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AWS sagt Feinstaub den Kampf an - die ersten sieben Lkw mit Gasantrieb im Einsatz

23.02.2017 Umwelt
Der Technische Bürgermeister, Dirk Thürnau, der Geschäftsführer des städtischen Eigenbetriebs AWS Abfallwirtschaft Stuttgart, Dr. Thomas Heß, und der Leiter des Produktmanagements Econic, Mercedes-Benz Special Trucks, Peter Bauer, sowie Jürgen Barth, Presse Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge, informierten bei einem Pressegespräch am 23. Februar über erste Erfahrungen im Einsatz erdgasbetriebener Abfallsammelfahrzeuge.

Stuttgart hat zu viel Feinstaub und Abgase sowie zu viel Stau, Stress und Lärm. Im Aktionsplan "Nachhaltig mobil in Stuttgart", der Teil des Verkehrsentwicklungskonzepts ist, sind Handlungsfelder und Maßnahmen definiert, um den Autoverkehr mit konventionellen Antrieben 20 Prozent zu reduzieren und so mehr Lebensqualität in der Stadt zu schaffen. "Mit der Umstellung der Fahrzeugflotte auf umweltfreundlichen Elektro- oder Erdgasantrieb im städtischen Fuhrpark geht die Stadt mit gutem Beispiel voran. Es werden nur noch Pkw beziehungsweise Nutzfahrzeuge beschafft, die weniger Feinstaub und Stickoxide ausstoßen", so Bürgermeister Dirk Thürnau. Damit will die Verwaltung zur Verbesserung der Luftqualität im Stadtgebiet Stuttgart und zur Reduzierung der Emissionen beitragen.
 
AWS LKW mit GasantriebDie ersten sieben LKW mit Gasantrieb sind seit Ende 2016 im Einsatz. Von links: Leiter des Produktmanagements Econic, Mercedes-Benz Special Trucks, Peter Bauer, Technischer Bürgermeister Dirk Thürnau und Geschäftsführer des städtischen Eigenbetriebs AWS Abfallwirtschaft Stuttgart, Thomas Heß. Foto: Ferdinando Iannone

Niedrigere Stickoxid- und Partikelemissionen

Mitte Dezember 2016 wurden im städtischen Fuhrpark die ersten sieben Diesel-Abfallsammelfahrzeuge durch Fahrzeuge mit Erdgasmotor Econic NGT ( Natural Gas Technology ) ersetzt. Der Erdgasmotor entspricht einem herkömmlichen Ottomotor. Anstatt eines Diesel-Luft-Gemisches wird ein aufbereitetes Erdgas-Luft-Gemisch in den Zylindern verbrannt. "Die Econic NGT zeichnen sich dadurch aus, dass sie niedrigere Stickoxid- und Partikelemissionen aufweisen. Dadurch sind weder SCR-Technologie mit AdBlue noch HC Doser, Nacheinspritzungsmaßnahmen oder Partikelfilter zur Abgasreinigung erforderlich, um die Euro-VI-Grenzwerte zu erfüllen", sagt AWS-Geschäftsführer Dr. Thomas Heß und fügt hinzu: " Die im Einsatz beim Eigenbetrieb AWS gemessenen CO2-Emissionen liegen zudem um rund 23 Prozent unter denen eines Euro-VI-Dieselmotors, und im Betrieb mit Biogas sind noch weitere Verbesserungen bei der CO2-Bilanz möglich. Damit sagt der AWS dem Feinstaub den Kampf an".

Vergleichswerte zum Diesel-Absammelfahrzeug

Im Vergleich zu einem Diesel-Abfallsammelfahrzeug ist der Econic NGT leiser. So liegen die beim Eigenbetrieb AWS gemessenen Vorbeifahrt-Geräuschemissionen mit 78 dBA hörbar unter denen eines Euro-VI-Dieselmotors, bei dem 80 dBA gemessen wurden. Der Econic NGT fährt sich wie sein Diesel-Pendant. Seine Ausstattung entspricht dem neuesten Stand der Technik wie auch die Modell-Generation Euro 6 Diesel-Econic.

Ein vergleichbares Abfallsammelfahrzeug mit Dieselantrieb besitzt einen Kraftstofftank von 300 Liter. Dieser reicht je nach Tour für rund zwei bis vier Tage. Der Tankinhalt des Econic NGT beläuft sich auf 600 Liter Erdgas und reicht für rund eineinhalb Tage. Nachdem das Econic NGT jeden Tag unterwegs ist, um Abfallbehälter zu leeren, kann es problemlos jeden Tag betankt werden.

Das Econic NGT erreicht beladen das derzeit maximal zulässige Gesamtgewicht von 26 Tonnen. Im Vergleich zum Diesel-Abfallsammelfahrzeug ist seine Nutzlast damit um 800 Kilo geringer, da der alternative Antrieb schwerer ist. Die EU-Richtlinie 2015/719, die in Brüssel bereits verabschiedet wurde, will dies zugunsten alternativ betriebener Fahrzeuge ändern und für diese ein erhöhtes Gesamtgewicht genehmigen. Die Fahrzeuge dürfen dann um so viel schwerer sein, wie der alternative Antrieb mehr wiegt, als bei einem vergleichbaren Dieselfahrzeug. Die Nutzlast ist dann dieselbe wie bei der Dieselvariante des Econic. In der nationalen Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) muss diese Richtlinie noch umgesetzt werden.

Mehrkosten amortisieren sich nach rund dreieinhalb Jahren

Durch den Beschluss über die Verlängerung der Steuererleichterung für Erdgas als Kraftstoff (CNG) bis zum Jahr 2026 hat das Bundeskabinett in Deutschland einen Marktimpuls für den klimaschonenden Erdgasantrieb des Econic NGT gesetzt: Die Amortisation der Mehrkosten des NGT Econic ist dadurch über günstigere Kraftstoffpreise auch weiterhin möglich. "Trotz der höheren Anschaffungskosten für ein erdgasbetriebenes Abfallsammelfahrzeug bei geringerer Nutzlast amortisieren sich bei einer Komplettumstellung von Diesel- auf Erdgasbetrieb unsere Mehrkosten durch die zu erzielende Einsparung bei den Kraftstoffkosten nach rund dreieinhalb Jahren", so das Fazit von Dirk Thürnau.

Gemäß Econic Produktmanager Peter Bauer war der Eigenbetrieb AWS von Anfang an als Entwicklungspartner beim Projekt Econic involviert und hat wertvolle Hinweise zu den spezifischen Einsatzanforderungen für das Entsorgungsfahrzeug der Zukunft geliefert. "Mercedes-Benz Special Trucks ist sehr stolz darauf, dass mit dieser zukunftsorientierten Investition in innovative Antriebstechnik mit sparsamem Kraftstoffeinsatz und sehr geringen CO2- und Geräuschemissionen ein wichtiger Beitrag für eine positive Umweltbilanz geleistet wird", erklärt Peter Bauer.

Peter Bauer betont auch, dass der im Econic NGT eigesetzte Erdgasmotor M 936 G mit seiner kraftvollen Leistungsentfaltung seinem Pendant mit Dieselantrieb ebenbürtig ist und eine höchst umweltfreundliche und wirtschaftliche alternative Antriebslösung darstellt, bei der die geltenden Euro-VI-Grenzwerte teilweise signifikant unterschritten werden.