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Familientreffen im Leuze Mineralbad

20.09.2016 Gesundheit
Fast ein Jahrhundert lang, bis zum zweiten Weltkrieg, gestaltete die Familie Leuze über vier Generationen den Ausbau des Leuze Mineralbads. Der Leiter der Stuttgarter Mineralbäder, Norbert Paydl, begrüßt am Samstag, 24. September, um 14 Uhr in den Räumen der Leuze-Gastronomie die Nachkommen des letzten Betreibers, Ludwig Leuze, zu einem Familientreffen.

Eigentlich wollte Ludwig Leuze Mitte des 19. Jahrhunderts mit seiner Familie nach Amerika auswandern. Nachdem seine Frau jedoch unerwartet schnell durch eine Kur im Wirth'schen Bad auf der Berger Insel von ihrem schmerzhaften Rheumatismus geheilt wurde, änderte er seine Pläne und kaufte stattdessen 1851 das Mineralbad.

Natürlicher Quellendruck statt Pumpen

Er ließ das Bad grundlegend umbauen und eröffnete es 1854 neu. Bereits im Jahr 1860 musste der Altbau wegen des großen Besucherandrangs aufgestockt werden. 1886 kam zu den Wannenbädern eine Schwimmhalle hinzu. Das Wasser floss allein durch seinen natürlichen Quellendruck ohne Hilfe von Pumpen in die Wannen und das Schwimmbecken.

Mineralbad entwickelte sich zum Familienbad

Ludwig Leuze, der Urenkel des ersten Besitzers der Familie, verkaufte das Bad am 20. November 1919 an die Stadt Stuttgart, führte den Betrieb jedoch als Pächter weiter. Nun entwickelte sich das Mineralbad zum Familienbad.

Am 21. Februar 1944 erlitt Ludwig Leuze beim Versuch, das Bad nach einem Bombenangriff zu löschen, schwere Brandverletzungen, denen er zwei Wochen später erlag. Seine Witwe bat die Stadt darum, das Mineralbad unter dem Namen Leuze weiterzuführen.

Eines der bestbesuchten Bäder Deutschlands

Seitdem hat das Leuze Mineralbad einen Wandel durchlebt. Unmittelbar nach Kriegsende ging es zunächst als behelfsmäßiges Freibad in Betrieb, das bis zum Jahr 1965 zum Mineral-Hallen- und Mineral-Freibad mit Kurmittelhaus ausgebaut wurde. Im Jahr 1978 beschloss der Gemeinderat, das Leuze zu einem attraktiven Gesundheits- und Freizeitbad umbauen und erweitern zu lassen.

Nach der Eröffnung im Oktober 1983 entwickelte es sich zu einem der bestbesuchten Schwimmbäder Deutschlands. Eine wichtige Angebotslücke wurde im Jahr 2006 mit der Eröffnung des Kinderlands Leuze geschlossen. Erstmals in Deutschland ist die Idee einer ganzheitlichen Lernumwelt mit pädagogischem Konzept innerhalb einer Schwimmhalle verwirklicht worden.

Umfassende Sanierung der Schwimmhalle 2011

Mit der Eröffnung der Winzer-Sauna 2010 stellte das Leuze Mineralbad eine zusätzliche, phantasievolle neue Saunawelt zur Verfügung. Nach 27 Jahren fast ununterbrochener Nutzung und der besonders extremen klimatischen Verhältnissen in der Schwimmhalle wurde im Jahr 2011 die Warmbadehalle für 15 Monate von Grund auf saniert.

Naturkühl oder wohlig warm

Heute werden im Leuze Mineralbad zum Schwimmen und Saunieren zwei stark kohlensäurehaltige Heilquellen und eine Mineralquelle genutzt. Für ein gesundes und fröhliches Freizeiterlebnis stehen im kombinierten Mineral-Hallen- und Mineral-Freibad zehn Schwimm- und Badebecken mit knapp 1800 Quadratmetern Wasserfläche bereit.

Das reichhaltige Mineral- und Heilwasserangebot, das in Temperaturstufen von 20, 24, 30 und 34 Grad Celsius naturkühl oder wohlig warm in den Becken sprudelt, macht den Badespaß im Leuze zum gesundheitsfördernden Zeitvertreib.

Duftöle, Kräuteressenzen, Farblicht

Die großzügige Saunalandschaft auf 3300 Quadratmetern Fläche mit 13 unterschiedlich temperierten Dampf- und Saunaräumen, Sauna im Freien, komfortablem Abkühlbecken und Freiluftterrassen ist eine echte Oase für die Gesundheit. Duftöle, Kräuteressenzen und Farblicht machen Saunabaden im Leuze noch belebender und erfrischender.

Familie fühlt sich dem Bad bis heute verbunden

Trotz aller Neuerungen fühlen sich die Nachfahren der Familie Leuze immer noch mit dem Leuze Mineralbad verbunden. Verstreut über ganz Deutschland bis in die Schweiz kommen sie immer wieder gerne zurück an den Ort, an dem früher der Lebensmittelpunkt der Familie war. Schon vor dem zweiten Weltkrieg fanden regelmäßig sonntags Familientreffen im Bad statt. Nach dem Krieg, bis Ende der 70er-Jahre, traf sich die Familie alle zwei Jahre im Wechsel in Stuttgart und in Siegen.