Presse
  •  

Großes Interesse an Villa Berg und Planetarium

25.04.2016 Kultur
Die Villa Berg und das Planetarium zogen am Wochenende tausende Besucher an. Beide feierten "Wiedereröffnung": Die Villa Berg war nach neun Jahren erstmals wieder öffentlich zugänglich und das Planetarium wurde rund ein Jahr modernisiert und saniert.

Rund 6100 Besucher kamen zum Tag der Offenen Tür zur Villa Berg. Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte anschließend: "Das zeigt, wie groß das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an diesem außergewöhnlichen Gebäude ist und lässt auf eine rege Beteiligung hoffen, wenn es darum geht, die Villa und den Park mit Leben zu erfüllen." Beobachter sprechen von einer "Aufbruchstimmung", da bei der Veranstaltung angeregt und anregend über mögliche Nutzungen diskutiert wurde.

OB Kuhn öffnete um kurz nach 11 Uhr die Tür zur Villa. Er sagte zur Begrüßung: "Es wird so viel über die Villa Berg geschrieben und gesprochen, jetzt sind wir einfach heiß darauf, die Villa endlich zu zeigen. Es geht mir um zwei Aspekte: Um die künftige Nutzung des Gebäudes und um die Wiederherstellung des Parks, wie er einmal war." Kuhn bekräftigte: "Ich sehe die Zukunft der Villa Berg in einer kulturellen und nicht in einer kommerziellen Nutzung."

Unter dem Motto: "Die Villa, der Park und ein Traum - wir öffnen die Villa Berg" konnten die Besucher an Rundgängen durch die Villa teilnehmen und den Sendesaal sowie das Obergeschoss der Villa besichtigen. Vor der Villa wurde ein Film des Architekten Heiko Stachel gezeigt, der virtuell durch die gesamte Villa führt. Zudem informierten Themeninseln im Park über die Geschichte des historischen Gebäudes. Initiativen wie "Occupy Villa Berg" oder der Verein Muse-O zeigten ihre Visionen für die Zukunft der Villa Berg.

Kultur und Kulinarisches im Park

Verschiedene Initiativen aus dem Stadtteil und der ganzen Stadt sorgten trotz regnerischen Wetters für ein unterhaltsames Programm. Die Großpuppe DUNDU begrüßte die Gäste und "Gospel im Osten" sorgte für den musikalischen Auftakt auf der Treppe der Villa Berg. Poetry Slammer Nikita Gorbunov führte nach der Begrüßung durch OB Kuhn durch das abwechslungsreiche Kulturprogramm mit dem Ateliertheater, der Singer und Songwriterin "Marie Louise" und der Band "Bilingüe".

Kinder konnten sich bei verschiedenen Aktivitäten im Park austoben. Für das leibliche Wohl sorgten die Berger Bürger e.V. und der Kulturbetrieb Wagenhallen. Die Veranstaltung endete gegen 18 Uhr.
Bürgerbeteiligung soll bald starten

Erste Vorarbeiten für die Sanierung der Villa laufen bereits. So wird aktuell der Bestand untersucht. Diese Analyse umfasst die Statik, den Brandschutz, die bauliche Substanz und den technischen Ausbau, die Schadstoffbelastungen sowie Maßnahmen zur baulichen Sicherung. Dies dient als Grundlage der offenen Bürgerbeteiligung, die noch vor der Sommerpause starten soll. Dann sind die Stuttgarter gefragt, wie sie sich die zukünftige Nutzung der Villa und des Parks vorstellen. Auf dem Portal "Stuttgart - meine Stadt" werden fortlaufend Informationen und Online-Beteiligungsmodule für den offenen Beteiligungsprozess eingestellt. Diese sollen helfen, ein Nutzungskonzept für die Villa Berg zu entwickeln. Ziel ist es, dem Gemeinderat bis Weihnachten konkrete Vorschläge zu unterbreiten. Dazu wird das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung auch professionell geleitete Dialogveranstaltungen organisieren. Online können die Bürger schon jetzt auf www.stuttgart-meine-stadt.de an einer vorbereitenden Umfrage teilnehmen.

Hintergrund zur Villa Berg

Der Gemeinderat hatte im Sommer 2013 beschlossen, das historische Gebäude Villa Berg, die ehemaligen Fernsehstudios sowie die Tiefgarage zu erwerben. Im Sommer 2015 hat der Gemeinderat den Erwerb beschlossen. Der Kaufvertrag mit der Investmentfirma PDI wurde Ende 2015 unterzeichnet. Die Villa Berg soll saniert und die Fernsehstudios mittelfristig zurückgebaut werden. Mittels der gewonnenen Flächen soll dann die Parkanlage erweitert werden. Aus der Tiefgarage soll eine Quartiersgarage werden.

Planetarium begrüßt über 10.000 Besucher

Über 10.000 Besucher, die sich am Samstag und Sonntag rund 40 Shows ansahen - so lautet die Bilanz des wiedereröffneten Planetariums. OB Kuhn sagte beim offiziellen Festakt am Freitag: "Es ist ein freudiger Tag, denn Stuttgart hat sein Tor zum Universum wieder."

Der Direktor des Planetariums Dr. Uwe Lemmer kommentierte das Eröffnungswochenende mit den Worten: "Das war ein gelungener Start, bei denen wir den Besuchern einen Einblick in die neuen Möglichkeiten des Planetariums geben konnten. Wir sind erschöpft, aber glücklich. Und wir freuen uns, jetzt wieder regulär den Besuchern die neuen Darstellungsmöglichkeiten zu zeigen."

Nach einem Jahr Schließzeit ist das Planetarium technisch wieder auf internationalem Stand. Schnelle Speicher und neue Rechner sorgen für ein einzigartiges Erlebnis auf der dreizehn Meter hohen Kuppel-Leinwand. Neues Herzstück ist die digitale Projektionsanlage, dessen Steuerpult fast so groß ist wie die Kapitänsbrücke auf einem Schiff. Neun digitale Projektoren machen es möglich, komplexe Wissenschaft völlig neu zu vermitteln. Abstrakte Vorgänge lassen sich so anschaulich und hautnah darstellen. Die Stadt hat dafür 5,2 Millionen Euro investiert.

Kostenloses Pendelangebot nutzten 2500 Bürger

Rund 2500 Besucher nutzen das Angebot der SSB und pendelten kostenlos zwischen der Villa Berg und dem wiedereröffneten Planetarium.