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Yair Klartag und Ricardo Eizirik erhalten den 61. Kompositionspreis der Landeshauptstadt

16.03.2016 Kultur
Der Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 2016 geht an Yair Klartag und Ricardo Eizirik. Der Preis wird in ununterbrochener Folge seit 1955 jährlich verliehen. Um den 61. Kompositionspreis 2016 hatten sich 14 Komponistinnen und 50 Komponisten mit insgesamt 120 Werken beworben.

Yair Klartag wird für seine Komposition "Nothing to express" mit dem 1. Preis ausgezeichnet, Ricardo Eizirik für seine Komposition "junkyard piece I" mit dem 2. Preis. Die Preise sind mit 7000 Euro beziehungsweise 5000 Euro dotiert.

Komponistenpreis 2016Die ausgezeichneten Komponisten Yair Klartag (links) und Ricardo Eizirik. Foto: Stadt Stuttgart

Zwei ausgezeichnete Kompositionen

Nothing to express" verbindet den Klang einer elektrischen Gitarre und eines Streichqartetts. "Klartag bringt eine instrumentale Neuheit ins Quartett. Es gelingt ihm, eine homogene Gesamtheit zu bilden", stellt die Jury fest. "Er entwickelt einen musikalischen Ausdruck mit wenigen Figuren und gibt der Begegnung mit viel Intelligenz eine stringente musikalische Form."

 "Junkyard piece I" basiert auf wenigen tragenden Figuren und entwickelt diese sehr konzentriert. Die Orchestrierung ist sehr durchgedacht und integriert ungewöhnliche Objekte gut ins Zusammenspiel mit traditionellen Instrumenten.

Die beiden ausgezeichneten Kompositionen werden beim Preisträgerkonzert im Rahmen des Festivals Neue Musik Stuttgart ECLAT 2017 aufgeführt. Im Rahmen des Preisträgerkonzerts findet auch die Preisverleihung mit der Übergabe der Urkunde an den Preisträger statt.

Yair Klartag

Yair Klartag wurde 1985 in Israel geboren. Im Alter von dreizehn Jahren erhielt er erstmals Klavierstunden, mit fünfzehn Jahren folgte der erste Kompositionsunterricht bei dem Komponisten Michael Shenhav. Von 2006 bis 2009 studierte Klartag Komposition bei Ruben Seroussi an der Buchmann-Mehta Musikhochschule der Universität Tel Aviv, seit 2010 setzte er seine Studien an der Hochschule für Musik Basel bei Georg Friedrich Haas fort. Derzeit ist er Doktorand an der Columbia University in New York.

Klartag besuchte Meisterkurse unter anderem bei Brian Ferneyhough, Mark Andre, Beat Furrer, Rebecca Saunders, Pierluigi Billone und Fabien Panisello. Seine Werke wurden von führenden Ensembles aus dem Bereich der Neuen Musik aufgeführt, unter ihnen das Münchener Kammerorchester, die Tokyo Sinfonietta, Tongyeong Music Festival Orchestra (Südkorea), Ensemble Phoenix Basel, Ensemble Moto Perpetuo (New York), Ensemble Proton (Bern), Ensemble Zafraan (Berlin), Meitar Ensemble (Israel) und Solisten von den Ensembles Recherche und Ictus. Klartag erhielt für zahlreiche Kompositionen Auszeichnungen, darunter den 31. Irino Prize (Japan), den 1. Platz des "1st Ireneu Segarra International Composition Competition" (Spanien), den 2. Platz des "7ème Concours Dutilleux" (Frankreich) und den Publikumspreis des "Isang Yun Kompositionswettbewerb" (Südkorea).

Ricardo Eizirik

Ricardo Eizirik, geboren 1985 in Brasilien, ist ein schwedisch-brasilianischer Komponist. Er studierte Musik und Komposition bei Antonio C. B. Cunha an der Bundesuniversität von Rio Grande do Sul in Brasilien, Komposition bei Isabel Mundry und Transdiziplinarität an der Zürcher Hochschule der Künste. Derzeit promoviert er an der Kunstuniversität Graz und der Zürcher Hochschule der Künste.

Eizirik hat an mehreren Workshops und Meisterkursen mit Komponisten, Musikern und Künstlern wie Helmut Lachenmann, Klaus Lang, Manos Tsangaris, George Aperghis, Peter Ablinger, Simon Steen-Andersen, Dmitri Kourliandski und Beat Furrer teilgenommen und mit Musikern und Ensembles wie dem Ensemble Recherche, dem Collegium Novum Zürich, den Neuen Vocalsolisten Stuttgart und dem Ensemble Modern gearbeitet. 2009 und 2010 war Ricardo Produktionsdirektor des Festivals Contemporâneo-RS. Seit 2012 ist er Mitglied von "soyuz21", einem Ensemble, das zeitgenössisches Musikschaffen mit anderen Kunstsparten und neuen Kunsträumen vernetzt. Seit 2013 leitet Eizirik die am Institute for Computer Music and Sound Technology der Zürcher Hochschule der Künste gegründete Konzertreihe "Generator". 2014 gründete er zusammen mit Michelle Ziegler die Konzertreihe für aktuelle Musik "Kompakt am Montag" in Zürich. Neben seiner musikalischen Arbeit hat er mit verschiedenen Künstlern und Komponisten bei der Erstellung von Installationen, Performances und "site-specific"-Aktionen mitgearbeitet.

Mitglied der Jury waren Björn Gottstein (Vertreter des Südwestrundfunks), Prof. Martin Schüttler (Vertreter der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart), Prof. Dr. Angela Ina De Benedictis (Musikwissenschaftlerin), Prof. Frédéric Durieux (Komponist), Dr. Michael Kunkel (Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Hochschule für Musik Basel), Prof. Younghi Pagh-Paan (Komponistin) sowie Prof. Mike Svoboda (Komponist und Posaunist). Den Vorsitz hatte die Leiterin des Kulturamts, Dr. Birgit Schneider-Bönninger.

Weitere Informationen unter www.stuttgart.de/kompositionspreis und auf den Homepages der Preisträger www.yairklartag.com sowie www.ricardoeizirik.com