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Feinstaubalarm in Stuttgart - Ende weiter offen - Tagesmeldung vom 26. Oktober 2016

26.10.2016 Aktuelles
Die Landeshauptstadt Stuttgart hat am Dienstag, 25. Oktober, zum ersten Mal in dieser Feinstaubalarm-Periode Feinstaubalarm ausgelöst. Alle Informationen zum Feinstaubalarm gibt´s auf www.feinstaubalarm.stuttgart.de.
Beginn:
ab Donnerstag, 27. Oktober, 0.00 Uhr für den Autoverkehr
ab Mittwoch, 26. Oktober, 18.00 Uhr für Komfort-Kamine

Ende:
Das Ende des Feinstaubalarms ist weiter offen. Dauer bis mindestens einschließlich Samstag, 29. Oktober.

Ziel des Feinstaubalarms ist es, bei stark austauscharmen Wetterlagen in Stuttgart die erwartbare Belastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxid zu reduzieren. Aktuell sagt der Deutsche Wetterdienst Dienst (DWD) für mindestens Donnerstag, Freitag und Samstag ein stark eingeschränktes Austauschvermögen der Atmosphäre voraus. An diesen Tagen kann die Konzentration von Feinstaub und Stickstoffdioxid in Stuttgart stark ansteigen. Es besteht die Gefahr von Überschreitungen der Grenzwerte.

Zur Aufhebung des Feinstaubalarms muss der DWD eine nachhaltige und deutliche Verbesserung des Austauschvermögens prognostizieren, eine eintägige Unterbrechung der starken Einschränkung des Austauschvermögens reicht hierbei nicht aus.

Die Landeshauptstadt Stuttgart appelliert gemeinsam mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg und dem Regierungspräsidium Stuttgart an die Bevölkerung in Stuttgart und in der Metropolregion, bei Feinstaubalarm das Auto im Stadtgebiet Stuttgart möglichst nicht zu nutzen und auf den Betrieb von sogenannten Komfort-Kaminen zu verzichten. Grundsätzlich ausgenommen sind Wohnungen, die ausschließlich mit solchen Einzelraumfeuerungen beheizt werden.

Autofahrer werden gebeten, auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen, wo möglich das Fahrrad zu nutzen oder zu Fuß zu gehen. Auch Fahrgemeinschaften sind ein sinnvolles Mittel, den Verkehr in Stuttgart zu reduzieren; ein Auto ist in Stuttgart im Durchschnitt nur mit 1,1 Personen besetzt. Wer die Möglichkeit hat, von zu Hause aus zu arbeiten oder von flexiblen Arbeitszeiten Gebrauch zu machen, sollte dies bei Feinstaubalarm in Absprache mit dem Arbeitgeber tun.

OB Kuhn: "Wir können es nur gemeinsam schaffen, die Luft besser zu machen"

Oberbürgermeister Fritz Kuhn hatte bei Auslösung des Feinstaubalarms erklärt: "Wir setzen mit dem Feinstaubalarm ein wichtiges Zeichen: Stuttgart packt's an! Jetzt gilt's: Ich appelliere an die Bürgerinnen und Bürger und die Pendler aus der Region: Lassen Sie bei Feinstaubalarm möglichst Ihr Auto stehen, steigen Sie auf umweltfreundliche Verkehrsmittel um, bilden Sie Fahrgemeinschaften, nutzen Sie das Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß. Wir können es nur gemeinsam schaffen, die Luft in Stuttgart besser zu machen." Mit einer neuer Stadtbahnlinie und Vergünstigungen wie dem Feinstaub-Ticket sei das Umsteigen noch einfacher und attraktiver. Kuhn weiter: "Immer mehr Bürger und Unternehmen unterstützen unsere Maßnahmen zur Luftreinhaltung." Er betonte, jeder könne durch freiwilligen Verzicht seinen persönlichen Beitrag leisten, die Grenzwerte einzuhalten und die Belastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxid zu senken. Sollte dies allerdings nicht gelingen, so drohten ab 2018 verkehrsbeschränkende Maßnahmen.

Feinstaub-Ticket und Rabatt-Aktionen von car2go und moovel

Für Umsteiger gibt es verschiedene Vergünstigungen: Mit dem Feinstaub-Ticket kann man etwa den öffentlichen Nahverkehr im gesamten VVS-Gebiet zum halben Preis nutzen. Das Ticket kann zum Kinderpreis über die VVS-App, am Automaten (Kindertaste) oder beim Busfahrer gekauft werden. Keine Ermäßigung gibt es bei 4er-Tickets, KurzstreckenTickets, Tages-Tickets und Zeittickets.

Rabatte gibt es auch bei den Mobilitätsanbietern car2go und moovel: Car2go ermöglicht allen Kunden, seine vollelektrischen Fahrzeuge bei Feinstaubalarm für 19 Cent pro Minute (statt 29 Cent) zu nutzen. Neukunden können sich kostenlos bei car2go anmelden und erhalten ein Guthaben in Höhe von fünf Euro. Auch über die moovel-App gelten während des Feinstaubalarms für alle VVS- und car2go-Buchungen vergünstigte Preise. Zusätzlich haben moovel-Kunden die Chance, bei Feinstaubalarm kostenfrei mit Bus und Bahn im VVS-Gebiet zu fahren. Ein Zufallsgenerator entscheidet, ob moovel die Kosten für die gekauften VVS-Tickets übernimmt. Die Gewinnchance liegt bei 50 Prozent, d.h. jedes zweite, über moovel gekaufte Ticket ist kostenlos.

Um die Kapazitäten im öffentlichen Nahverkehr zu erhöhen, fährt die neue Stadtbahnlinie U19 werktags zwischen 6 und 20 Uhr im 10-Minuten-Takt zwischen Neugereut und Neckarpark und entlastet damit die U2. Die Stadtbahnlinie U13 zwischen Giebel und Hedelfingen fährt in der abendlichen Hauptverkehrszeit im 7,5- statt 10-Minuten-Takt. Die S-Bahn Stuttgart erhöht von Montag bis Freitag auf den Linien S1, S2, S3 und S5 bei bestimmten Zügen die Platzkapazitäten. Damit stehen in Spitzenzeiten pro S-Bahn-Zug rund 500 Plätze mehr zur Verfügung. Für Pendler, die vom Pkw auf den ÖPNV umsteigen wollen, stehen im VVS-Gebiet auf 106 Park-and-Ride-Anlagen (P+R) insgesamt 15.250 Stellplätze bereit.

Noch schnellere Information: städtischer WhatsApp-Kanal und Widgets

Die Stadt Stuttgart nutzt erstmals die Messaging-Dienste WhatsApp, Telegram und Insta, um die Bevölkerung schnell und direkt via Smartphone über die Auslösung, den weiteren Verlauf und das Ende des Feinstaubalarms zu informieren. Weiterhin dienen auch die Social-Media-Kanäle www.facebook.com/Stadt.Stuttgart und www.twitter.com/stuttgart_stadt der schnellen Information. Medien und Öffentlichkeit erhalten bei Feinstaubalarm täglich etwa zwischen 13 und 14 Uhr eine aktuelle Tagesmeldung. Autofahrer werden über Verkehrsmeldungen im Radio, Anzeigen an den Autobahnen, Brückenbanner in der Region und Vario-Tafeln an den innerstädtischen Ein- und Ausfahrtstraßen über den Feinstaubalarm informiert.

Alles Wissenswerte zum Feinstaubalarm ist auf der städtischen Website www.feinstaubalarm.stuttgart.de nachzulesen.de.

Verkehrliche Auswertung bei Feinstaubalarm

Jeweils am ersten Werktag eines Feinstaubalarms wird - wie in der ersten Feinstaubalarm-Saison auch - das Verkehrsaufkommen auf ausgewählten Zu- und Abfahrtsstrecken des Talkessels ausgewertet. Dies sind die Messstellen an der B14 (Österreichischer Platz und Cannstatter Straße), an der B27 (Hohenheimer Straße und Heilbronner Straße), an der B27a (Paulinenbrücke) und an der Rotebühlstraße. Bei länger anhaltendem Alarm wird pro Woche ein weiterer Tag ausgewertet. Der aktuellen Auswertung wird ein Vergleichstag mit ähnlichen Rahmenbedingungen gegenüber gestellt, also vergleichbare Witterungsverhältnisse, mögliche Umleitungen, Baustellen, Großveranstaltungen oder Rückstaus nach Unfällen etwa auf den Autobahnen. Nur so lässt sich aus dem Vergleich ableiten, wie sich das Verkehrsaufkommen verändert hat. Aufgrund der Komplexität der Daten sowie der notwendigen Auswahl des Vergleichstags liegen aussagekräftige Ergebnisse erst nach drei Tagen vor.