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Tiefbauamt der Landeshauptstadt und Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Stuttgart feiern 125-Jahr-Jubiläum

13.04.2016 Verwaltung
Das Tiefbauamt der Landeshauptstadt und der Eigenbetrieb AWS Abfallwirtschaft Stuttgart werden 125 Jahre alt. Sie wurden 1891 als gemeinsames städtisches Amt gegründet.

Von Anfang an gehörten neben dem Bau und der Unterhaltung von Straßen auch deren Reinigung sowie die Beseitigung von Hausabfällen zu den Aufgaben. Seit der Gründung hat sich viel getan. Straßen, Tunnel, Brücken, Beleuchtung, Kanalisation, die Leerung von bis zu 25 000 Abfall- und Wertstoffbehältern jeden Tag sowie die Reinigung und Räumung vieler Kilometer Straßen und Wege - das Tiefbauamt und der Eigenbetrieb AWS tragen einen großen Teil zu einem funktionierenden Stadtleben in Stuttgart bei.

Ausstellung, Tunnelführungen und Leistungsschau

Das Jubiläum wird in den kommenden Monaten mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert. Bis zum 22. April gibt eine Ausstellung im dritten Obergeschoss des Rathauses Einblicke in den modernen Arbeitsalltag und in aktuelle Projekte der beiden Jubilare. Historische Exponate und Bilder nehmen die Besucher mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Am Samstag, 4. Juni, haben Interessierte die Möglichkeit, den Heslacher Tunnel zu erkunden. Um 11, 13 und 14.30 Uhr finden Führungen statt, zu denen man sich unter Telefon 216-80265 anmelden kann. Der Samstag, 25. Juni, steht dann ganz im Zeichen der Wasserentsorgung. Das Hauptklärwerk in Mühlhausen öffnet von 10.30 bis 17 Uhr seine Pforten und lädt zum Tag der offenen Tür. Am Samstag, 17. September, präsentieren sich der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft, der Eigenbetrieb Stadtentwässerung sowie die Bauabteilungen des Tiefbauamts dann mit einer Fahrzeug- und Leistungsschau auf dem Schlossplatz.

Wer sich über Geschichte und Arbeit des Tiefbauamtes informieren will, kann das online anhand einer sogenannten Storymap mit Fotos, kurzen Texten und einem Stadtplan unter http://tiefbauamtmap.stuttgart.de tun, ebenso unter www.stuttgart.de/125-jahre-tiefbauamt.
Informationen zum Jubiläum des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft AWS gibt es unter www.stuttgart.de/125-jahre-abfallwirtschaft.

125 Jahre Tiefbauamt - Lebensräume gestalten

Der Gründung des Tiefbauamts 1891 folgten spannende Jahre. Stuttgart stand damals vor der Herausforderung, eine schnell wachsende Bevölkerung bei zunehmender Industrialisierung zu versorgen. Infrastruktur, also neue Verkehrswege, Kanäle und Wohnflächen mussten her. Mit dem Bau des 1896 eingeweihten Schwabtunnels gelang das Meisterstück, die westlichen und südlichen Stadtteile zu verbinden. Zudem war der Tunnel damals der größte Straßentunnel Europas. Was die Wohnflächen anging, haderten die Planer mit der Kessellage der Stadt. Pläne für die Bebauung der Hanglagen wurden im Gemeinderat heiß diskutiert. Das Tiefbauamt war aber auch für die Aufsicht über die Straßenbahnen zuständig und kümmerte sich um das städtische Beleuchtungswesen und die Einführung der Elektrizität.

Die Aufgabenfelder betreffen bis heute annähernd jeden Bereich des öffentlichen Lebens: Straßen und weitere Verkehrswege werden gebaut oder saniert, Tunnel und Brücken überwacht und gewartet. Die Beleuchtung und ebenso die Kanalisation müssen unterhalten werden. Bachläufe pflegen, Parkuhren und Rolltreppen reparieren sowie Stäffele und Brunnen instand halten gehört wie die ständige Weiterentwicklung der Klärwerke ebenfalls dazu. Anhand von Ampelschaltungen und Informationstafeln wirken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tiefbauamts zudem direkt auf den Verkehr ein. Die Liste macht deutlich: Die Arbeit der aktuell
840 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat eine immense Bedeutung für die Landeshauptstadt.

Der Blick zurück zeigt, dass sich die Schwerpunkte über die Jahre verändert haben. Hatte die Verbreitung des Automobils Mitte des 20. Jahrhunderts den Bau neuer Straßen vorangetrieben, zielen die Stuttgarter Stadtplaner heute auf den Rückbau der Verkehrsschneisen. Plätze und Wege in der Stadt stehen unter dem Zeichen der Aufenthaltsqualität. Der Radverkehr ist in den vergangenen Jahren zum wichtigen Thema geworden. Auch bei Bauwerken wie Brücken und Brunnen fand ein Wandel im Denken statt, nach welchem heute Ästhetik und Lebensqualität der Funktionalität gleichgestellt, wenn nicht sogar übergeordnet sind.

Aus den Planungen sind Themen wie Barrierefreiheit, Verkehrssteuerung und Bürgerbeteiligung nicht mehr wegzudenken. Und bei der Stadtentwässerung, die seit 1995 im Eigenbetrieb SES geregelt wird, stehen die Belange des Gewässer- und Umweltschutzes im Spannungsfeld mit dem öffentlichen Bedürfnis nach hoher Wasserqualität und stabilen Gebühren. Wie sich das Stadtleben in Zukunft weiterentwickelt, bleibt spannend. Das Tiefbauamt ist auf jeden Fall gut gerüstet.

125 Jahre Eigenbetrieb AWS - kompetent, zuverlässig, umweltbewusst

Gerade in Städten ist die Beseitigung von Abfällen ein immer aktuelles Thema. Ende des 19. Jahrhunderts begann Stuttgart, Müll koordiniert zu beseitigen. Daraus resultierte die Gründung eines "städtischen Reinigungsamts", das am 1. April 1891 mit 72 Mitarbeitern seine Dienste antrat. Schon damals gab es übrigens die Kehrwoche, allerdings als "Kehrtag". 1893 wurden die ersten Müllgebühren eingeführt, was große Entrüstung entfachte.

Die Kuttereimer wurden lange mit Pferdegespannen abgeholt, wobei der Müll ab 1903 auf der ersten Deponie Stuttgarts im Erbachtal landete. Die ersten Müllautos kamen 1924 zum Einsatz. Sie mussten besonders beweglich sein, um in den engen Gassen Stuttgarts rangieren zu können. Eine weitere Aufgabe von Anfang an war der Winterdienst. Bis zu 700 Leute wurden zum Schneeräumen eingesetzt.

Heute zählen zum Alltag der 720 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Abfallentsorgung, die Straßenreinigung, der Winterdienst, die Instandhaltung des städtischen Fuhrparks, der Kundenservice und die Verwaltung des AWS. Rund 120 000 Tonnen Haus- und Gewerbeabfall werden im Jahr eingesammelt, geleert aus 25 000 Wertstofftonnen. Zum Inhalt der 4800 Papierkörbe im Stadtgebiet kommen jährlich 6000 Tonnen Straßenkehricht und bis zu 1500 Tonnen Laub.

Der Eigenbetrieb AWS steht immer wieder vor neuen Herausforderungen. So hat beispielsweise das Abfallrecht in den letzten 40 Jahren einen starken Wandel vollzogen. Stand am Anfang die gefahrlose Beseitigung von Abfällen im Vordergrund, gewinnen Klimaschutz und Ressourcenschonung immer mehr an Bedeutung. Unter dem Motto "Bioabfall nicht einfach verschwenden" wird etwa der Biomüll künftig energetisch verwertet.

Auch die Umstellung auf einen umweltschonenden Fuhrpark ist im Gange. Seit 2013 wird zudem mit einem Aktionsprogramm gegen die achtlose Verschmutzung, genannt "Littering", vorgegangen. Nicht zuletzt setzt sich der Eigenbetrieb dafür ein, dass Kinder und Jugendliche ein Bewusstsein für den richtigen Umgang mit Müll und Wertstoffen entwickeln. Schülerbesuche und regelmäßige Informationsveranstaltungen werden seit Jahren gefördert.

Dass die Abfallwirtschaft gute Arbeit leistet, wird jedes Jahr anhand von Zertifizierungen, aber auch von Rückmeldungen der Stuttgarter Bürger deutlich. Diesen hohen Standard will der Eigenbetrieb auch in Zukunft beibehalten. Damit Stuttgart sauber bleibt.