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Flüchtlingsunterbringung: Stuttgart will 933 neue Plätze schaffen

14.01.2016 Aktuelles
Die Landeshauptstadt Stuttgart schafft weitere Unterkünfte für Flüchtlinge. Nach den Plänen der Verwaltung soll die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) zwölf neue Systembauten an fünf Standorten errichten. Sie bieten Platz für bis zu 933 Menschen.

Dafür würde die Stadt rund 23,5 Millionen Euro investieren. Die Unterkünfte könnten Ende des Jahres fertiggestellt und Anfang 2017 bezogen werden, teilte die Stadt am Donnerstag, 14. Januar, mit.

Die Stadt plant dabei folgende bestehende Unterkünfte zu erweitern:

  • Möhringen, Kurt-Schumacher-Straße, um153 Plätze (bereits 243 Unterkunftsplätze)
     
  • Mühlhausen/Hofen, Wagrainstraße, um 153 Plätze (bereits 243 Unterkunftsplätze)
     
  • Weilimdorf/Hausen, Steinröhre, um153 Plätze (bereits 243 Unterkunftsplätze)
     
  • Stammheim, Ottmarsheimer Straße, um 78 Plätze (bereits 243 Unterkunftsplätze)

Neu hinzukommen soll:

  • Zuffenhausen (Schlotwiese) mit 396 Plätzen

Das entsprechende Grundstück ist in städtischem Besitz und wird derzeit als Spielwiese zum Bolzen benutzt. Die vorhandene Nutzung kann auf einen alternativen Standort innerhalb der Bezirkssportanlage verlegt werden.

Gemeinderat stimmt am 18. Februar über Unterkünfte ab

Die Planungen für die 6. Tranche wurden dem Gemeinderat übermittelt. In einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Wohnen und Wirtschaft und des Ausschusses für Umwelt und Technik am 19. Januar 2016 soll die Vorlage eingebracht und vorgestellt werden.

Danach werden die Planungen in den Bezirksbeiräten und Fachausschüssen beraten, bevor am 18. Februar 2016 der Gemeinderat über die Unterkünfte abstimmt.

2016 voraussichtlich 600 Flüchtlinge pro Monat

Aktuell bringt Stuttgart rund 7.200 Flüchtlinge in 101 Unterkünften verteilt auf 21 Stadtbezirke unter. Der Gemeinderat hat in den vorherigen fünf Tranchen 68 Systembauten sowie 3 Containerbauten an 34 Standorten mit 6.144 Plätzen und einem Investitionsvolumen von insgesamt 142,2 Mio. € bewilligt.

Für 2016 wird derzeit mit einer Zuweisungsquote von voraussichtlich 600 Flüchtlingen pro Monat kalkuliert. Die Stadt rechnet damit, dass Ende 2016 noch 570 Plätze fehlen. Wie dieser Bedarf gedeckt werden kann, wird derzeit noch geprüft.

Erster Bürgermeister Michael Föll: "Angesichts der Flüchtlingszahlen wird das Konzept der dezentralen Unterbringung an seine Grenzen stoßen. Größere Unterkünfte führen jedoch nichts zwangsläufig zu größeren Problemen. Entscheidend ist die Qualität der Unterkünfte sowie die Betreuung der Flüchtlinge". Für 2016 möchte Föll die Unterbringung in Turnhallen wenn möglich vermeiden: "Die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen ist eine Notlösung, die kein Dauerzustand werden sollte. Ziel ist die Verlegung in angemessene Unterkünfte sowie die Nutzung der Sporthallen durch den Schul- und Vereinssport".