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Eichenprozessionsspinner wird bekämpft

13.04.2016 Umwelt
Gegen Ende des Monats April wird das Garten-, Friedhofs- und Forstamt wieder gegen den Eichenprozessionsspinner vorgehen. Dies ist nötig, weil viele Menschen auf die Haare der Raupen allergisch reagieren.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Wärme liebendes Insekt und legt im Spätsommer als kleiner, unauffällig-grauer Falter winzige Eier auf den Zweigen von Eichen ab. Aus diesen Eiern schlüpfen Ende April bis Anfang Mai des folgenden Jahres Jungraupen, die sich von den frisch ausgetriebenen Eichenblättern ernähren. Bei massenhaftem Auftreten "prozessieren" die gesellig lebenden Raupen in der Regel in der Nacht in Formation über Äste und Zweige zu neuen Fraßorten. Menschen können durch allergische Reaktionen der Haut, ausgelöst durch abgestoßene Brennhaare der älteren Raupen, geschädigt werden.

Vorbeugende Spritzung erfolgreich

Seit 2009 hat das Garten-, Friedhofs- und Forstamt gute Erfolge mit der vorbeugenden Spritzung von Eichen mit Neemöl erzielt, einer für Mensch und Tier ungefährlichen biologischen Bekämpfungsmethode, die ausschließlich die Blätter und Knospen fressenden Raupen schädigt. In diesem Jahr werden rund 2300 Eichen in den von Menschen hoch frequentierten, städtischen Außenbereichen von Schulen, Schwimmbädern, Kindergärten sowie in Grün- und Sportanlagen behandelt. Die Spritzung erfolgt bei trockener und windstiller Witterung zum Zeitpunkt des Blattaustriebes zwischen Ende April bis Anfang Mai. Appliziert wird die 0,5-prozentige, wässrige Neemöllösung mit einer Sprühkanone, die auf einem Geländewagen montiert ist und die Behandlung selbst von höheren Bäumen ermöglicht. Unmittelbar danach können die Standflächen der Bäume wieder betreten werden.

Durch eine einmalige Spritzung ist es leider nicht immer möglich, alle Raupen des Eichenprozessionsspinners zu beseitigen. In diesen Fällen werden die Gespinstnester durch Absaugen mit einem Spezialstaubsauger entfernt. Da in naturnahen Gebieten wie Waldflächen, Natur- und Landschaftsschutzgebieten keine Bekämpfung erfolgt, sollten empfindliche Personen beim Betreten solcher Gebiete auf eine möglichst komplette Hautbedeckung achten und Flächen mit befallenen Eichen in den Monaten Mai und Juni möglichst meiden.

Neben dem ausschließlich auf Eichen spezialisierten Eichenprozessionsspinner gibt es noch zahlreiche andere Raupen- und Mottenarten, die im Frühjahr andere Bäume und Sträucher kahl fressen. Deren Gespinste sind oft sehr auffällig, aber für den Menschen völlig harmlos und werden deshalb nicht beseitigt.