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Durchschlagsfeier beim B10 Rosensteintunnel: Bergmännischer Vortrieb ist abgeschlossen

16.09.2016 Bauen
Ein wichtiger Meilenstein beim Straßenbauprojekt Rosensteintunnel ist geschafft: Gemäß der Bergbautradition sind die Vortriebsarbeiten am Freitag, 16. September, mit einer Durchschlagsfeier abgeschlossen worden. Als Tunnelpatinnen haben die Bundestagsabgeordnete Karin Maag und die Ehefrau des Wilhelma-Direktors, Dorothée Kölpin, auf Bagger und großem Bohrgerät symbolisch die letzten Arbeiten übernommen.

Durchschlagsfeier B10 RosensteintunnelDurchschlagsfeier beim B10 Rosensteintunnel (von links): Tiefbauamtsleiter Wolfgang Schanz, die Tunnel-Patinnen Dorothee Kölpin und Karin Maag und Technischer Bürgermeister Dirk Thürnau. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Technischer Bürgermeister Dirk Thürnau begrüßte die Gäste und sagte: "Seit der Anschlagsfeier im April 2015 sind sukzessive über 750 Meter Tunnel in bergmännischer Bauweise hergestellt worden und zwar je Röhre. Um dieses Ziel zu erreichen, ist in den vergangenen 17 Monaten im Karin- und Dorothée-Tunnel rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche gearbeitet worden." Thürnau weiter: "Dass wir diesen wichtigen Projektabschnitt gemeinsam ohne große Zwischenfälle gemeistert haben, liegt hauptsächlich an der guten Zusammenarbeit mit der beauftragten Baufirma und daran, dass unerwartete Randbedingungen durch die langjährige Erfahrung aller Beteiligten im Tunnelbau gut bewältigt werden konnten.

Albrecht Gunzenhauser: Besonderer Dank an die Mineure

Für die "Arbeitsgemeinschaft B10 Rosensteintunnel", die den Tunnelbau realisiert, betonte Albrecht Gunzenhauser, Geschäftsführer der Marti Deutschland GmbH: "Wir sind stolz, dass wir dieses sehr wichtige Infrastrukturprojekt im Herzen von Stuttgart gemeinsam mit dem Tiefbauamt und allen Beteiligten bauen dürfen. Besonderer Dank gilt natürlich unseren Mineuren, die unter nicht immer ganz einfachen Umständen eine qualitativ hochwertige und termingerechte Arbeit abgeliefert haben. Zur großen Freude kommt hinzu, dass wir mit Unterstützung unserer Tunnelpatinnen auf einen unfallfreien Vortrieb zurückblicken können."

Ausblick bis 2020

Der B10-Rosensteintunnel ist aktuell eines der größten Straßenbauprojekte in Baden-Württemberg. Er wird künftig auf einer Länge von 1,3 Kilometern den Rosensteinpark und Teile der Wilhelma unterqueren. Neben den 750 Meter langen, bergmännisch aufgefahrenen Tunnelröhren, werden weitere 550 Meter in offener Bauweise realisiert.
Bund, Land und Stadt investieren insgesamt mehr als 274 Millionen Euro. Inzwischen wird das Straßenbauprojekt zunehmend nach außen sichtbar, so konnte beispielsweise die neue Stadtbahnhaltestelle beim Haupteingang der Wilhelma im Juli dieses Jahres in Betrieb genommen werden. Auch in der Pragstraße sind die Bauarbeiten an den beiden Rampen des Tunnels links und rechts der Stadtbahngleise deutlich vorangeschritten.

Dirk Thürnau: "Meilenstein der Verkehrsentlastung"

"Die Rohbauarbeiten für den B10 Rosensteintunnel werden voraussichtlich Ende 2018 abgeschlossenen sein. Danach erfolgt der Einbau der umfangreichen betriebstechnischen und sicherheitstechnischen Ausstattung. Wir gehen davon aus, dass der B10 Rosensteintunnel in gut 40 Monaten, also Anfang 2020, in Betrieb genommen werden kann", so Thürnau. Gunzenhauser ist davon überzeugt, dass "auch diese nicht weniger anspruchsvollen Arbeiten mit zielorientierter Zusammenarbeit genauso erfolgreich abgeschlossen werden können und sich die Landeshauptstadt Stuttgart mit der Inbetriebnahme auf einen Meilenstein der Verkehrsentlastung freuen kann".

Verkehrsentlastung für angrenzende Wohngebiete

"Große Tunnelbauwerke wie der B10 Rosensteintunnel tragen zu einer besseren Infrastruktur im innerstädtischen Bereich bei und ermöglichen, das die heute vom Durchgangsverkehr belasteten Wohngebiete der umgebenden Stadtbezirke von unerwünschten Ausweichverkehren entlastet werden", betonte Bürgermeister Dirk Thürnau.

Mit Inbetriebnahme des Rosensteintunnels werden Prag- und Neckartalstraße von vier auf zwei Fahrspuren zurückgebaut. Durch die daraus resultierende Verkehrsentlastung profitieren die Anwohner, die Bedingungen für den bevorrechtigten Bus- und Stadtbahnverkehr im Kreuzungsbereich Rosensteinbrücke verbessern sich, und das Neckarufer erfährt eine Aufwertung, da Platz für Bäume, Fuß- und Radwege geschaffen wird.

Respekt für anstrengende Arbeit

Thürnau hob die Bemühungen und die gute Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten hervor, zollte in seiner Rede den Mineuren seinen Respekt für die anstrengende Arbeit und bedankte sich bei den Tunnelpatinnen für Ihr Engagement als irdische Vertreterinnen der Heiligen Barbara. Dank ging auch an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Wilhelma und des Neckar Käpt'n für das entgegengebrachte Verständnis und den kooperativen Umgang. 

Die Stadt bittet weiterhin alle Bürgerinnen und Bürger - gleich ob Anwohner, Verkehrsteilnehmer oder Erholungssuchende - um Verständnis für die unvermeidbaren Beeinträchtigungen.

Information

Umfangreiche Informationen zum Projekt B10 Rosensteintunnel bietet die Internetseite stuttgart.de/rosensteintunnel.