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Flüchtlinge: Stadt möchte in fünf Bezirken weitere 800 Plätze schaffen

07.04.2016 Aktuelles
Die Stadtverwaltung plant, weitere 796 Plätze zur Unterbringung von Flüchtlingen zu schaffen. Die Plätze sollen in Hedelfingen, Plieningen, Degerloch, Mühlhausen und Zuffenhausen entstehen. Insgesamt würde die Stadt für die neuen Plätze rund 18,5 Millionen Euro investieren.

Die Verwaltung hat dem Gemeinderat am Donnerstag, 7. April, ihre Pläne übermittelt. Der Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen wird sich am 8. April erstmals mit dem Thema befassen. Nach Diskussion in den Bezirksbeiräten ist die Abstimmung in der Vollversammlung für den 12. Mai vorgesehen.

Neue Systembauten und Erweiterungen

Eine neue Unterkunft mit zwei Systembauten für 156 Plätze ist in Hedelfingen in der Amstetter Straße geplant. Im Stamitzweg in Mühlhausen/Freiberg soll ein weiterer Standort mit zwei Gebäuden für 156 Plätze realisiert werden. Dadurch kann auf die ursprünglich vorgesehenen Erweiterungspläne für den Standort Hofen/ Wagrainstraße verzichtet werden.

Unterkünfte in Plieningen und in Degerloch sollen erweitert werden. Weitere 93 Plätze sind jeweils für die Leypoldtstraße bzw. die Helene-Pfleiderer-Straße vorgesehen.

Systembauten sind für Nutzung von fünf Jahren vorgesehen

In Zuffenhausen sollen insgesamt 298 Plätze entstehen. Die Stadt plant nicht mehr, eine neue Unterkunft auf der Schlotwiese zu errichten. Stattdessen soll in der Frankenstraße zwei Systembauten mit 156 Plätzen und in der Gottfried-Keller-Straße ein verkürzter Systembau mit 70 Plätzen entstehen. Bis Ende 2017 soll das Waldheim Schlotwiese angemietet werden. Das Waldheim soll in den Sommerferien jedoch wie gewohnt zur Stadtranderholung von Kindern und Jugendlichen genutzt werden. Nach Absprache mit dem Bezirksbeirat und Einwohnern hat die Stadtverwaltung insgesamt 30 Standortalternativen geprüft.

Die neuen Systembauten sind wie bisher für eine Nutzung von fünf Jahren vorgesehen und die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) wird sie errichten.

Verwaltung rechnet mit 600 Flüchtlingen pro Monat

Die Verwaltung rechnet damit, dass im Schnitt rund 600 Flüchtlinge im Monat zugewiesen werden. Daher benötigt die Stadt bis Ende des Jahres insgesamt rund 2.200 Plätze. Diese Berechnung basiert auf der Zahl der Abgänge, der Inbetriebnahme von beschlossenen Systembaustandorten sowie dem Wegfall von Interimsnutzungen. In den fünf Turnhallen befinden sich rund 700 Unterkunftsplätze; diese sollen - sofern es die Zuweisungszahlen und die verfügbaren Unterkunftsplätze zulassen - möglichst im Laufe des Jahres aufgegeben werden.

Jeder Dritte Flüchtling in Stuttgart stammt aus Syrien

Berücksichtigt man die nun vorgeschlagenen Plätze und die weiteren Unterkünfte, die bezogen werden, so bleibt bis Ende 2016 immer noch eine Lücke von 300 Plätzen. Daher prüft die Verwaltung weitere Gebäude auf ihre nutzungsspezifische Eignung, die zeitliche Verfügbarkeit und die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit. Beispiele sind die ehemalige Hauswirtschaftliche Schule in der Hackstraße und die ehemaligen Fernsehstudios neben der Villa Berg. Beide Gebäude befinden sich in Stuttgart-Ost.

Nationalitäten Flüchtlinge September 2015Vergrößern

In Stuttgart leben aktuell 8.633 Flüchtlinge. Rund jeder Dritte stammt aus Syrien, jeweils 15 Prozent sind aus dem Irak bzw. aus Afghanistan. Die Menschen leben in 119 Unterkünften/Wohnungen in 22 Stadtbezirken.