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Sehbehindertentag 2016: Stufen am Kunstmuseum markiert

06.06.2016 Soziales
Mehr als 2.800 Stuttgarterinnen und Stuttgarter sind blind oder sehbehindert. Zum Sehbehindertentag 2016 hat die Stadt am Montag, 6. Juni, die Stufenkannten der Treppe am Kunstmuseum mit weißer Farbe markiert. So soll die Sichtbarkeit der Stufen dauerhaft verbessert und damit Unfällen vorgebeugt werden.

Die Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit, Isabel Fezer, sagte: "Es ist mir ein Anliegen, auf die Lebenssituation von Menschen mit Sehbehinderung und blinden Menschen hinzuweisen. Mit dem Sehbehindertentag und der Aktion der Stufenmarkierung am Kunstmuseum wird ein Zeichen gesetzt, um auf die Bedürfnisse dieser Menschen aufmerksam zu machen."

Treppen bergen große Unfallgefahr

Der Sehbehindertentag 2016 stand im Zeichen des Themas Kontraste. Gerade für Menschen mit Seheinschränkungen sind Treppen eine große Unfallgefahr. Sie können die Stufenkanten nur schlecht sehen, weil sie oft den gleichen Farbton haben wie der Rest der Treppe. Die jetzt am Kunstmuseum weiß markierten Treppenstufen heben sich dagegen deutlich von den dunklen Natursteinplatten ab. So können sich auch sehbehinderte Personen an den Stufen orientieren und die Treppe leichter passieren.

Bundesweit mehr als 1.000 tödliche Stürze jährlich

Der städtische Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung, Walter Tattermusch, lobte die Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg und betonte : "Der diesjährige Sehbehindertentag hat das Schwerpunktthema "Stufenkantenmarkierung", da Treppen insgesamt eine große Unfallgefahr darstellen. Täglich kommt es zu unzähligen Stürzen auf Treppen und laut statistischem Bundesamt enden jedes Jahr mehr als 1.000 davon tödlich. Ich unterstütze daher gern den Blinden-und Sehbehindertenverband, der seit 1998 mit dem Sehbehindertentag bundesweit auf die Situation sehbehinderter Menschen aufmerksam macht."

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es mehr als eine Millionen sehbehinderte Menschen in Deutschland.