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Zwei Sieger beim Ideenwettbewerb Budapester Platz

06.07.2016 Stadtplanung
Gleich zwei erste Plätze hat das Preisgericht beim Städtebaulichen Ideenwettbewerb Budapester Platz und Friedhofstraße vergeben. Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, hat die Ergebnisse des Verfahrens, das für insgesamt 30 Teilnehmer ausgelobt worden war, vorgestellt.

Unter dem Vorsitz von Professor Hellmut Raff hat die Jury am 4. Juli die folgenden beiden Sieger einstimmig ausgewählt: LIMA Architekten Lisa Bogner und Tobias Manzke in Arbeitsgemeinschaft mit den Landschaftsarchitekten silands / Gresz und Kaiser sowie Thomas Schüler, Architekten und Stadtplaner, in Arbeitsgemeinschaft mit faktorgrün, Martin Schedlbauer. Weiterhin wurden ein zweiter Platz sowie drei Anerkennungen vergeben.

Die Jury beschloss außerdem, die beiden ersten Preisträger sollten ihre Beiträge überarbeiten und dabei die Kritikpunkte der Preisrichter besonders beachten. Den Entwurf von LIMA Architekten beurteilte die Jury unter anderem so: "Durch das geschickte Verschieben zweier Baufelder entsteht ein gut proportionierter, gefasster Stadtplatz im Norden, der mit einer Fassade zur Athener Straße einen räumlichen Abschluss schafft, mit der anderen Fassade und der weiteren Platzgestaltung auf den Zugangsbereich des Schlossgartens und Rosensteinparks hinweist." Als nachteilig wird bewertet, dass sich die vorgeschlagene Platzsituation im Norden nur bei einem Abriss des dortigen Wohngebäudes aus den 1930er-Jahren realisieren ließe. Hier sei zu prüfen, ob ein Erhalt möglich sei.

Zu Thomas Schüler urteilte die Jury unter anderem: "Die Arbeit besticht durch ihre klaren stadträumlichen Bezüge und hohen freiräumlichen Qualitäten." Durch die Gegenüberstellung eines Punkthochhauses und eines Wohnblocks werde eine sich zum Platz hin öffnende Freitreppe ausgebildet, die eine attraktive städtische Bühne mit einem hohen Freiraumpotential bilde. Entlang der Hangkante schaffe der Entwurf eine hochattraktive Terrassensituation mit einem begeh- und bespielbaren Sockelbauwerk. Die Höhe und Stellung der das Quartier rahmenden Punkthochhäuser wird jedoch kritisch gesehen und bedürfe einer Überarbeitung, ebenso wie die neue, nördlich der Conradihochhäuser vorgesehene bauliche Ergänzung. Und auch die vorgeschlagene Gestaltung des Platzes mit drei Wasserflächen benötige eine weitere Konkretisierung.

Städtebaulich hochwertige Verbindung zwischen Europa- und Nordbahnhofviertel

Das Plangebiet mit einer Fläche von neun Hektar liegt am Übergang der Innenstadt zum Nordbahnhofviertel. Ziel des Wettbewerbs war es, dort eine städtebaulich hochwertige Verbindung und Verknüpfung zwischen dem Europa- und dem Nordbahnhofviertel zu schaffen. Unter Berücksichtigung des Verkehrs sollten dabei neue Stadträume und ein neues Stadtbild definiert werden. Markante Baukörper im Gebiet sind die vier Conradi- oder Eisenbahnhochhäuser aus den Jahren 1954 bis 1956. 

Die sechs mit Preisen oder Anerkennungen ausgezeichneten Wettbewerbsarbeiten können vom 7. bis 15. Juli im Stadtplanungsamt, Eberhardstraße 10, erstes Obergeschoss, werktags von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Danach werden alle 27 eingereichten Arbeiten vom 1. bis 5. August, werktags zwischen 10 bis 18 Uhr, in der Turnhalle der Pragschule, Friedhofstraße 74, in Stuttgart-Nord gezeigt.