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Abschluss des Bundeswettbewerbs "Energieeffiziente Stadt" in Stuttgart - Städte ziehen Bilanz eines 25-Millionen Euro-Projekts

10.10.2016 Aktuelles
Stuttgart will sich zu einer Vorzeigestadt der Energiewende entwickeln. 2010 hat die Landeshauptstadt gemeinsam mit vier weiteren Städten den Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gewonnen. Die Siegerstädte haben die Prämie von jeweils fünf Millionen Euro in Projekte zur Energieeffizienz investiert. Die Ergebnisse wurden vom 10. bis 11. Oktober bei einer Abschlussveranstaltung im Stuttgarter Rathaus präsentiert.

Energieeffiziente Stadt - Bundeswettbewerb 2016Im Großen Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Energiekonferenz am 10. und 11. Oktober zusammen. Foto: Leif Piechowski
Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, sagte zur Eröffnung der Abschlussveranstaltung: "Die Energiewende ist ein wichtiger Beitrag für die Verbesserung der Luftqualität in Stuttgart und unterstützt den globalen Klimaschutz. Für den Erfolg der Energiewende müssen wir den Energieverbrauch senken, Energie effizient nutzen und uns mit erneuerbaren Energien versorgen. Bei der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen hilft uns die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung."

Die Landeshauptstadt hat sich mit dem Forschungsprojekt "Stadt mit Energieeffizienz - SEE Stuttgart" am Wettbewerb beteiligt. Das Projekt hat zahlreiche Maßnahmen aufgezeigt, um den städtischen Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Zudem sollen erneuerbare Energien dann 20 Prozent des Energiebedarfs decken.

Mithilfe der Wettbewerbsprämie wurde das Forschungsprojekt "SEE Stuttgart" zum "Städtischen Energiekonzept" weiterentwickelt - einem Fahrplan für Stuttgarts Weg zu einer klimaneutralen Stadt im Jahr 2050. In der Landeshauptstadt soll es dann keine Treibhausgasemissionen mehr geben und der Energieverbrauch soll sich gegenüber 1990 halbiert haben.

Roadmap 2050 soll im ersten Halbjahr 2017 vorliegen

Durch die Förderung des Bundesministeriums konnte die Stadt weitere Projekte zum Thema Energieeffizienz anstoßen. So wurde die Energiebilanz zum Verbrauch des gesamten Stadtgebiets entwickelt und sukzessive weiter verfeinert. Die Bilanz hat mit noch nie dagewesener Klarheit den Energieverbrauch von Verkehr, Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen, privaten Haushalten sowie städtischen Liegenschaften gezeigt.

Im ersten Halbjahr 2017 soll zudem die Roadmap 2050 vorliegen. Sie soll weitere Einsparmöglichkeiten aufzeigen und Zwischenziele festlegen. Auch die Bürgerinnen und Bürger profitieren von der finanziellen Unterstützung des Bundes. So wurden in
Stuttgart 700 Haushalte in einer kombinierten Haushaltsbefragung und -beratung zu Fragen rund um ihren privaten Energiekonsum beraten . Durch die Beratungen konnte ein durchschnittliches Einsparpotenzial von ca. 25 Prozent je Haushalt in den Bereichen Gebäude, Mobilität und Strom identifiziert werden.

Schon heute wird in den städtischen Liegenschaften immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt: aus über 70 Anlagen, darunter Photovoltaikanlagen, Klärgas-Blockheizkraftwerken oder Wärmepumpen. Die Stadtverwaltung bezieht bereits seit 2012 ihre Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen.

Delitzsch, Essen, Magdeburg, Wolfhagen und Stuttgart

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat 2008 den Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt" ausgelobt, um die Energieeffizienz in den Städten und Kommunen zu steigern. Die Kommunen wurden aufgefordert, neue Konzepte für eine effiziente Energienutzung zu entwickeln. Aus den eingereichten Vorschlägen wählte das Ministerium zunächst 15 Projekte für eine einjährige Förderung aus.

Im September 2010 wurden schließlich die fünf Gewinnerstädte Delitzsch, Essen, Magdeburg, Wolfhagen und Stuttgart ausgewählt. Bei der Abschlussveranstaltung haben die Siegerstädte die Ergebnisse ihrer Projekte präsentiert und sie dem Tagungspublikum zur Diskussion gestellt. Fachvorträge von wissenschaftlichen Experten rundeten die Veranstaltung ab.