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Was ist bei einem Todesfall zu tun?

12.08.2015 Aktuelles
Bei einem Todesfall wissen die Angehörigen oft nicht, welche Schritte zu tun und welche Unterlagen und Dokumente bei Behörden und Institutionen erforderlich sind. Die Hinterbliebenen sind in einer Ausnahmesituation, und es fällt ihnen schwer, sachlich zu entscheiden.

Der Tod eines Familienangehörigen oder einer nahestehenden Person ist ein einschneidendes Ereignis. Doch neben der Trauer sind wichtige Entscheidungen zu treffen, manche davon sehr schnell. Die Landeshauptstadt Stuttgart, Garten-, Friedhofs- und Forstamt, informiert in dem Flyer "Ratgeber - Vorbereitung von Bestattungen" über alle wichtigen Fragen zum Thema. Das Faltblatt liegt in den Bezirksrathäusern sowie in vielen Einrichtungen aus und kann auf der Internetseite www.stuttgart.de heruntergeladen werden, Suchwort "Bestattungsvorbereitung".

Als erstes stellt der Arzt eine Todesbescheinigung und einen Leichenschauschein aus. Die Hinterbliebenen oder deren Beauftragte müssen den Sterbefall innerhalb von drei Werktagen dem Standesamt in Stuttgart-Mitte oder im zuständigen Bezirksrathaus melden. Dazu werden die Todesbescheinigung und der Leichenschauschein sowie die Personalausweise des Verstorbenen und der meldenden Person benötigt. Vorgelegt werden muss zudem der Auszug aus dem Familienbuch und des Familienregisters oder, wenn nicht vorhanden, die Heiratsurkunde oder andere Urkunden, mit denen sich der Familienstand des Verstorbenen nachweisen lässt. Wenn die Personenstandsbücher beim selben Standesamt geführt werden, bei dem auch der Sterbefall gemeldet wird, entfällt die Vorlage dieser Urkunden. Das Standesamt stellt dann eine Sterbeurkunde aus, die als Mehrfertigung unter anderem bei Rententrägern, Krankenkassen, Versicherungen, Geldinstituten oder dem Nachlassgericht vorzulegen ist.

Vorbereitung der Bestattung

Mit der Vorbereitung der Bestattung können die Hinterbliebenen den Städtischen Bestattungsdienst oder ein privates Bestattungsunternehmen beauftragen. Zu den Formalitäten zählen unter anderem die Vereinbarung des Termins für die Bestattung beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt, die Absprache mit dem Pfarrer, Sarglieferung, Einsargung, Transport des Verstorbenen, gärtnerische Leistungen, Steinmetzarbeiten sowie andere gewerbliche Leistungen.

Bestattungsart

Ob Erd- oder Feuerbestattung bestimmen die nächsten Angehörigen, deren Beauftragte oder andere Personen, die für die Bestattung sorgen. Der erklärte oder mutmaßliche Wille des Verstorbenen muss dabei berücksichtigt werden. Bei Meinungsverschiedenheiten unter den Angehörigen ist zunächst nur die Erdbestattung möglich, sofern ein Gericht nicht anders entscheidet.

Wahl des Grabes

Die Erdbestattung oder die Urnenbeisetzung findet auf dem Friedhof des letzten Wohnbezirks oder auf einem anderen Friedhof statt, sofern dort eine ausreichende Anzahl an Grabstätten zur Verfügung steht. Wenn der Verstorbene in Stuttgart ein Grabnutzungsrecht hatte oder Angehörige des Verstorbenen in Stuttgart über ein belegbares Wahlgrab verfügen, kann dieses im Rahmen der Bestimmungen der Friedhofssatzung der Landeshauptstadt in Anspruch genommen werden.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Wahl- und Reihengrab. Für die Erd- und Feuerbestattung auf den Friedhöfen, die Benutzung der Friedhofseinrichtungen, die Verleihung des Grabnutzungsrechts, die Überlassung eines Reihengrabes, die Genehmigung eines Grabmals und anderes werden Gebühren nach der jeweils gültigen Friedhofsgebührensatzung erhoben. Sie ist beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt erhältlich oder kann unter www.stuttgart.de/friedhofssatzung eingesehen und ausgedruckt werden.

Wahlgräber

Wahlgräber sind Grabstätten, an denen auf Antrag ein öffentlich-rechtliches Nutzungsrecht verliehen werden kann. Das Amt kann das Nutzungsrecht auf Antrag verlängern. Bei der Verlängerung darf die Nutzungsdauer von 30 Jahren nicht überschritten werden. Soll in einem Wahlgrab eine verstorbene Person bestattet werden, deren Ruhezeit über die Nutzungszeit hinausgeht, so muss vorher das Nutzungsrecht auf Grundlage der Friedhofssatzung verlängert werden. Bei Erwachsenen beträgt die Ruhezeit 20 Jahre.

Die Grabnutzungsgebühr für erwachsene Verstorbene bei einer Nutzungsdauer von 20 Jahren beträgt derzeit in der Regel für ein einfaches Erdbestattungswahlgrab 1960 Euro, für ein einfaches Urnengrab 1740 Euro.

Reihengräber

Reihengräber sind Grabstätten, die in besonderen Grabfeldern ausgewiesen, in zeitlicher und räumlicher Reihenfolge belegt und erst im Todesfall für die Dauer der Ruhezeit des Toten abgegeben werden. Eine Verlängerung des Grabes nach Ablauf der Ruhezeit sowie eine Zubettung weiterer Verstorbener ist nicht möglich. Reihengräber stehen nicht auf allen Friedhöfen zur Verfügung. Die Gebühr für Reihengräber, einfach belegbar, wenn 20 Jahre Ruhezeit gelten, beträgt derzeit für ein Erdbestattungsgrab 940 Euro, für ein Urnengrab 700 Euro.

Bestattungskosten

Die Kosten können je nach Ausführung und Art der Bestattung sehr unterschiedlich ausfallen. Die städtische Bestattungsgebühr für Erwachsene und Kinder über zehn Jahre beträgt zur Zeit für eine Erdbestattung 1010 Euro.

Der Zuschlag bei einer Bestattung in 2,4 Metern Tiefe liegt bei 100 Euro, für eine Feuerbestattung einschließlich Urnenbeisetzung bei 179 bis 275 Euro, die Gebühr für die Feierhallenbenutzung beträgt  298 Euro.

Auskünfte

Auskünfte erteilt das Garten-, Friedhofs- und Forstamt, Abteilung Friedhöfe und Bestattungen, Maybachstraße 3, Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr.
 
Bei telefonischen Auskünften sind die Ansprechpartner,
neben den Friedhofsaufsehern, unter den folgenden
Rufnummern zu erreichen:
 
Allgemeine Auskünfte:
Telefon 216-93861
 
Betrieb Pragfriedhof:
Telefon 216-98248 und -93848
(mit den zugeordneten Friedhöfen Pragfriedhof, Bergfriedhof,
Botnang, Fangelsbachfriedhof, Feuerbach,
Gablenberg, Gaisburg, Stammheim, Alter und Neuer
Friedhof Weilimdorf, Zazenhausen, Zuffenhausen)
 
Betrieb Waldfriedhof:
Telefon 216-60836 und -93845
(Waldfriedhof, Birkach, Buchrainfriedhof, Alter und Neuer
Friedhof Degerloch, Dornhaldenfriedhof, Heslach,
Heumaden, Kaltental, Möhringen, Ostfilderfriedhof,
Plieningen, Riedenberg, Rohr, Sillenbuch, Vaihingen)
 
Betrieb Hauptfriedhof:
Telefon 216-98135 und -93846
(Hauptfriedhof, Hedelfingen, Hofen, Mühlhausen, Münster,
Obertürkheim, Rohracker, Rotenberg, Steigfriedhof,
Uffkirchhof, Uhlbach, Untertürkheim, Wangen)
 
Landeshauptstadt Stuttgart
Garten-, Friedhofs- und Forstamt
Städtischer Bestattungsdienst
Marktplatz 4 (Eingang Schulstraße)
70173 Stuttgart
Telefon 216-98006, -98007, -98008 und -98009

Weitergehende Auskünfte und Informationen:

Bestattungsunternehmen in Stuttgart

siehe örtliches Telefonbuch,
Amtsblatt oder "Gelbe Seiten"
 
Evangelisches Stadtdekanat
Lessingstraße 4, 70174 Stuttgart
Telefon 224511-0
 
Katholisches Stadtdekanat
Bolzstraße 6, 70173 Stuttgart
Telefon 99798710
 
Freireligiöse Landesgemeinde Württemberg
Mörikestraße 14, 70178 Stuttgart,
Telefon 6493780
 
Genossenschaft Württembergischer
Friedhofsgärtner e. G.
Neue Weinsteige 160, 70180 Stuttgart,
Telefon 6449522
 
Genossenschaft Baden-Württembergischer
Steinmetz- und Bildhauerbetriebe e. G.
NETZWERK STEIN
Friedhofstraße 33, 70191 Stuttgart,
Telefon 2576261
 
Grabmalberatungsstelle
Wegen der Gestaltung von Grabmal und Grabstätte
kann man sich an die Grabmalberatungsstelle des
Garten-, Friedhofs- und Forstamts wenden,
Telefon 216-93857
 

Weitere Bestimmungen, auch zu Bestattungen, Grabstätten und Grabstättengestaltung, können den akuellen Fassungen des Bestattungsgesetzes für Baden-Württemberg, der Bestattungsverordnung des Ministeriums für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg und der  Friedhofssatzung der Landeshauptstadt Stuttgart (PDF) entnommen werden.