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Bundesverdienstmedaille für Heidi-Rose Malzacher

28.11.2016 Ehrungen
Die frühere Vorsitzende des Arbeitskreises Leben Stuttgart, Heidi-Rose Malzacher, ist von Bundespräsident Joachim Gauck mit der Bundesverdienstmedaille geehrt worden.

Bundesverdienstmedaille für Heidi-Rose MalzacherBürgermeister Werner Wölfle überreichte Heidi-Rose Malzacher die Bundesverdienstmedaille am Montag im Großen Sitzungssaal des Rathauses. Foto: Max Kovalenko
Der Bürgermeister für Soziales und gesellschaftliche Integration, Werner Wölfle, hat ihr die Auszeichnung am Montag, 28. November, im Großen Sitzungssaal des Rathauses überreicht.

Heidi-Rose Malzacher kam 1947 in Stuttgart zur Welt. Ende 1995 wurde sie aktives Mitglied des Arbeitskreises Leben (AKL) Stuttgart e.V., der Hilfen in Lebenskrisen und bei Selbsttötungsgefahr anbietet. Der AKL leistet seit über 30 Jahren eine unverzichtbare und erfolgreiche Arbeit in der Suizidprophylaxe und Unterstützung der Angehörigen.

Überzeugt von der Arbeit des AKL, war Heidi-Rose Malzacher rasch bereit, ihre Ideen und Kenntnisse einzubringen, immer wieder neue Aktivitäten zu initiieren und auch im Vorstand mitzuarbeiten. 1998 wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Von 2004 bis September 2016 war sie Vorsitzende des AKL und ist weiterhin Mitglied des Vorstands. Zu ihrem Nachfolger wurde Dr. Dietrich Sprandel gewählt.

Neunmonatige Schulung für Tätigkeit als ehrenamtliche Krisenbegleiterin

Heidi-Rose Malzacher hat sich einst in einer Lebenskrise selbst dem AKL anvertraut. Sie überwand ihre Krise und erwarb die Fähigkeit, anderen Menschen zu helfen zu können. Nach einer intensiven neunmonatigen Schulung begann sie ihre Tätigkeit als ehrenamtliche Krisenbegleiterin für Menschen in akuten Lebenskrisen und für Suizidgefährdete. 

Als Vorsitzende des AKL Stuttgart hat Heidi-Rose Malzacher nicht nur die Arbeit des Vereins geprägt, sondern auch vielen Menschen in scheinbar aussichtslosen Lebenssituationen wieder Kraft gegeben. Sie stand ihnen zuverlässig zur Seite mit wöchentlichen persönlichen Begegnungen sowie mit Gesprächen und Telefonaten. Sie besitzt eine große Fähigkeit, Menschen zu ermutigen und neue Wege zu versuchen, um Lebenskrisen zu bewältigen.

AKL als "Vorbildliche Kommunale Bürgeraktion" ausgezeichnet

Das Thema Suizid zu enttabuisieren, ist eines ihrer Anliegen. Offen wendet sie sich auch an Künstler, Prominente oder Entscheidungsträger, um Unterstützung zu gewinnen. Die Themen und Institutionen, die Heidi-Rose Malzacher in Stuttgart in Bewegung gebracht hat, sind aus der psychosozialen Infrastruktur der Stadt nicht mehr wegzudenken. Sie hat sich mit diesem intensiven bürgerschaftlichen Engagement große Verdienste um die Entwicklung und die Belange von Menschen in Lebenskrisen in Stuttgart erworben. Ihr Engagement reicht dabei weit über übliche ehrenamtliche Tätigkeiten hinaus. 

In ihrer Amtszeit wurde der AKL Stuttgart 2005 vom Innenministerium des Landes Baden-Württemberg als "Vorbildliche Kommunale Bürgeraktion" ausgezeichnet. Zum 25-jährigen Bestehen erhielt der Arbeitskreis 2010 von der Landeshauptstadt eine Anerkennungsurkunde für seine vorbildliche Arbeit. 2012 wurde der AKL in Berlin von Phineo, einem unabhängigen, gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus für wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement, mit dem "Wirkt"-Siegel gewürdigt.