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Mehr grüne Energie für Stuttgart: Gemeinderat beschließt Konzept zur Energiewende

28.01.2016 Umwelt
Stuttgart will sich zu einer "Vorzeigestadt" in Sachen Energiewende entwickeln und andere Großstädte zur Nachahmung motivieren. So sieht es das Konzept "Urbanisierung der Energiewende in Stuttgart" vor, das der Gemeinderat am Donnerstag, 28. Januar, mit großer Mehrheit beschlossen hat. Lediglich die Fraktion der AfD enthielt sich.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte: "Unser Ziel ist eine klimaneutrale Landeshauptstadt im Jahr 2050 mit einer nachhaltigen Energieversorgung ohne Atom- und Kohlestrom. Die städtische Energiewende ist sowohl ein Beitrag zur Verbesserung der Stuttgarter Luftqualität als auch zum globalen Klimaschutz." Den Weg zur erfolgreichen Energiewende bezeichnete er als komplexen und ambitionierten Prozess. "Das Konzept zeigt die Wege und Schritte auf und benennt die Akteure, die es zum Gelingen braucht. Im Gegensatz zu anderen Städten berücksichtigt Stuttgart auch die Industrie und den Verkehr", so OB Kuhn.

Bis 2020 soll der Energieverbrauch im Vergleich zum Referenzjahr 1990 um 20 % sinken. Gleichzeitig soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch auf insgesamt 20 % steigen. Die Stadtverwaltung bezieht bereits seit 2012 ihre Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen.

Massiver Ausbau der erneuerbaren Energien

Die Ziele für 2020 sind ein Etappenziel des Energiekonzepts, das die Vision einer klimaneutralen Landeshauptstadt im Jahr 2050 aufzeigt. Durch einen stark reduzierten Energieverbrauch, ein hohes Maß an Energieeffizienz und einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien soll sich Stuttgart zu einer Stadt der nachhaltigen Energienutzung entwickeln. Die Energiewende setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen und sieht unter anderem Gebäudesanierungen und den Umstieg auf emissionsfreie Elektrofahrzeuge vor. Darüber hinaus sollen weitere Blockheizkraftwerke und Biogasanlagen errichtet und die Photovoltaik ausgebaut werden.

Schon jetzt wird in den städtischen Liegenschaften immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt. Aktuell aus über 70 Anlagen, darunter Photovoltaikanlagen, Klärgas-Blockheizkraftwerke oder Wärmepumpen. So stammen bei der Wärme bereits 9 Prozent und beim Strom 7,3 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen.

Die Stadtwerke spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Energiewende. Sie haben das Ziel, viele Haushalte und gewerbliche Verbraucher mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Auch der Energiekonzern EnBW Energie Baden-Württemberg AG ist ein wichtiger Akteur, der mit seinen Kraftwerken großen Einfluss auf die Energieversorgung in Stuttgart hat.

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, forderte OB Kuhn die Bundesregierung auf, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu überdenken. Einige Gesetze, wie beispielsweise die steuerliche Abschreibemöglichkeit von Energieeinsparmaßnahmen, hätten erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklungen im Bereich der Energieeinsparung und der erneuerbaren Energien.