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Architekt Martin Werwigk, Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Ehrenplakette, gestorben

02.09.2016 Aktuelles
Der Architekt Martin Werwigk ist am 25. August im Alter von 91 Jahren gestorben. Der Untertürkheimer war Träger des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2000) und der Ehrenplakette der Landeshauptstadt (2001).

Erster Bürgermeister Michael Föll würdigte das Wirken des Verstorbenen und sagte: "Martin Werwigk hat nicht nur in unserer Stadt einen großen Beitrag zum Gemeinwohl geleistet, sondern sein Wissen und Können auch über die Landesgrenzen hinaus dort zur Verfügung gestellt, wo es dringend gebraucht wurde."

Der Architekt Wolfgang Martin Werwigk absolvierte von 1946 bis 1949 ein Ingenieurstudium an der Bauschule Stuttgart und war danach in verschiedenen Bereichen als Architekt und Bauingenieur tätig, zuletzt als Leiter der Bau- und Liegenschaftsabteilung der Südwest-LB und als Berater des Württembergischen Sparkassen- und Giroverbandes und seiner Mitgliedssparkassen in Baufragen.

1988 trat der damals 63-Jährige in den Ruhestand. Seinen beruflichen Erfahrungsschatz stellte er in den Dienst der Allgemeinheit, indem er 1991 der Initiative "Senioren helfen Junioren Arbeitskreis e.V. Baden-Württemberg" beitrat. In zahlreichen unentgeltlichen Beratungen stand er Existenzgründern und Jungunternehmern vor allem bei Fragen von Bauinvestitionen mit Rat und Tat zur Seite.

Insbesondere in den neuen Bundesländern kam sein Fachwissen vielen jungen Selbstständigen zugute. Sein Spezialgebiet waren die Bewertung von Grundstücken und Gebäuden, Hilfe bei der Erstellung von Bauvoranfragen und Baugesuchen, Kostenschätzungen und Bauüberwachungen in Sachsen und Thüringen. Daneben hielt er Fachvorträge zu Architektur und zum Baugewerbe.


Besonders engagiert hat sich Martin Werwigk bei der Restaurierung der Kirchen in Uljanowsk an der Wolga und in der Partnerstadt Samara. Werwigk knüpfte Kontakte, erstellte Pläne und sammelte in Deutschland viele Sachspenden, wie Baugerüste und Werkzeuge, Kleidung, Lebensmittel und Saatgut.

Auch eine Orgel sowie Kirchenbänke gingen an die Wolga. Zudem wurden ältere Krankenhausbetten und Medikamente, die das Katharinenhospital nicht mehr benötigte, nach Uljanowsk transportiert. Werwigk plante dort auch ein Gemeindehaus mit Pfarrwohnung, organisierte und überwachte vor Ort die Bauausführung. In der Partnerstadt Samara nahm er sich der 100 Jahre alten Kirche Sankt Georg an, die ebenfalls von Grund auf erneuert werden musste.

Martin Werwigk war viele Jahre Mitglied des Freundes- und Förderkreises der Bar-llan-Universität in Israel. Er unterstützt regelmäßig Studenten in Form von Stipendien. Darüber hinaus war er von 1978 an Mitglied des Vereins der Freunde des Puppenspiels, wo er mit großem Engagement beim Um- und Ausbau des Theaterraumes "Kultur unterm Turm" mitgewirkt hat.

Die Trauerfeier findet am Donnerstag, 15. September, 12 Uhr auf dem Städtischen Friedhof in Berlin Lankwitz, Lange Straße, Ecke Lorenzstraße, statt.