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Neue Auswertungen zum Zensus 2011 für Stuttgart

17.12.2015 Aktuelles
Im neuen Monatsheft des Statistischen Amtes behandeln zwei Beiträge die Themen Erwerbstätigkeit und Berufsstruktur der Stuttgarter Bevölkerung auf Basis der Daten des Zensus 2011.

Zum Zensusstichtag am 9. Mai 2011 waren 54 Prozent der Einwohner erwerbstätig, das entspricht einem Anteil von 79 Prozent in der Gruppe der 15- bis 64-Jährigen. Die Erwerbstätigen gliedern sich in Angestellte beziehungsweise Arbeiter (84 Prozent), Beamte (5 Prozent) und Selbstständige (11 Prozent). 6,5 Prozent der Selbstständigen hatten keine Beschäftigten, 4,2 Prozent hatten eigene Beschäftigte.

79 Prozent der Stuttgarter Erwerbstätigen arbeiteten zum Zensusstichtag im Dienstleistungsbereich, 20 Prozent im Produzierenden Gewerbe und 0,4 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft. Als bei der Volkszählung 1987 diese Daten zuletzt erhoben wurden, war der Anteil der Erwerbstätigen im primären Wirtschaftssektor (Land- und Forstwirtschaft) mit 0,8 Prozent noch doppelt so hoch, ebenso der im Produzierenden Gewerbe mit 38 Prozent. Entsprechend stark zugenommen hatte in den dazwischen liegenden 25 Jahren der tertiäre Sektor (Dienstleistungen), dessen Erwerbstätigenanteil von 61 auf 79 Prozent anstieg.

Stuttgart liegt mit einem Erwerbstätigenanteil von 20 Prozent im Produzierenden Gewerbe unter den deutschen Großstädten mit einer Einwohnerzahl ab 500.000 auf Rang eins vor Dortmund (19,6 Prozent), Bremen (18,9 Prozent) und Essen (18,3 Prozent). Frankfurt hat hingegen nur einen Erwerbstätigenanteil im Produzierenden Gewerbe von 11 Prozent.

Der zweite Beitrag zum Thema analysiert die Berufsstruktur der Erwerbstätigen. Dabei ist zunächst festzustellen, dass sich die Stuttgarter Erwerbstätigen im Wesentlichen auf nur drei Berufsbereiche konzentrieren: Unternehmensorganisation, Recht, Verwaltung (24 Prozent), Gesundheit, Soziales, Lehre, Erziehung (18 Prozent) und Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung (17 Prozent). Deutschlandweit arbeiteten am Zensusstichtag drei Viertel der erwerbstätigen Bevölkerung in drei Berufsbereichen, die ausschließlich zum Dienstleistungssektor gehören: Gesundheitswesen, Soziales, Erziehung, Lehre (30 Prozent), Unternehmensorganisation und weitere (26 Prozent) sowie Verkauf, Vertrieb, Tourismus (19 Prozent). Die Untersuchung der unterschiedlichen Beschäftigungsbereiche von Männern und Frauen zeigt, dass Männer insgesamt ein breiteres Berufsspektrum haben.

Eine weitere Auffälligkeit ist der hohe Anteil von 46 Prozent bei Erwerbstätigen mit Spezialisten- und Expertentätigkeiten, dieser liegt deutschlandweit im Durchschnitt bei nur 32 Prozent. 6 Prozent aller Erwerbstätigen gaben beim Zensus 2011 an, dass sie eine Führungsposition innehaben. Unter den Männern waren es 8, unter den erwerbstätigen Frauen 3,6 Prozent. Laut Zensus sind 29 Prozent aller Führungskräfte in Stuttgart Frauen.

Das Monatsheft Nr. 11/2015 ist beim Statistischen Amt, Eberhardstraße 39, Telefon 216-98587, Fax 216-98570, E-Mail komunis@stuttgart.de sowie unter www.stuttgart.de/statistik-infosystem erhältlich. Es kostet vier Euro.