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Landeshauptstadt Stuttgart startet Online-Beteiligung zum Energiekonzept

01.09.2015 Aktuelles
Die Online-Beteiligung zum Entwurf des Energiekonzepts der Landeshauptstadt Stuttgart ist gestartet: Von Dienstag, 1. September, bis Mittwoch, 30. September, können die Bürgerinnen und Bürger auf der Online-Plattform www.stuttgart-meine-stadt.de über die Maßnahmen aus dem Konzept zur Urbanisierung der Energiewende diskutieren und eigene Vorschläge einbringen.

Zum Start der Beteiligung betonte Oberbürgermeister Fritz Kuhn: "Unsere Stadt braucht ein nachhaltiges Konzept für die Energiewende. Nachhaltig ist Energieversorgung nur, wenn sie ökologisch und wirtschaftlich ist, und sie muss auch sozial gerecht sein."

OB Kuhn: Energiewende geht alle an

Die Urbanisierung der Energiewende sei ein Projekt, das alle angehe: "Entscheidend ist, dass alle mitmachen - die Bürgerinnen und Bürger, die Wirtschaft, Stadt und Land mit ihren öffentlichen Gebäuden sowie Forschung und Universitäten." Kuhn sagte, ihm sei wichtig, dass nun die Bürger im Beteiligungsportal der Stadt breit über die vorgeschlagenen Maßnahmen diskutieren und eigene Ideen und Erfahrungen einbringen können.

Mitdenken und Umdenken

Über einen Zeitraum von vier Wochen können Stuttgarts Bürger auf dem Beteiligungsportal "Stuttgart - meine Stadt" den Entwurf zum Energiekonzept in einem Forum bewerten, mit anderen Nutzern darüber diskutieren und neue Vorschläge einbringen. Darüber hinaus können sie ihre eigenen Energiespartipps nennen, und in Umfragen angeben, wie die Stadt sie beim Energiesparen unterstützen kann und welche Erfahrungen sie mit der Sanierung von Immobilien gemacht haben. In einer interaktiven Karte können die Stuttgarter angeben, wo Solaranlagen und Nahwärmesysteme ihrer Meinung nach sinnvoll wären.

Die Landeshauptstadt Stuttgart möchte - im Vergleich zum Referenzjahr 1990 - den Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent reduzieren und den Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch auf 20 Prozent erhöhen.

Ergebnisse des Verfahrens als Impulsgeber

Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, sagte zum weiteren Verfahren: "Die Vorschläge und Anmerkungen der Bürgerinnen und Bürger wertet das Amt für Umweltschutz sorgfältig aus. So können neue Ideen etwa zu den Themen Energiesparen oder erneuerbare Energien, wenn sie machbar und effizient sind, ins Energiekonzept aufgenommen werden."

Die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens werden anschließend als Meinungsbild der Stadtbevölkerung für den Gemeinderat zusammengefasst, der über den Entwurf entscheidet.

Das Energiekonzept der Landeshauptstadt

Die Energiewende ist in Deutschland beschlossene Sache. Im Kern geht es darum, den Energieverbrauch so weit wie möglich zu reduzieren und die erneuerbaren Energien als Alternative zur Kernkraft und der fossilen Energiegewinnung auszubauen. Stuttgart orientiert sich dabei an Vorgaben der EU, des Bundes und des Landes Baden-Württemberg.

So bezieht die Stadtverwaltung schon heute zu 100 Prozent ihren Strombedarf aus erneuerbaren Energiequellen. Darüber hinaus konnte durch verschiedene Maßnahmen der Primärenergieverbrauch innerhalb der Landeshauptstadt zwischen 1990 und 2012 um 14 Prozent gesenkt werden.

Energieeinsparung und Energieeffizienz

Um die Ziele der Energiewende in Stuttgart zu erreichen, hat die Landeshauptstadt unter der Leitung von Oberbürgermeister Fritz Kuhn das Energiekonzept "Urbanisierung der Energiewende in Stuttgart" entwickelt. Urbanisierung der Energiewende bedeutet, dass Maßnahmen umgesetzt werden, damit Stuttgart ohne Atomstrom und letztlich auch ohne Strom aus Kohlekraftwerken versorgt werden kann. Das soll mit Energieeinsparung, Energieeffizienz und dem Ausbau von erneuerbaren Energien erreicht werden.

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat bereits mit verschiedenen Akteuren wie z.B. Initiativen, der Energiebranche oder auch mit Schülern den Entwurf des Energiekonzepts diskutiert. Ein Bürger-Workshop folgt noch im September. Der Gemeinderat entscheidet dann abschließend über das Energiekonzept.