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Energiebilanz 2014: Verbrauch der Landeshauptstadt sinkt um zwei Prozent

12.05.2016 Aktuelles
Stuttgart soll sich zu einer Vorzeigestadt der Energiewende entwickeln. Das ist ein Grundsatz des Energiekonzepts von Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Das Amt für Umweltschutz hat jetzt die Energiebilanz des Jahres 2014 vorgestellt. Gegenüber 2013 ist der Energieverbrauch der Landeshauptstadt um zwei Prozent gesunken.

Ziel der Stadtverwaltung ist es, den Energieverbrauch bis 2020 im Vergleich zum Referenzjahr 1990 um insgesamt 20 Prozent zu senken. Stand 2014 wurde bereits eine Einsparung von 16 Prozent erreicht. Gleichzeitig soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch bis zum Jahr 2020 ebenfalls auf 20 Prozent ausgebaut werden. 2014 wurde der Anteil gegenüber 2013 um 1,9 Prozent auf insgesamt 12 Prozent erhöht.

Mehr Bürgerinnen und Bürger einbinden

Für 2016 sind zahlreiche Maßnahmen geplant, mit denen die Stadtverwaltung den Energieverbrauch weiter reduzieren will. Die Aktivitäten konzentrieren sich auf die drei Bereiche Gebäude, Bürger und Wohnen. Über Förderprogramme sollen die Bürgerinnen und Bürger eingebunden und zum Mitmachen bewegt werden. Bereits im März tauschten die Stuttgarterinnen und Stuttgarter rund 200 Glühlampen gegen effiziente LED-Lampen. Diese haben einen um über 80 Prozent reduzierten Stromverbrauch. Im Herbst sollen rund 400 Haushalte von Energieberatern besucht und zu Sanierungsmaßnahmen beraten werden.

Bereits 2015 wurde in Degerloch ein Arbeitskreis zur Energiewende gegründet. Er soll untersuchen, wie die Umsetzung der Energiewende auf Stadtteilebene funktionieren kann. Auch der diesjährige Umweltpreis steht im Zeichen der Energiewende: Bürger, Schulen und Industrie können hier eigene Ideen zur Energiewende einbringen. Die prämierten Projekte und Maßnahmen sind anschließend einen Monat lang im Stuttgarter Rathaus zu sehen.

Die Arbeitsgruppe Industrie wird 2016 fortgesetzt. Dort treffen sich Vertreter aus Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungssektor zum Erfahrungsaustausch. Darüber hinaus soll das erfolgreiche Netzwerk ECOfit fortgeführt und durch das Netzwerk "Stuttgarter Unternehmen für die lokale Energiewende" ergänzt werden.

Stadtwerke spielen wichtige Rolle  

Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Energiewende spielen auch die Stadtwerke. Sie sollen zahlreiche Haushalte und gewerbliche Verbraucher mit erneuerbarer Energie versorgen. Darüber hinaus beraten sie Stuttgarter Unternehmen bei Fragen zur Energieeffizienz. Auch der Energiekonzern EnBW Energie Baden-Württemberg AG ist ein wichtiger Akteur, der mit seinen Kraftwerken großen Einfluss auf die Energieversorgung in Stuttgart hat.

Die Einsparungsziele für 2020 sind ein Etappenziel des Energiekonzepts, das die Vision einer klimaneutralen Landeshauptstadt im Jahr 2050 aufzeigt. Durch einen stark reduzierten Energieverbrauch, ein hohes Maß an Energieeffizienz und einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien soll sich Stuttgart zu einer Stadt der nachhaltigen Energienutzung entwickeln. Schon jetzt wird in den städtischen Liegenschaften immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt. Aktuell aus über 70 Anlagen, darunter Photovoltaikanlagen, Klärgas-Blockheizkraftwerken oder Wärmepumpen. Die Stadtverwaltung bezieht bereits seit 2012 ihre Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen.