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OB Kuhn verleiht Otto-Hirsch-Auszeichnungen 2017

24.02.2017 Aktuelles
Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat am Donnerstag, 23. Februar, im Großen Sitzungssaal des Rathauses die Otto-Hirsch-Auszeichnungen 2017 überreicht. Erstmals wurden drei Auszeichnungen verliehen. Sie würdigen die außerschulische Jugendbildungsarbeit herausragender Akteure in der Landeshauptstadt im Zusammenhang mit der Shoah an Stuttgarter Erinnerungsorten, die Orte des Leidens der Opfer, wie des Handelns von Tätern sind. In diesem Jahr erhalten die Auszeichnung der lernort gedenkstätte (seit Januar 2017 lernort geschichte), der Stadtjugendring Stuttgart und der Verein Zeichen der Erinnerung. Die Preisträger vermitteln Wissen, um junge Menschen dazu zu motivieren, Toleranz gegenüber Andersdenkenden auszuüben.

OB Kuhn verleiht Otto-Hirsch-Auszeichnungen 2017Oberbürgermeister Fritz Kuhn verlieh die Auszeichnung an Roland Ostertag, Zeichen der Erinnerung, Jörg Titze, Stadtjugendring Stuttgart, und Beate Müller, lernort gedenkstätte. Foto: Leif Piechowski
"Eine Erinnerungskultur ist wichtig, weil wir es den Opfern der Shoah schuldig sind, an ihre Schicksale zu erinnern", sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn. "Sie sind vernichtet worden, aber sie leben in der Erinnerung fort. Um die heutige Gegenwart zu verstehen, ist eine Kenntnis der Geschichte unverzichtbar, wie die der Judenverfolgung. Dies kann nur in der Erinnerungsarbeit vermittelt werden, die immer wichtiger wird. Ich bedanke mich herzlich bei den Preisträgern für ihre Arbeit."

Nachhaltig angelegte Bildungsarbeit

Den Preis entgegen nahmen Roland Ostertag für den Verein Zeichen der Erinnerung, Jörg Titze für den Stadtjugendring Stuttgart, und Beate Müller für den lernort gedenkstätte. Die Landeshauptstadt Stuttgart, die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit wollen mit der Auszeichnung Dank und Anerkennung aussprechen für eine über viele Jahre nachhaltig angelegte Bildungsarbeit. Barbara Traub, Sprecherin des Vorstands der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg, und Bürgermeister Dr. Martin Schairer, Vorsitzender und Sprecher des Vorstands der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, sprachen Grußworte.

Die Otto-Hirsch-Auszeichnung (seit 2013 in Form einer Skulptur der Künstlerin Christine Braun) geht auf die Otto-Hirsch-Medaille zurück, die zum 100. Geburtstag von Ministerialrat Otto Hirsch von der Landeshauptstadt gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Stuttgart (GCJZ) und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) gestiftet wurde. Otto Hirsch ermöglichte als Geschäftsführender Vorsitzender der Reichsvertretung Deutscher Juden (1933-1941) zehntausenden jüdischer Menschen die Auswanderung und rettete sie so vor der Ermordung.

Zeichen der Erinnerung e.V.

Auf Grund einer bürgerschaftlichen Initiative, getragen von der Stiftung Geißstraße 7, entstand der Plan, die Gleise im Nordbahnhof zu bewahren, von denen die Züge mit den zu deportierenden Menschen abgefahren sind. Der gemeinnützige Verein Zeichen der Erinnerung gründete sich 2004 mit der Aufgabe der Planung, Realisierung und Pflege dieser Gedenkstätte, die 2006 eingeweiht wurde.

lernort gedenkstätte

Die Einrichtung wurde 2007 von der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft GmbH gegründet, um sich den aktuellen Herausforderungen im erinnerungspolitischen Diskurs und der historisch-politischen Bildungsarbeit zu stellen. Maßgeblich für die Arbeit ist die Beteiligung von Jugendlichen an der Entwicklung und Umsetzung von Programmen. Ihr Durchschnittsalter liegt bei 15 Jahren, sie kommen meist aus Werk- und Realschulen. Im Januar 2017 wurde die Einrichtung in lernort geschichte umbenannt.

Stadtjugendring Stuttgart e.V.

Dem multiethnisch, multireligiös und multikulturell aufgestellten Dachverband gehören derzeit insgesamt 54 Stuttgarter Jugendverbände, Jugendgruppen und Jugendinitiativen an. Seit über 36 Jahren vermittelt der Stadtjugendring unter anderem politisch-historisches Wissen. Er tritt für eine pluralistische und freie Gesellschaft ein, in der alle Menschen die gleichen Chancen bekommen, Ihre Angelegenheiten selbst zu bestimmen.