Presse
  •  

Neue Heimat für Fisch, Frosch und Co.

07.10.2016 Umwelt
"Wieder sind wir einen großen Schritt weiter", freute sich Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau und Umwelt der Landeshauptstadt Stuttgart, am Freitag, 7. Oktober, anlässlich der Vorstellung des Projektes Naturoase Auwiesen in Stuttgart-Hofen. "Anfang 2017 wollen wir die Planfeststellungsunterlagen einreichen, und ab 2019 sollen hier Fische, Frösche, Libellen und Vögel eine neue Heimat finden."

Das Projekt ist eine der insgesamt sechs "Neckarperlen", die im Rahmen des Masterplans Landschaftspark Neckar in Stuttgart bis zum Jahr 2022 fertiggestellt werden sollen. Bei dem Projekt mit überwiegend ökologischer Ausrichtung wird in der Neckaraue bei der Aubrücke Grünland in ein naturnahes, ökologisch wertvolles Feuchtbiotop umgestaltet. "Im Zuge der Begradigung des Neckars sind die in der Aue ehemals typischen und weit verbreiteten Feucht- und Auebiotope verloren gegangen", erläuterte Pätzold. "Ziel des Projektes ist es, diese heute sehr selten gewordenen Lebensräume für Tiere und Pflanzen wiederherzustellen."

"Spannendes Ausflugsziel am Neckar"

Die Fläche wird so modelliert, dass unterschiedlich tiefe Wasserbereiche entstehen. Die weitläufigen Flach- und Wechselwasserzonen sollen bald durch ausgedehnte Schilfbestände "erobert" werden. Feuchtgebüsche, feuchte Hochstaudenfluren und Weich- und Hartholzauebereiche sollen sich an den Ufern und an Land entwickeln. Die Tiefwasserzonen bleiben weitgehend vegetationsfrei, auf Teilflächen können sich Schwimmblattgesellschaften bilden. Die Wasserflächen sind mit dem Neckar verbunden, so dass sich der Wasserstand dem Wasserspiegel des Neckars anpassen kann. So entstehen neue Lebensräume für seltene Tierarten, die an feuchte Biotope gebunden sind. Bereits nach kurzen Entwicklungszeiträumen sollen der Gesang des Rohrsängers, die Rufe der Nachtigall und das Quaken der Frösche zu hören sein. Das strukturreiche Gewässer soll insbesondere auch Kinderstube für die Neckarfische werden.

"Auch wenn bei diesem Projekt eindeutig die Natur im Vordergrund steht, sollen auch die Menschen auf ihre Kosten kommen", sagte Pätzold. "Es entsteht hier ein spannendes Ausflugsziel am Neckar, und von der Südseite aus ermöglichen Aussichtsplattformen die Beobachtung der reichhaltigen Tierwelt."

Die Baukosten für das Projekt betragen nach derzeitigem Planungsstand rund
3,13 Millionen Euro. Zur Realisierung des Vorhabens werden Fördermittel des Landes sowie Mittel des Verbandes Region Stuttgart beantragt.

Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Projektvorstellung am Freitag war Auftakt für die "frühe Öffentlichkeitsbeteiligung", eine förmliche Beteiligung nach Paragraf 2 des Umweltverwaltungsgesetzes. Die Planunterlagen zur Öffentlichkeitsbeteiligung können vom 17. Oktober bis zum 4. November während der Öffnungszeiten im Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung, Eberhardstraße 10, Graf-Eberhard-Bau, sowie unter www.stuttgart.de/planauslage eingesehen werden.

In diesem Zeitraum haben die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, ihre Meinungen schriftlich vorzutragen. Am Donnerstag, 17. November, um 17.30 Uhr gibt es eine öffentliche Erörterung im Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung.