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Erste Messungen an der Mooswand starten im Oktober - Bürgermeister Pätzold: "Wollen herausfinden, ob Moose Feinstaub reduzieren können"

29.09.2016 Umwelt
Die Landeshauptstadt Stuttgart wird ab Oktober erste Messungen für die Pilotstudie "Mooswand" durchführen. Mit dem Aufbau einer Messstation an der Cannstatter Straße (Höhe Heinrich-Baumann Steg) und einem ersten Testelement geht die Studie in die praktische Umsetzung. Unter wissenschaftlicher Begleitung der Universität Stuttgart und des staatlichen Museums für Naturkunde Baden-Württemberg wird die Stadt Stuttgart in den nächsten Monaten untersuchen, ob sich Mooswände dazu eignen, die Feinstaub-Belastung in urbanen Gebieten zu reduzieren. Erste Ergebnisse sollen bis Mitte 2017 vorliegen.

Moosmatten als SichtschutzDie Frage, ob Moosmatten ähnlich wie diese (das Foto wurde in Österreich aufgenommen) Feinstaub reduzieren können, soll die Pilotstudie 'Mooswand' beantworten. Archivfoto: Vertiko GmbH
"Wir betreten mit dieser Studie Neuland. Laborstudien haben zwar ergeben, dass Moose Feinstaub reduzieren können, aber bislang hat noch keiner dieses Potential außerhalb des Labors untersucht", so Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau und Umwelt. Angesichts der Feinstaub-Belastung wolle die Stadt nichts unversucht lassen und gehe deshalb diesen nur auf den ersten Blick ungewöhnlichen Weg mit der Pilotstudie "Mooswand".

Erste Messphase im Februar/März 2017 abgeschlossen

Die Pilotstudie erfolgt in mehreren Phasen: Sobald die Kalibrierung des Messgeräts durch die Uni Stuttgart Mitte Oktober abgeschlossen ist, wird während der Feinstaubalarm-Saison die Luftschadstoff-Belastung an der Cannstatter Straße zunächst ohne Einfluss der Mooswand gemessen. Parallel dazu wird das zwei Meter breite Testelement aufgestellt, um die Eignung und Vitalität der für das Projekt ausgewählten Moosspezien zu überprüfen.

Nach Abschluss der ersten Messphase im Februar/März 2017 wird die Mooswand entlang der Straße sukzessive aufgebaut. Bis Ende März 2017 soll die Mooswand auf einer Länge von ca. 100 Meter stehen. Danach können die ersten Luftschadstoff-Messungen direkt an der Mooswand durchgeführt werden. Die Messdaten werden im Anschluss wissenschaftlich ausgewertet und basierend auf den Ergebnissen Handlungsempfehlungen entwickelt.


"Unser Ziel ist es herauszufinden, ob und wie die Vitalität von Moosen, in einem für Moose eigentlich ungünstigen Lebensraum, erhalten werden kann und wie sich ihr Dasein auf das Stadtlima auswirkt", erklärte Pätzold. Sollte eine feinstaubreduzierende Wirkung der Moose festgestellt werden, könnten diese in Zukunft einen Beitrag zur Senkung der Luftschadstoff-Belastung in Stuttgart leisten, so der Bürgermeister.

Hintergrund

Zur Durchführung der Pilotstudie "Mooswand" hat der Gemeinderat im Haushalt 2016/2017 Haushaltsmittel in Höhe von 388.000 Euro bereitgestellt. Zudem fördert das Verkehrsministerium Baden-Württemberg die Studie mit 170.233 Euro.

Die Studie ist ein Gemeinschaftsprojekt des Amts für Umweltschutz, des Instituts für Tragkonstruktionen und konstruktives Entwerfen (Planung und Konstruktion der Mooswand) und des Instituts für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik (Untersuchung der Auswirkungen auf die Luftschadstoff-Belastungen) der Universität Stuttgart sowie des staatlichen Museums für Naturkunde Baden-Württemberg (biologisch-fachliche Begleitung).