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Stadt beginnt Flüchtlinge zu impfen

22.12.2015 Aktuelles
Das städtische Gesundheitsamt hat mit dem Impfen von Flüchtlingen begonnen. Die erste Aktion fand am Dienstag, 22. Dezember, in einer Notunterkunft in Weilimdorf statt. Grund für die Wahl sind Windpockenfälle, die in der Halle aufgetreten waren.

In der Turnhalle des dortigen Solitude-Gymnasiums sind aktuell 209 Flüchtlinge untergebracht, von denen am Dienstag 98 Personen geimpft werden konnten. Die Teilnahme war freiwillig.

Impfaktion in der Flüchtlingsunterkunft in der Sporthalle der Solitude-GymnasiumsImpfaktion in der Flüchtlingsunterkunft in der Sporthalle der Solitude-Gymnasiums. Foto: Thomas Niedermüller, Stadt Stuttgart

Standardimpfungen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche

Die Flüchtlinge erhielten die Standardimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Keuchhusten und Influenza. Für die nach 1970 geborenen Personen wurde außerdem eine Masern-Mumps-Röteln-Impfung angeboten. Kinder und Jugendliche wurden zusätzlich gegen Windpocken, die Kleinkinder gegen Haemophilus influenzae Typ B immunisiert. 

Vorgenommen wurde die Impfaktion von der ehemaligen Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Dorothee Fischer und dem ehrenamtlich tätigen Kinderarzt Dr. Gunther Knapp.

Ab 2016 weitere Impfungen

Die Stadt wird im kommenden Jahr Impfaktionen regelmäßig durchführen. Dies wird voraussichtlich ab Februar oder März 2016 möglich sein, wenn die neuen Stellen im Gesundheitsamt besetzt sind.

Ziel ist es, dass Ende 2016 jeder Flüchtling mindestens einmal geimpft wurde, damit wären in den großen Einrichtungen insgesamt 9.200 Personen zu impfen. Dafür wird die Stadt rund 1,2 Millionen Euro aufwenden.

Stadt vervollständigt Grundimmunisierung

Die Stadt wird die Grundimmunisierung, die in den Landeserstaufnahmeeinrichtungen erfolgt, in Stuttgart vervollständigen. In großen Einrichtungen (mindestens 100 Personen in demselben Gebäude) organisiert das Gesundheitsamt die Impfungen. Die Bewohner kleinerer Unterkünfte sollen in den Praxen niedergelassener Ärzte geimpft werden.