dem sich die Schulgemeinde identifizieren kann. Der Name "Margarete-Steiff-Schule" soll den Aufbruch und Neubeginn nach innen und außen identitätsbildend verdeutlichen.

Eingangsbereich der neuen Margarete-Steiff-Schule im Schulzentrum HengstäckerEingangsbereich der neuen Margarete-Steiff-Schule im Schulzentrum Hengstäcker. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Neben dem Margarete-Steiff-Gymnasium in Giengen/Brenz ist die Schule in Möhringen die zweite in Deutschland, die diesen Namen trägt. Mit der Zustimmung des einzigen noch lebenden Großneffen Margarete Steiffs, Friedhelm Steiff, und des Gemeinderates wurde diese Entscheidung mit der Einweihung des Neubaus umgesetzt.

Herz der Schule

Die Schule für Körperbehinderte war ursprünglich auf fünf Gebäude verteilt. Nach der Schließung des Gebäudes Hengstäcker 4 wegen Nagetierbefalls wurde ein Gesamtraumprogramm erarbeitet.

Der Neu- und Erweiterungsbau als Ersatz für die Außenstelle und des geschlossenen Gebäudes H 4, sowie die Schaffung notwendiger Therapie- und Pflegebereiche und Stellflächen für die zahlreichen Hilfsmittel ist Teil des ersten Bauabschnitts des Gesamtraumprogramms. Das neue Gebäude, von der Schulgemeinde liebevoll als Herz der Schule bezeichnet, ist bereits im März in Betrieb gegangen.

Schule wieder mit gemeinsamen Speisebereich

Die zuvor in der Möhringer Landstraße untergebrachte Praxisstufe als Berufsschule ist in den Neubau und damit zum Stammgebäude gezogen. Im Erdgeschoss sind Speise- und Aufenthaltsbereich sowie die Praxisstufe mit ihren spezifischen Fachunterrichtsräumen untergebracht.

Die Schule bekommt damit wieder einen gemeinsamen Speisebereich, der nach der Schließung des alten Gebäudeteils für sieben Jahre weggefallen war.

Platz für Kooperationen, Kunst- und Musikprojekte

Im Obergeschoss haben die Fachräume für das Schulzentrum und die Klassen der Hauptstufe ihr neues Zuhause gefunden.

Ausreichend Platz für die zahlreichen Hilfsmittel in unmittelbarer Nähe sowie barrierefreie Fluchtwege aus beiden Geschossen erleichtern hier den Alltag. Weiterhin bietet der Neubau Platz für Kooperationen, Kunst- und Musikprojekte sowie Begegnungen für behinderte und nichtbehinderte Kinder. Eine intensive und individuelle Förderung in kleinen Klassen ist jetzt möglich, da alle Therapiemöglichkeiten gebündelt vor Ort vorhanden sind.

Gebäude im Kosten- und Terminrahmen

Der Gemeinderat hat für die Maßnahme mit rund 2500 Quadratmetern Programmfläche, das sind 60 Prozent der gesamten Schule, rund 17 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Der zweite Bauabschnitt wird die Generalsanierung des angrenzenden Gebäudes Hengstäcker 5 sein. Zum Doppelhaushalt 2016/17 hat die Schulverwaltung hierfür Planungsmittel beantragt.

Dank zweier milder Winter und dem engagierten Einsatz aller Planer, Ämter und Beteiligten konnte das Gebäude innerhalb des Kosten- und Terminrahmens errichtet werden.

Eimaliges Konzept in Stuttgart

Wichtige Aufgaben der Schule sind die Lebensbegleitung mit der Beratung von Familien mit Klein- und Kindergartenkindern, die Vorbereitung auf die Zeit nach der Schule mit dem Ziel der größtmöglichen Selbstständigkeit sowie die Thematisierung von Wohngruppenprojekten, Arbeitsplatzwünschen und vielem mehr.

Die Schule für Körperbehinderte ist ein sonderpädagogisches Fachzentrum für die Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit körperlichen sowie auch schwerst-mehrfachen Behinderungen. Sie besteht aus der Grundstufe mit den Klassen eins bis vier, der Hauptstufe mit den Klassen fünf bis zehn sowie einer Berufsschul- und Praxisstufe mit den Klassen elf bis 13.

Die Schule bietet körperbehinderten und schwerst beeinträchtigen Kindern und Jugendlichen einen individuell angepassten Lernort mit beruflicher Vorbereitung an. Somit ist diese Einrichtung für Körperbehinderte einmalig in Stuttgart. Das Einzugsgebiet umfasst das gesamte Stadtgebiet. Die Schule hat derzeit rund 150 Schülerinnen und Schüler.

Ganztägige Förderung, Unterstützung und Entlastung

Seit der Gründung der Schule vor 53 Jahren hat sich die Schülerschaft grundlegend geändert. Während früher beispielsweise Rollstuhlfahrer in der Schule einen passenden Lernort fanden, prägen heute ebenso häufig schwerst-mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 20 Jahren den Alltag.

Die Schule bietet somit den Schülern und ihren Familien eine ganztägige Förderung, Unterstützung und Entlastung, die über den normalen Schulbetrieb hinausgeht.