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Arbeitsgelegenheiten sollen Integration von Flüchtlingen fördern - Die ersten 15 Plätze sind besetzt

26.07.2016 Aktuelles
8.468 Flüchtlinge leben zurzeit in Stuttgart. Die Landeshauptstadt will ihre Integration beschleunigen und schafft für sie bis Ende des Jahres insgesamt 100 Arbeitsgelegenheiten. Die ersten 15 Plätze sind bereits besetzt. Das hat der Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung und Krankenhäuser, Werner Wölfle, am Dienstag, 26. Juli, bekanntgegeben.

Bürgermeister Wölfle sagte: "Stuttgart profitiert seit Jahrzehnten von der Migration. Unsere Offenheit, unsere Toleranz sind Basis für Stuttgarts wirtschaftlichen Erfolg und seine kulturelle Vielfalt." Flüchtlingen begegne man hier auf Augenhöhe. "Stuttgart ist ein Ankunftsort auch für Menschen aus den Krisengebieten. Ich meine: Wenn wir ihnen gute Startbedingungen bieten, können sie auch ihre Arbeitskraft, ihre Idee und ihre Talente einbringen."

Integration sei keine Einbahnstraße, so Wölfle. "Wir schaffen diese Arbeitsgelegenheiten, um den Alltag der Flüchtlinge zu strukturieren, um ihnen unsere Sprache und unsere Werte zu vermitteln. Und die Stuttgarter können sich freuen über gereinigte Stäffele, ordentliche Spielplätze oder schöne Grünflächen. Dafür investieren wir gerne 1,8 Millionen Euro", so Wölfle.
 

Der Bürgermeister dankte auch den Mitarbeitern der Ämter, dass sie sich - zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben - um die Flüchtlinge kümmern. "Auch hier profitieren beide Seiten: Die Zusammenarbeit fördert das gegenseitige Verständnis und baut Vorurteile ab. Ich finde es toll, dass und wie Sie sich dieser Aufgabe stellen", so Wölfle bei der Pressekonferenz in der Stadtgärtnerei in Stuttgart-Fasanenhof.

1,05 Euro Stundenlohn plus Fahrtkosten-Erstattung

Ende Juni waren 15 Arbeitsgelegenheiten mit Flüchtlingen besetzt: Sechs leisten Reinigungsarbeiten bei der Abfallwirtschaft Stuttgart, drei übernehmen Aushilfstätigkeiten beim Bezirksamt Weilimdorf und für die zusätzliche Reinigung von Grünanlagen und Spielflächen sind beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt weitere drei im Betriebshof Nord und zwei im Betriebshof Filder tätig. Ein Flüchtling übernimmt Reinigungs- und Hilfsarbeiten in der Stadtgärtnerei des Garten-, Friedhofs- und Forstamts. Die Flüchtlinge arbeiten an vier Tagen jeweils fünf Stunden. Dafür erhalten sie 1,05 Euro die Stunde sowie die Fahrtkosten.   

Sechs Flüchtlinge sind aus Afghanistan, drei aus Pakistan, zwei aus Somalia, zwei aus dem Iran, einer aus Togo und einer aus Gambia. Ihre Arbeit steigert die Attraktivität der öffentlichen Einrichtungen und der Stuttgarter Stäffele.

Bis zu 300 Flüchtlinge im Jahr

Die Arbeitsgelegenheiten sollen mehrfach besetzt werden, sodass bis zu 300 Flüchtlinge im Jahr an dem Programm teilnehmen können. Die Besetzung der Arbeitsgelegenheiten erfolgt in Kombination mit der Vergabe eines Sprachkurses. So soll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu einem späteren Zeitpunkt der Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtert werden. Das Programm läuft dieses und nächstes Jahr. 

Zur Betreuung der Flüchtlinge hat der Gemeinderat beschlossen, bis zu fünf zusätzliche FSJ-Stellen (Freiwilliges Soziales Jahr) und bis zu 20 BFD-Stellen (Bundesfreiwilligendienst) zu schaffen. Die Ausschreibungen laufen aktuell.