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Schönheit, die ansteckt

26.08.2015 Gesundheit
Mit einer groß angelegten Postkartenaktion macht das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt derzeit auf die Bedeutung von Schutzimpfungen zur Vorbeugung gegen zahlreiche Infektionskrankheiten aufmerksam.

Je seltener bestimmte Krankheiten durch erfolgreiche Impfungen werden, desto weniger sind ihre Folgen in der Bevölkerung bekannt. Die oft schwerwiegenden Symptome der "echten" Infektionserkrankung geraten dabei im Lauf der Zeit in Vergessenheit, während die Nebenwirkungen von Impfungen in den Vordergrund der öffentlichen Wahrnehmung treten. Aus diesen und anderen Gründen haben es Impfungen hierzulande oft schwer. 

Erkrankungen wie Kinderlähmung oder Diphtherie haben früher zu hoher Kindersterblichkeit geführt. Das ist heute glücklicherweise nicht mehr so. Damit dies so bleibt, müssen weite Teile der Bevölkerung gegen diese Erkrankungen geimpft sein. Das Stuttgarter Gesundheitsamt macht deshalb mit kostenlosen CityCards auf die Wichtigkeit von Impfungen aufmerksam. Um die Botschaft plakativ zu transportieren, kontrastieren auf den Karten vergrößerte Darstellungen der optisch sehr schönen Viren mit deren unangenehmen Folgen für den Menschen. Die einzelnen Motive liegen in Stuttgarter Bars, Kneipen und verschiedenen anderen Lokalitäten mit Publikumsverkehr aus. 

Ein Erfolgsbeispiel für die Ausrottung eines Erregers durch Impfen sind die Pocken. Die Weltgesundheitsorganisation hat sich zum Ziel gesetzt, auch Kinderlähmung, Masern und Röteln zum Verschwinden zu bringen. Viele Länder sind praktisch bereits masernfrei, aber allein auf dem afrikanischen Kontinent sterben noch zehntausende Kinder jährlich an dieser Krankheit und ihren Komplikationen. Aber auch Deutschland hat das Ziel, die Masern vollständig zu verdrängen, noch längst nicht erreicht. Der Grund: der Anteil der Geimpften in der Bevölkerung ist zu gering. 

Neben dem Eindämmen der weltweiten Verbreitung von Erkrankungen sind Impfungen auch für jeden einzelnen nützlich und sinnvoll. Denn selbst in Ländern mit hohen Gesundheitsstandards können "Kinderkrankheiten" zu lebensbedrohlichen Komplikationen (Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen etc.) beziehungsweise bleibenden Schäden führen. Bei Röteln oder Windpocken schützt die Impfung darüber hinaus das Ungeborene im Mutterleib vor einer Infektion, die bleibende Schäden nach sich ziehen. 

Impfungen können aber auch Nebenwirkungen haben, wie zum Beispiel Fieber, Rötungen und Schmerzen an der Einstichstelle. Schwerwiegende Komplikationen, wie allergische Reaktionen, treten hingegen nur selten auf. 

Die ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut empfiehlt, sich gegen Erkrankungen impfen zu lassen, bei denen die möglichen Komplikationen der Impfung viel seltener oder schwächer sind als die möglichen Folgen der Erkrankung. 

Beim Impfen werden entweder nicht infektiöse Bestandteile eines Krankheitserregers (Tot-Impfstoffe) oder abgeschwächte Krankheitserreger (Lebend-Impfstoffe) verabreicht, die das Abwehrsystem zu einer Immunantwort gegen den geimpften Erreger stimulieren. 

Durch Kombinations-Impfstoffe, die bei einer Impfung den Schutz vor gleich mehreren Erkrankungen ermöglichen, kann die Anzahl der notwendigen Injektionen verringert werden. Kombinations-Impfstoffe sind genauso gut verträglich wie Einzel-Impfstoffe, da bei einer Impfung die Verträglichkeit nicht davon abhängt, gegen wie viele Erreger gleichzeitig geimpft wird. 

Weitere Informationen gibt es zum Beispiel bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter impfen-info.de, unter mach-den-impfcheck.de oder unter stuttgart.de/impfberatung.