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Umweltpreis für Stuttgarter Bodenschutzkonzept

12.01.2016 Umwelt
Im Rahmen des von der Deutschen Bundesstiftung Umweltschutz (DBU) und dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) veranstalteten Wettbewerbs "BodenWertSchätzen" hat das Bodenschutzkonzept Stuttgart (BOKS) am 8. Dezember in Osnabrück den mit 3000 Euro dotierten 2. Preis im Themenblock "Flächenmanagement und -recycling" erhalten.

Als beispielhaft wurde der methodische Ansatz des vom Amt für Umweltschutz entwickelten Bodenschutzkonzepts bewertet, mit dem sich der Bodenverbrauch über ein einfaches Punktesystem messen, planen und steuern lässt. Gewürdigt wurden ferner die Zielvorgaben des BOKS, die zu besonderen Erfolgen beim sparsamen und schonenden Umgang mit Boden geführt haben.

Peter Pätzold: "Unsere Böden sind eine wichtige Ressource"

Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, sagte: "Die Preisverleihung freut uns sehr. Sie ist mehr als ein Achtungserfolg und macht deutlich, dass das BOKS auch bundesweit als positives Modell wahrgenommen wird und sich die bisherigen Anstrengungen der Landeshauptstadt Stuttgart zum Schutz des Bodens sehr gelohnt haben. Unsere Böden sind eine wichtige Ressource."

Versiegelung fruchtbarer Böden ist hoher Verlust

Mit dem BOKS werden Bodenflächen in sechs verschiedene Qualitätsstufen eingeteilt. Werden Flächen "verbraucht", lassen sich sowohl die qualitativen als auch quantitativen Auswirkungen bestimmen. Insbesondere bei wertvollen und fruchtbaren Böden wird erkennbar, welcher Verlust mit einer Versiegelung verbunden ist.

Stuttgart wächst ohne den Verlust naturnaher Böden

Stuttgart ist es als einziger bundesdeutschen Großstadt gelungen, eine nachhaltige Stadtentwicklung zu betreiben, die über mehrere Jahre ohne einen Neuverbrauch naturnaher Böden im Außenbereich bei gleichzeitigem Wachstum der Bevölkerung und der Wirtschaft ausgekommen ist.

Dies ist das Ergebnis einer gezielten Innenentwicklung, bei der die Stadt mit dem BOKS und dem nachhaltigen Bauflächenmanagement insbesondere Konversionsflächen und Baulücken genutzt hat.

Neunutzung alter Industrieflächen und Bauflächenmanagement

Ein Beispiel ist die Neunutzung des 1,4 Hektar großen Schoch-Areals in Feuerbach. Hier entstehen nach Sanierung altlastenbedingter Boden- und Grundwasserverunreinigungen neben neuen Gewerbeflächen bis zu 125 Wohneinheiten mit einer Bruttogeschossfläche von rund 25.000 Quadratmetern.

Insgesamt stehen nach Erhebungen zum nachhaltigen Bauflächenmanagement Stuttgart (NBS) stadtweit noch weitere zirka 565 Hektar Flächen für eine gezielte Innenentwicklung mit bodenneutraler Umnutzung zur Verfügung, sodass kein Grund zur Beanspruchungen naturnaher Böden im Außenbereich gegeben ist.

Die Ressource Boden nachhaltig schützen

Mit dem BOKS ist die Bodennutzung im stadtpolitischen Bewusstsein weiter in den Vordergrund gerückt. Das Konzept ist seit 2006 fester Bestandteil der Bauleitplanung und sichert die Ressource Boden, die in menschlichen Zeiträumen nicht erneuerbar ist, mit einer für die Stadt zukunftsfähigen Perspektive ab.