Presse
  •  

Mehr und besserer Nahverkehr für Stuttgart: SSB stellt erweitertes Angebot vor

29.06.2016 Verkehr/Mobilität
Über 600.000 Menschen nutzen alltäglich den Öffentlichen Nahverkehr in Stuttgart. Und die Fahrgastzahlen bei Stadtbahn und Bus steigen weiter. Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) baut daher ihr Angebot weiter aus. Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Aufsichtsratsvorsitzender der SSB, hat mit Wolfgang Arnold, Sprecher des Vorstands, und Stefanie Haaks, Kaufmännische Vorständin, am Mittwoch, 29. Juni, die konkreten Vorhaben gebündelt vorgestellt.

Zum Ziel "Netz 2020" gehören Maßnahmen, die bereits im Bau sind oder dafür planungsrechtlich vorbereitet werden. Dazu gehört die U12, die im Spätsommer kommenden Jahres bis nach Remseck geführt wird, wenn die neuen Strecken im Europaviertel sowie zwischen Hallschlag und Aubrücke fertig sind. Die dann 80 Meter langen Stadtbahnzügen der U12 werden die U14 entlasten, die folglich in Bad Cannstatt und in der Innenstadt wieder mehr Kapazität hat.

Für Entlastung sorgen

Auf der Linie U8 fahren seit Mai 2016 bereits zwei zusätzliche Züge in der Hauptverkehrszeit. Die Linie U13 zwischen Giebel und Hedelfingen wird in der Hauptverkehrszeit ab Oktober 2016 in den Spitzenzeiten, auch am Nachmittag, alle 7,5-Minuten fahren. Die Linie U2 soll ebenfalls ab Mitte Oktober entlastet werden durch den Einsatz der neuen Linie U19 zwischen Neugereut und Neckarpark. Diese Linie soll zwischen 6 und 20 Uhr im 10-Minuten-Takt fahren. Zwischen Fellbach und Giebel soll ab 2019 die neue Linie U16 zu den Hauptverkehrszeiten alle zehn Minuten fahren, um so die Linien U1, U6 und U13 zu entlasten.

Ende 2018 soll die U5 von Leinfelden/Bahnhof zur Markomannenstraße verlängert werden. Zum Jahresfahrplan 2020 soll nach Plänen der SSB die U6 bis zur Messe/Flughafen fahren. Um für die künftige Angebotssituation gewappnet zu sein, sollen zu den derzeit 184 Stadtbahnen ab Dezember 2016 weitere 20 hinzukommen. Die SSB prüfen auch die mögliche Konzeptionierung eines Busshuttles zwischen dem Cannstatter Wasen und der Innenstadt, der ab 2018 zum Beispiel bei einem Feinstaub-Alarm Autofahrer vom Parkplatz am Wasen ins Zentrum bringen könnte.

OB Kuhn sagte zu den Plänen: "Wir bauen den ÖPNV in Stuttgart systematisch aus. Es wird einfacher, noch mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen, wenn wir ein gutes Angebot mit guten Takten haben." Der OB setzt darauf, die Linien in den Hauptverkehrszeiten zu entlasten. "Deswegen ist mir wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger gerade auch nach 9 Uhr Busse und Bahnen mit dem Umweltticket nutzen."

Aus diesem Grund plädiert auch der Aufsichtsrat der SSB dafür, das Umweltticket bei der Preisgestaltung im VVS von der Erhöhung ab 1. Januar 2017 auszunehmen. Der OB weiter: "Die Tarifanpassung ist mit durchschnittlich 1,9 Prozent maßvoll. Die Kosten für den ÖPNV sind bei der SSB im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent gestiegen und auch die genannten Verbesserungen müssen kompensiert werden." Für Kuhn besonders wichtig: die Einführung des Ausbildungs-Abos als vorweggenommene Tarifmaßnahme ab dem 1.September 2016. Azubis können dann für 59 Euro im Monat Busse und Bahnen im gesamten Netz des VVS nutzen. Auch dieses Ticket ist von der Tariferhöhung im Januar 2017 ausgenommen.