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Stuttgarter Radförderung zeigt Wirkung

12.12.2016 Verkehr/Mobilität
Das Land Baden-Württemberg hat seinen 1. Bericht zur Wirkungskontrolle der Radverkehrsförderung vorgelegt. Der Bericht basiert auf einer Untersuchung im Zeitraum von 2009 bis 2014. Die Wirkungskontrolle wurde 2009 als Instrument zur Analyse und Bewertung der Radverkehrsförderung eingeführt. 2014 wurde die erste Nachher-Messung vorgenommen, die mit erneuten Befragungen, Zählungen und Befahrungen durch einen unabhängigen Gutachter erste Vergleichswerte liefert.

Für die Wirkungskontrolle wurden Städte und Landkreise ausgewählt, die sich hinsichtlich Größe, Lage und Ausgangsbedingungen unterscheiden. In Stuttgart wurden Teststrecken vor allem auf den Hauptradrouten in den Stadtbezirken Bad Cannstatt, Vaihingen, Möhringen, West, Sillenbuch und in der Innenstadt ausgesucht.

Der Ausbau der Hauptradrouten und die Öffnung zahlreicher Einbahnstraßen für Radfahrer wurden ebenso positiv bewertet wie die Umgestaltung von Kreuzungen und die Wegweisung. Das Stuttgarter Radforum, ein Gremium, das allen Radinteressierten offensteht und sich für den Radverkehr stark macht, wurde im Bericht ebenso lobend erwähnt wie die Fahrradaktionstage, die im nächsten Jahr bereits zum zwölften Mal stattfinden.

Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, freut sich über die gute Bewertung. "Wir haben schon viele Fortschritte in der Fahrradförderung gemacht und waren in den letzten zwei Jahren weiter aktiv, was den Ausbau der Hauptradrouten, die Verbesserung der Radabstellanlagen oder die Fahrradwegweisung angeht. Wir arbeiten weiter mit großem Engagement an unserem Ziel, 'Fahrradfreundliche Kommune' zu werden", sagt er.

Verdopplung der Fahrradnutzung

Besonders hervorzuheben ist der steigende Anteil der Fahrradfahrer in der Landeshauptstadt. So wurde an ausgewählten Zählstellen im Untersuchungszeitraum teilweise mehr als eine Verdoppelung der Fahrradnutzung festgestellt. An der König-Karls-Brücke in Bad Cannstatt wurden mehr als 3.000 Radfahrer am Tag gezählt. Bei der inzwischen eingerichteten Dauerzählstelle an derselben Stelle wurden 2016 an Spitzentagen mehr als 5.000 Radler erfasst, die diesen Aufwärtstrend bestätigen. Trotz der Steigerung liegen die Unfallzahlen mit Radfahrern in Stuttgart unter dem Landesdurchschnitt.

Eine tendenziell positivere Grundstimmung zum Thema Radfahren bescheinigen die Stuttgarter auch bei der Telefonbefragung, die von den Gutachtern durchgeführt wurde. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) lobte die Landeshauptstadt beim Fahrradklimatest 2014 als "Aufholer" und zeichnete sie für die erreichten Verbesserungen aus.

Claus Köhnlein, Fahrradbeauftragter der Stadt, erklärt: "Mittlerweile zeigen die Anstrengungen in der Fahrradförderung nachweislich ihre Wirkung. Die verzeichnete Zunahme des Radverkehrs und die positive Qualitätsbewertung durch die nun vorliegende Wirkungskontrolle unterstreichen, dass sich ein langer Atem lohnt. Dies spornt an und zeigt, dass die Stuttgarter Radverkehrsförderung trotz vieler Widerstände auf dem richtigen Weg ist."

Neben Ausdauer und langem Atem sind die administrativen Rahmenbedingungen und die Höhe der Haushaltsmittel für den Fahrradverkehr ein wesentlicher Faktor und Indikator für dessen Stellenwert in den Kommunen. In der Landeshauptstadt lag der Rad-Etat 2005 noch bei 380.000 Euro, für das Jahr 2016 beträgt er 2,9 Millionen Euro.

Weiterführende Informationen

Die Vollversion des Ergebnisberichts zur 1. Wirkungskontrolle Radverkehrsförderung BW ist abrufbar unter: www.fahrradland-bw.de/radverkehr-in-bw/wirkungskontrolle/