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Europäische Impfwoche schließt Impflücken

21.04.2016 Gesundheit
Die 11. Europäische Impfwoche von Sonntag 24., bis Samstag, 30. April, unter dem Motto "Impflücken schließen" will ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Impfung eines jeden Menschen entscheidend für die Verhütung von Infektionskrankheiten und den Schutz von Menschenleben ist.

Dank ihrer leistungsfähigen Impfprogramme sind die 53 Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation WHO in der Europäischen Region dem Ziel einer Eliminierung von Masern und Röteln näher denn je.

Fehlende Impfungen durchführen

Doch trotz der überragenden Fortschritte bei der Verwirklichung dieses Ziels gilt es, die noch bestehenden Impflücken zu schließen und künftige Ausbrüche der Krankheiten zu verhindern. Deshalb rät Dr. Dr. Hans-Otto Tropp, der Leiter des Gesundheitsamtes der Landeshauptstadt: "Gehen Sie zu Ihrem Arzt, nehmen Sie Ihr Impfbuch mit und lassen Sie fehlende Impfungen durchführen!"

Masern und Röteln

Masern sind hoch ansteckend und können lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen auslösen - aber sie lassen sich ausrotten. Dafür müssten mehr als 95 Prozent der Menschen gegen Masern immun sein. Zwei Masernimpfungen bewirken das.

Auch Röteln würden so verschwinden. Amerika und auch europäische Länder haben das schon geschafft, Deutschland noch nicht, jedoch sind immer mehr Kinder gegen Masern geimpft. So werden im Herbst 2016 19 von 20 Schulanfängern wenigstens einmal gegen Masern geimpft sein.

Impfschutz überprüfen lassen

In der Stadt Stuttgart sind 94,4 Prozent der 4- bis 5-Jährigen einmal und 87,7 Prozent zweimal geimpft. Viele Jugendliche und junge Erwachsene wurden als Kinder gar nicht oder nur einmal gegen Masern geimpft. Die Folge: Im Jahr 2015 war fast die Hälfte der Masernkranken älter als 15 Jahre.

Impftipp: Wer nach 1970 geboren ist, lässt seinen Impfschutz vom Arzt überprüfen. Und bringt seine Kinder gleich mit.

Influenza (Grippe)

In Baden-Württemberg kann sich jeder Versicherte gegen Grippe impfen lassen, unabhängig vom Alter. Personen mit Grunderkrankungen, allen Menschen über 60 Jahren und schwangeren Frauen wird eine Impfung besonders empfohlen.

Gemeint sind alle gesunden Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel und Schwangere mit einer chronischen Grundkrankheit bereits ab dem 1. Schwangerschaftsdrittel, denn gerade Schwangere weisen ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe auf.

Vergleichsweise wenig Impfungen in Baden-Württemberg

Zuletzt haben weniger Personen über 60 die jährliche Influenza-Impfung erhalten, so die Kassenärztlichen Vereinigungen. Wurden in der Influenzasaison 2010/2011 noch 29,8 Prozent der Personen über 60 Jahren gegen Influenza geimpft, waren es in der Saison 2014/15 gerade 21,1 Prozent.

Damit liegt Baden-Württemberg bundesweit an letzter Stelle. Zum Vergleich: in Sachsen-Anhalt waren in der Saison 2014/2015 immerhin 56,7 Prozent aller Personen über 60 Jahren gegen Influenza geimpft.

Impfaktionen in Flüchtlingsunterkünften

Das Gesundheitsamt Stuttgart hat im Januar dieses Jahres Impfaktionen in Flüchtlingsunterkünften gestartet. Vorwiegend wird eine Grundimmunisierung der Standardimpfungen vorgenommen, aber gleichzeitig wurde auch gegen Grippe geimpft. Dieses Angebot wird von den Flüchtlingen sehr gut angenommen.

Impftipp: Der Impfstoff mit Anpassung an die im Winter 2016/17 erwarteten Influenzaviren wird nach den Sommerferien verfügbar sein.