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Stuttgart wird 20. UNICEF-Kinderstadt

20.11.2015 Aktuelles

Am internationalen Tag der Kinderrechte, dem 20. November, wird Stuttgart zur UNICEF-Kinderstadt. Oberbürgermeister und Schirmherr der Städtepartnerschaft Fritz Kuhn und der Vorsitzender von UNICEF Deutschland, Dr. Jürgen Heraeus, unterzeichneten die dazugehörigen Urkunden am 20. November im Rathaus.


Ein Jahr lang wird sich die Landeshauptstadt Baden-Württembergs in Partnerschaft mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen intensiv für die Rechte der Kinder in der eigenen Stadt und weltweit einsetzen. Mit Aktionen und Veranstaltungen während des Partnerschaftsjahres sammeln Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Schulen, Vereine und Institutionen Spenden für UNICEF-Projekte in drei Ländern: für UNICEF-Gesundheitsprojekte in Stuttgarts ägyptischer Partnerstadt Kairo, innovative Projekte im Partnerland von Baden-Württemberg Burundi und Bildungsprojekte für syrische Flüchtlingskinder in der türkischen Provinz Mardin. Letztere erhalten auch jene 100.000 Euro, die die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG gestern zum Auftakt an UNICEF gespendet haben. Mit der 20. UNICEF-Städtepartnerschaft will Stuttgart etwas für Kinder "ins Rollen bringen" und hat dafür symbolisch die Weltkugel und den Slogan "...und Du fängst an" gewählt.

"Ich bin überzeugt, dass das Städtepartnerschaftsjahr ein Erfolg wird, für Stuttgart und UNICEF. Deshalb appelliere ich an die Stuttgarterinnen und Stuttgarter, sich für unsere UNICEF-Städtepartnerschaft einzusetzen. Gemeinsam kann es uns gelingen, Kindern die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen und dadurch ihre Chancen auf ein gutes Aufwachsen zu verbessern", sagte OB Kuhn. Er ergänzte: "Wir bringen so wirklich etwas ins Rollen und ich freue mich, wenn Stuttgarterinnen und Stuttgarter den Ball aufnehmen. Schon jetzt danke ich ihnen herzlich".

Die Landeshauptstadt hat sich zum Ziel gesetzt, während des Partnerschaftsjahres insgesamt 600.000 Euro für UNICEF-Projekte zu sammeln - also symbolisch für jeden Einwohner einen Euro. Bereits zum Auftakt der Städtepartnerschaft überreicht das Stuttgarter Automobilunternehmen Porsche einen Scheck in Höhe von 100.000 Euro an UNICEF. "Porsche möchte dazu beitragen, die Situation von Kindern weltweit zu verbessern und Kinderrechte zu stärken", sagt Andreas Haffner, Mitglied des Vorstandes Personal- und Sozialwesen der Porsche AG. "Darüber hinaus planen wir zahlreiche weitere Projekte, mit denen wir die Städtepartnerschaft unterstützen werden."

"Das Besondere der Städtepartnerschaft ist, dass Stuttgarter Unternehmen, wie die Porsche AG, Schulen, Vereine, Institutionen und die Bürgerinnen und Bürger der Stadt alle ein gemeinsames Ziel verfolgen: die Kinderrechte für besonders benachteiligte Kinder in drei Ländern - Ägypten, Burundi und der Türkei - Wirklichkeit werden zu lassen", erklärt Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. "...und Du fängst an";- der Slogan der Städtepartnerschaft - bringt es auf den Punkt. Jeder Einzelne ist wichtig, damit die Welt zu einem besseren Ort für Kinder wird."

Gesundheitsprojekt in den illegalen Siedlungen von Kairo

In der ägyptischen Partnerstadt Kairo, unterstützt Stuttgart die Gesundheitsversorgung in Armenvierteln und informellen Siedlungen. Gerade arme Familien haben dort oft keinen Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen. Besonders die Kinder sind dadurch einem höheren Krankheitsrisiko ausgesetzt. Die Rate der Kindersterblichkeit ist hoch und viele Mädchen und Jungen sind mangelernährt. Mit den Spenden aus dem Partnerschaftsjahr sorgt UNICEF gemeinsam mit seinen Partnern vor Ort für eine bessere Gesundheitsversorgung. Ärzte und Krankenschwestern besuchen Kurse über Ernährung und Geburtshilfe, und Frauen und junge Mütter lernen, wie sie mit einfachen Mitteln ihre Kinder vor Krankheiten schützen und besser versorgen können.

Innovative Energieprojekte in Burundi

Auch die Menschen im ostafrikanischen Burundi werden im Rahmen der Städtepartnerschaft unterstützt: Im Land haben nur rund drei Prozent der Menschen Strom. Mit innovativen Ansätzen, wie beispielsweise dem "Power Cycle", wollen UNICEF und seine Partner das ändern. Durch das Treten von Pedalen wird beim Power Cycle Energie erzeugt. Damit können LED-Lampen aufgeladen werden. Die Beleuchtung ermöglicht mobilen Gesundheitshelfern, auch nachts zu arbeiten, und Kinder können nach Einbruch der Dunkelheit lernen. Rund
72.000 Menschen in Burundi sollen Zugang zu Elektrizität bekommen. Gleichzeitig werden mit den Spenden aus Stuttgart zehn robuste, solarbetriebene Computer in Jugendzentren und Schulen bereitgestellt. Kinder und Jugendliche bekommen so die Chance, auch außerhalb des Unterrichts Sprachen zu lernen.

Unterricht für syrische Flüchtlingskinder im türkischen Mardin

Viele Familien aus Syrien sind vor dem Bürgerkrieg in die türkische Provinz Mardin geflohen. Rund 21.500 syrische Mädchen und Jungen haben dort zurzeit keine Möglichkeit in die Schule zu gehen. UNICEF arbeitet mit den türkischen Behörden daran, neue Schulen für die Flüchtlingskinder einzurichten und stellt Schulmaterial zur Verfügung. Lehrer sollen besser ausgebildet und finanziell unterstützt werden. Ziel ist es, dauerhaft allen Kindern und Jugendlichen in den Gastgemeinden einen guten Schulunterricht zu ermöglichen. Dabei unterstützt Stuttgart UNICEF im kommenden Jahr.

Städtepartnerschaft startet mit einem Kinderfest

Die Partnerschaft von UNICEF und Stuttgart startet mit einem Kinderfest im Rathaus. Dabei werden zur Begrüßung junge Nachwuchsmoderatoren Fragen an den Vorsitzenden von UNICEF Deutschland Dr. Jürgen Heraeus und OB Kuhn stellen. UNICEF-Pate, Reporter und Abenteurer Willi Weitzel stellt den Kindern die UNICEF-Städtepartnerschaft mit Stuttgart genauer vor. Im Anschluss können interessierte Kinder in Workshops die UNICEF-Projekte im ägyptischen Kairo, in Burundi und in der türkischen Provinz Mardin in verschiedenen Räumen spielerisch kennenlernen. In einem eigenen Raum erfahren die Kinder auch mehr über die Umsetzung der Kinderrechte in Stuttgart und bekommen die Möglichkeit mit Willi Weitzel über ihre Rechte zu diskutieren.

Eine der Veranstaltungen des Partnerschaftsjahres ist der 23. Stuttgart-Lauf 2016. Die größte Breitensportveranstaltung der Region soll kommendes Jahr zum Spendenlauf für die UNICEF-Kinderstadt werden. Alle Kinder, die bei der Auftaktveranstaltung im Rathaus dabei sind, erhalten vom Württembergischen Leichtathletik-Verband einen kostenlosen Start beim 23. Stuttgart-Lauf. So bleiben die Kinder in Bewegung und tragen gleichzeitig zur Erreichung des Spendenziels bei.

Stuttgart wird 20. UNICEF-Kinderstadt

Seit 1991 haben sich bereits 19 deutsche Groß- und Landeshauptstädte für UNICEF eingesetzt: Wiesbaden, Kiel, Hamburg, Saarbrücken, Hannover, München, Magdeburg, Düsseldorf, Berlin, Bonn, Bremen, Köln, Frankfurt am Main, Erfurt, Lübeck, Leipzig, Karlsruhe, Nürnberg und Ingolstadt.

Am 20. November 1989 verabschiedeten die Vereinten Nationen die UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Seither ist dieser Tag den Kinderrechten gewidmet.

Weitere Informationen:

www.unicef.de/mitmachen/kinderstadt-stuttgart
www.stuttgart.de/unicef-kinderstadt