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Positive Bilanz: Der Aufwärtstrend im Verbraucherschutz hält an

27.04.2016 Aktuelles
Der Leiter der Dienststelle für Lebensmittelüberwachung, Verbraucherschutz und Veterinärwesen beim Amt für Öffentliche Ordnung, Dr. Thomas Stegmanns, hat am Mittwoch, 27. April, den Jahresbericht 2015 der Dienststelle vorgestellt. Das Fazit: Es wurden deutlich mehr Lebensmittel-Betriebe kontrolliert als im Vorjahr.

Damit setzt sich der Aufwärtstrend fort, der sich bereits 2013 und 2014 abgezeichnet hat. Neben der verbesserten Kontrollquote, die mit 48,5 Prozent um 5,5 Prozentpunkte über der des Vorjahres lag, erhöhte sich auch die Beanstandungsquote. Diese lag 2015 bei 57,6 Prozent, also 7,1 Prozentpunkte über der des Vorjahres.

Dr. Martin Schairer: Entdeckungsrisiko wird erhöht

"Je mehr Kontrollen durchgeführt werden, desto mehr Verstöße werden dann auch festgestellt. Dies dient in hohem Maße dem Verbraucherschutz, weil damit das Entdeckungsrisiko erhöht wird", so der Bürgermeister für Recht, Sicherheit und Ordnung, Dr. Martin Schairer.

Mehr Berufserfahrung und Routine

Bei den Betriebskontrollen kam es in 142 Fällen zu Schließungen von Betrieben oder Betriebsteilen - 13,6 Prozent mehr als im Vorjahr. "Dies ist vor allem der gestiegenen Berufserfahrung und Routine unserer Lebensmittelkontrolleure zu verdanken. Seit Anfang 2015 verstärken die auf unserer Dienststelle ausgebildeten Kontrolleure unser Team, das macht sich auch in den Zahlen bemerkbar", berichtete Stegmanns.

Anfang letzten Jahres waren alle 20 Stellen für Lebensmittelkontrolleure besetzt. Bürgermeister Schairer kommentierte, dass dank der Landesunterstützung 2015 drei zusätzliche Stellen geschaffen werden konnten. Die insgesamt fünf verfügbaren freien Stellen mussten ab Januar 2016 mit Auszubildenden besetzt werden, da bundesweit auf dem Arbeitsmarkt immer noch ein Mangel an Lebensmittelkontrolleuren besteht.

Auch bei der Zahl der genommenen Proben wurde für den Berichtszeitraum eine Steigerung konstatiert. Die Beanstandungsquote der Proben hat sich von 14,4 im Vorjahr auf 15,5 Prozent leicht erhöht, liegt aber immer noch einen Prozentpunkt unter dem Jahresmittel der letzten zehn Jahre.

Kirchentag bei sommerlichen Temperaturen

Eine besondere Herausforderung unter den Großveranstaltungen war der 35. Evangelische Kirchentag Anfang Juni 2015. Allein zum "Abend der Begegnung" kamen 250 000 Menschen. Im Vorfeld schulten Mitarbeiter der Dienststelle die zahlreichen ehrenamtlichen Standbetreiber.

An den Veranstaltungstagen wurden insgesamt 180 000 Speisen abgegeben. Bei den sommerlichen Temperaturen blieben Fehler nicht aus und so mussten über die fünf Veranstaltungstage rund 3000 Speisen aus dem Verkehr gezogen werden, vor allem wegen zu hoher Lagertemperaturen.

Sachverständige in Tierschutzfragen

Die Amtstierärzte werden vom Amt für Öffentliche Ordnung in zahlreichen Fällen als Sachverständige in Tierschutzfragen hinzugezogen. Schlagzeilen machte 2015 etwa eine Aktion, bei der über 100 verwahrloste und zum Teil verletzte Kaninchen aus einer Wohnung geholt wurden - ein besonders schwerer Fall von "Animal Hoarding".

Auch bei den Wesenstests der so genannten "Kampfhunde" sind Amtstierärzte als Sachverständige beteiligt, ebenso bei Prüfungen im Rahmen der Erteilung tierschutzrechtlicher Erlaubnisse.

Ausblick

Auch 2016 gibt es zahlreiche Großveranstaltungen, wie das Chorfestival, die Veranstaltungen auf dem Cannstatter Wasen oder in der Stuttgarter Innenstadt, in deren Rahmen die Lebensmittelüberwachung weit über das Tagesgeschäft hinaus im Einsatz sein wird.

Weitere zusätzliche Aufgaben erwachsen durch den Zustrom von Flüchtlingen in der Schulung des Personals für die Essensausgabestellen in den Flüchtlingsunterkünften und in der Folge durch die dort durchzuführenden Kontrollen.