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Stuttgarter Pioniere - Vier städtische Betriebe gehen die Gemeinwohl-Bilanz an

27.10.2016 Aktuelles
Vier städtische Unternehmen gehen mit gutem Beispiel voran: Die Betriebe leben&wohnen, Hafen Stuttgart GmbH, Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) und der Eigenbetrieb Stadtentwässerung Stuttgart (SES) durchlaufen unter Federführung der städtischen Wirtschaftsförderung bis Ende 2017 den Prozess der Gemeinwohlbilanzierung.

Die Gemeinwohlbilanz, Herzstück der Gemeinwohlökonomie, will ein ethisches Wirtschaftsmodell zum Wohle von Mensch und Umwelt etablieren. Der individuelle Beitrag von Unternehmen zum Gemeinwohl wird auf Basis der Gemeinwohl-Matrix definiert, mess- und vergleichbar gemacht.

"Ich freue mich, dass vier Pionierunternehmen in Puncto Gemeinwohlökonomie aktiv werden. Zumal jedes Unternehmen für einen eigenen Bereich steht", sagt Ines Aufrecht, Leiterin der städtischen Wirtschaftsförderung. "Der Stuttgarter Gemeinderat hat diesen Prozess angestoßen und die Mittel für den Einstieg in die Gemeinwohl-Bilanzierung zur Verfügung gestellt. Den Prozess begleiten wir mit Engagement", führt sie weiter aus.

Verantwortung für die Gemeinschaft

Das Sozialunternehmen des städtischen Eigenbetriebs leben&wohnen (ELW) schafft Lebensräume für Senioren, Pflegebedürftige und Wohnungslose.

"Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen, ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir ermöglichen den Bewohnern in unseren Einrichtungen ein selbstbestimmtes Leben in Menschlichkeit und Würde", sagt Sabine Bergmann-Dietz, Geschäftsführerin des ELW.

Gemeinwohlorientierung transparent machen

Als trimodale Logistikdrehscheibe will der Hafen Stuttgart als wesentliches Ziel mehr Güterverkehr von der Straße auf die Wasserstraßen und das Schienennetz verlagern und dadurch den Umwelt- und Klimaschutz nachhaltig fördern.

"Mit einem GWÖ-Einstiegsbericht wollen wir uns einen schnellen Rundum-Blick über die Gemeinwohlorientierung unseres Betriebs verschaffen und diese gegenüber unseren Partnern transparent machen", erläutert Carsten Strähle, Geschäftsführer der Hafen Stuttgart GmbH. "Das erleichtert uns, Entwicklungspotenziale für die Zukunft zu erschließen."

Impulse für weitere Innovationen

Die Ableitung und Reinigung von Abwasser in der Landeshauptstadt und vielen Nachbarorten der Region ist Aufgabe des Eigenbetriebs Stadtentwässerung Stuttgart (SES).

"Im Kern geht es bei uns immer um den Schutz der Umwelt und die Sicherung einer urbanen Lebensqualität. Mit dem GWÖ-Einstiegsbericht machen wir nicht nur unseren Beitrag am Gemeinwohl sichtbar, sondern versprechen uns Impulse für weitere Innovationen", erklärt Wolfgang Schanz, Erster Betriebsleiter des SES, seine Motivation zur Teilnahme. "Pionier eines Transformationsprozesses zu sein, erhöht die Attraktivität unseres Unternehmens", ergänzt Frank Endrich, Kaufmännischer Betriebsleiter.

Neue Perspektive auf das Thema Nachhaltigkeit

Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) stellt im Auftrag der Stadt preisgünstigen und lebenswerten Wohnraum für heutige und zukünftige Generationen bereit. Derzeit bietet die SWSG rund 45.000 Stuttgarter Bürgerinnen und Bürgern ein Zuhause. "Unser Unternehmensauftrag ist per Definition nachhaltig - und das spiegelt sich auch in unserer Strategie und deren Umsetzung wider", betont Samir Sidgi, Vorsitzender der Geschäftsführung der SWSG.

Der Einstiegsbericht sei jedoch ein willkommener Anlass, um das Thema Nachhaltigkeit noch einmal aus einer anderen Perspektive zu beleuchten, so Sidgi weiter: "Wir sind gespannt, welche neuen Erkenntnisse uns der Blick der Gemeinwohl-Ökonomie liefert."