Presse
  •  

Neue Straßennamen im Dorotheenquartier

02.11.2016 Aktuelles
Rund um das entstehende Dorotheenquartier werden Straßen und Plätze neu benannt. Der Platz an der Kreuzung Sporer- und Münzstraße wird "Sporerplatz" heißen, der Platz an der Kreuzung Sporer- und Karlstraße bekommt den Namen "Dorotheenplatz". Mitten im neuen Areal wird eine neue Straße zwischen der Dorotheen- und der Sporerstraße künftig "Eduard-Breuninger-Straße" heißen.

Das Straßenschild erhält ein Ergänzungsschild mit dem Text "Eduard Breuninger. 1854-1932. Kaufmann und Firmengründer". Der Verwaltungsausschuss hat die Namensgebungen jüngst beschlossen.
 

Neue Straßennamen im DorotheenquartierZwei Plätze bekommen die Namen 'Sporerplatz' und 'Dorotheenplatz'. Eine neue Straße zwischen der Dorotheen- und Sporerstraße wird künftig 'Eduard-Breuninger-Straße' heißen. Foto: Max Kovalenko

Eduard Breuninger

Eduard Breuninger wurde am 14. Juli 1854 in Backnang geboren und stammte aus einer Gerber-Familie. Nach der Schulausbildung begann er mit 13 Jahren eine Lehre zum Textilkaufmann in einem Backnanger Handelsgeschäft. Im Frühjahr 1871 ging er nach Stuttgart, um dort eine neue Stelle anzutreten. Nach weiteren beruflichen Stationen und seiner Militärzeit gründete er im März 1881 in der Münzstraße 1 in Stuttgart sein eigenes Textil- und Bekleidungsgeschäft und legte damit den Grundstein für das Kaufhauskonzern Breuninger. Nach und nach erweiterte er durch den Kauf von Nachbargebäuden seine Verkaufsfläche.

Als Geschäftsmann zeichnete er sich durch die Umsetzung vieler fortschrittlicher Ideen aus. So verschickte er bereits 1896 als Werbemaßnahme ein Warenverzeichnis mit Preisliste und Stuttgarter Stadtplan an die Stuttgarter Haushalte. 1889 führte er den Sonntag als Ruhetag für sein Geschäft ein und gewährte seinen Beschäftigten Urlaubstage. 1912 erschien die erste Mitarbeiterzeitung. Bei Reisen in die USA holte Eduard Breuninger sich regelmäßig Anregungen für neue Verkaufspraktiken. Selbst zu Zeiten der Wirtschaftskrise in den 1930er-Jahren expandierte und baute Breuninger weiter aus.

Eduard Breuninger unterstützte mit seinem Wohlstand viele kulturelle, karitative und soziale Vereine und Institutionen. Außerdem förderte er Erfinder und Wissenschaftler und spendete für Notleidende. Nach kurzer schwerer Krankheit starb er am 25. März 1932 in Stuttgart. Sein Grab liegt auf dem Waldfriedhof. In Backnang wurde er am
3. Februar 1911 zum Ehrenbürger ernannt. Außerdem war er Ehrensenator der Technischen Hochschule Stuttgart sowie der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim.

Die Sporerstraße war 1811 so benannt worden. Der Straßenname geht wohl auf den Hofsporer, den Sporenmacher Deiss, zurück, der hier wohnte.