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Stuttgarter Arbeitsgespräche mit Bürgermeister Wölfle: Bedingungsloses Grundeinkommen - ein Modell für die Zukunft Europas?

22.02.2017 Aktuelles
Bis zum Jahr 2025 werden 1,5 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland verschwinden und durch anspruchsvolle Computerbedienjobs ersetzt, so das Forschungsinstitut der Arbeitsagentur. In vielen Städten zeigt sich zudem eine Verfestigung der Langzeitarbeitslosen. Kein ausschließlich deutsches Problem, denn viele europäische Staaten sehen sich einer hohen Anzahl von Arbeitslosen gegenüber und haben Probleme, Menschen in Arbeit zu bringen. Zudem sind in den europäischen Städten die Lebenshaltungskosten enorm gestiegen, sodass auch Menschen mit qualifizierter Arbeit häufig nicht im ausreichenden Wohlstand mit ihren Familien leben können.

Vor diesem Hintergrund wird öffentlich über das Bedingungslose Grundeinkommen diskutiert - für die einen das Ende des Sozialstaates, für andere Länder ein Versuch wert. Finnland erprobt seit 2016 das bedingungslose Grundeinkommen für bestimmte Bevölkerungsgruppen. Zuvor gab es in den 1970er Erprobungsphasen in Kanada und Namibia. Die Stadt Utrecht wird noch in diesem Jahr mit der Universität vor Ort das Bedingungslose Grundeinkommen testen.

Expertenvorträge und Diskussion

Im Rahmen der Stuttgarter Arbeitsgespräche Europa, diskutieren Referenten und Experten am Donnerstag, 9. März, 17 Uhr im Großen Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses, Marktplatz 1, mit dem Publikum, ob das Bedingungslose Grundeinkommen ein Modell für die Zukunft Europas sein kann. Der Bürgermeister Referat Soziales und gesellschaftliche Integration, Werner Wölfle, und Ina Rubbert, Akademieleiterin Europa Zentrum Baden-Württemberg, eröffnen die Veranstaltung.

Dr. Michael Dauderstädt, Geschäfsführer J.H.W. Dietz-Verlag in Bonn, referiert zum Thema "Der Sozialstaat in der Krise?", Prof. Götz Werner, Gründer und Aufsichtsrat dm drogerie, spricht über "Bedingungsloses Grundeinkommen - eine kopernikanische Wende?". Beispiele aus der Praxis liefert Zacharias Zacharakis, Redakteur Zeit online, unter der Überschrift "Das finnische Experiment: Verdient der Testlauf mit Arbeitslosen den Titel Grundeinkommen?". Daniel Häni, Unternehmer und Mitbegründer der Initiative Grundeinkommen Schweiz, referiert über "Die größte Frage der Welt" - Einschätzungen zur Volksabstimmung in der Schweiz". Im Anschluss haben die Zuhörer die Möglichkeit, mit den Referenten zu diskutieren. Das Schlusswort hat Isabel Lavadinho, Leiterin der städtischen Arbeitsförderung im Referat für Soziales und gesellschaftliche Integration.

Veranstalter sind die städtische Arbeitsförderung, Referat Soziales und gesellschaftliche Integration und das Europa Zentrum Baden-Württemberg.