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Inklusives Bildungsangebot wird an Stuttgarter Schulen positiv bewertet

18.10.2016 Aktuelles
Bislang ist wenig bekannt, wie inklusiv beschulte Kinder oder Jugendliche, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, Eltern, (Sonderschul)-Lehrerinnen und -Lehrer sowie Schulleitungen Inklusion erleben und bewerten. Eine ämterübergreifende Projektgruppe, bestehend aus Vertretern von Gesundheitsamt, Jugendamt, Schulverwaltungsamt und Sozialamt, der Universität Tübingen und dem Staatlichen Schulamt Stuttgart, hat eine wissenschaftliche Pilotstudie zu diesem Thema initiiert und die Ergebnisse am 17. Oktober dem Sozial- und Gesundheitsausschuss vorgestellt.

"Dieses Interesse hat keinen akademischen Grund", führte Bürgermeister Wölfle aus, "sondern den ganz praktischen, dass wir als Stadt gemeinsam mit dem Land wissen möchten, und ich meine auch wissen sollten, was zur erfolgreichen Inklusion in unseren Schulen benötigt wird - und was nicht. Wer könnte das besser wissen als diejenigen, die Inklusion täglich selbst gestalten und erleben?"

Pilotstudie stellt kaum Unterschiede im Alltag fest

Die ämterübergreifende Projektgruppe Inklusion hat unter Federführung des Gesundheitsamts in den beiden vergangenen Schuljahren Schülerinnen und Schüler überwiegend aus dem Grundschulbereich befragt. Zusammenfassend zeigten die meisten Ergebnisse, dass zwischen den befragten Schülerinnen und Schülern mit und ohne Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot im inklusiven Bildungsangebot kein oder ein nur geringer Unterschied besteht. Dies ist insbesondere bedeutsam für die Fragestellung des Selbstwertes, des Wohlbefindens und der Lebensqualität als auch des Profits aller Schülerinnen und Schüler vom gemeinsamen Lernen.

Eine langfristige Fortführung der Studie erscheint aus Sicht der Verwaltung sinnvoll, um Aussagen zu weiteren wichtigen Fragestellungen zu gewinnen. Bisher fehlen in Stuttgart belastbare Daten zu Schülerinnen und Schülern aus dem Sekundarbereich, zu alters-, geschlechts- und migrationsspezifischen Aspekten, zur Situation von Kindern und Jugendlichen bezüglich unterschiedlicher Ansprüche auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot oder welche Maßnahmen notwendig sind, um die personelle Situation und die Ausstattung der Schulen zu verbessern.