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Ergebnis des Planungswettbewerbs Jugendhaus mit Tageseinrichtung für Kinder Hallschlag

24.02.2017 Stadtplanung
Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, hat am 24. Februar den Siegerentwurf des nichtoffenen Planungswettbewerbs Jugendhaus mit Tageseinrichtung für Kinder Hallschlag vorgestellt. Er stammt von dem Braunschweiger Architekturbüro HSV-Architekten in Arbeitsgemeinschaft mit den Landschaftsarchitekten von WGF Objekt aus Nürnberg. Dies hatte die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Christine Remensperger in ihrer Sitzung vom 22. Februar im Jugendhaus Hallschlag entschieden.

Die Jury hat den Entwurf ausgewählt, weil er den Saal des Bestandsgebäudes, die Topographie und die Baumpflanzungen ins beste Licht rückt. "Der zweigeschossige Innenraum wird zum Zentrum des Gebäudes und ist das ganze Jahr hindurch nutzbar. Der Saal nutzt diesen gewonnenen Raum als großzügiges Foyer, ein Cafe öffnet sich zum grünen und ungestörten Freibereich nach Westen. Die Erweiterung mit Öffnung und Kletterwand garantiert eine natürliche Belichtung des Foyers im Untergeschoss, hier liegen richtig positioniert Räume mit hohen Lärmemissionen. Gleichzeitig schafft diese Öffnung und die Kletterwand auch eine transparente Trennung zwischen Kita und Jugendbereich."

"Wichtiger Baustein im Sanierungsgebiet Hallschlag"

Bürgermeister Pätzold sagte: "Das Kinder- und Jugendhaus mit seiner erweiterten Tageseinrichtung für Kinder ist ein weiterer wichtiger Baustein im Sanierungsgebiet Hallschlag und für die angrenzenden Stadtteile. Der Siegerentwurf des Büros HSV-Architekten hat die anspruchsvolle Aufgabe in herausragender Weise gelöst und ein überzeugendes Konzept vorgelegt, das beide Funktionen miteinander verbindet und auch städtebaulich eine positive Wirkung entfalten wird."

Der ausgeschriebene Planungswettbewerb für das Sanierungsgebiet Bad Cannstatt 20 - Hallschlag - war eine städtebaulich-architektonische und zugleich freiraumplanerische Aufgabe. Die Architekten waren aufgefordert, für das rund 15.000 Quadratmeter große Grundstück am Sigmund-Lindauer-Weg 9 ein Gebäudeensemble für das Jugendhaus sowie die bestehende Tageseinrichtung für Kinder zu entwickeln, das identitätsstiftend auf den Stadtteil und die unmittelbar angrenzenden Wohngebiete wirkt. Die so entstehenden Synergieeffekte sollen sich sowohl im Stadtteil Hallschlag als auch in den angrenzenden Wohngebieten nachhaltig positiv auf die Stadtentwicklung auswirken.

Gemeinschaftliches Nutzungskonzept

Das 1976 errichtete Kinder- und Jugendhaus Hallschlag ist in einem teils baufälligen Zustand und nicht mehr zeitgemäß. Die Einrichtung soll deshalb teilweise abgebrochen und durch einen neuen Gebäudeteil ergänzt werden. Der verbleibende Gebäudeteil des Kinder- und Jugendhauses soll umfassend modernisiert werden. Die auf dem gleichen Grundstück vorhandene, bislang zweizügige Tageseinrichtung für Kinder soll abgebrochen und im modernisierten Gebäude mit Anbau in eine vierzügige Einrichtung für Kinder bis sechs Jahren ausgebaut werden. Beide Nutzungen können so zusammengeführt werden.

Dabei sollten die bereits bestehenden Nutzungen des Kinder- und Jugendhauses mit den Anforderungen einer Kita vereint und gemeinschaftlich nutzbare Bereiche geschaffen werden. Zugleich sollten auch Möglichkeiten einer räumlichen Abgrenzung für beide Nutzergruppen bestehen. Die Außenanlagen sollten sowohl den Anforderungen der Tageseinrichtung für Kinder als auch denen von Jugendlichen gerecht werden und eine hohe Aufenthaltsqualität bieten.

Der 2. Preis ging an das Architekturbüro Auer Weber.

Der Wettbewerb ist mit insgesamt 80.000 Euro dotiert, der 1. Preis mit 32.000 Euro, der 2. Preis mit 25.000 Euro, der 3. Preis mit 16.000 Euro, eine Anerkennung mit 7.000 Euro. Ausloberin des Planungswettbewerbs ist die Stuttgarter Jugendhaus gGmbH. Das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung koordiniert und realisiert das Bauvorhaben.

Die Wettbewerbs-Ergebnisse sind vom 28. Februar bis 3. März von 11 bis 18 Uhr im Jugendhaus Hallschlag, Sigmund-Lindauer-Weg 9, ausgestellt. Am 3. März können die Ergebnisse nur bis 15 Uhr besichtigt werden.

Hintergrund Bund-Länder-Programm "Zukunft Hallschlag"

2007 hat die Stadt Stuttgart den Erneuerungsprozess im Stadtteil Hallschlag mit dem Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Die soziale Stadt" unter dem Titel "Zukunft Hallschlag" gestartet. Ziel des Programms ist die zukunftsfähige Entwicklung benachteiligter Quartiere durch Bündelung städtebauliche Maßnahmen mit Projekten und Initiativen zur sozialen Verbesserung, wie die Förderung von Bildung, Beschäftigung und Integration vor Ort. Mit dem integrierten Handlungsansatz sollen zum einen Synergien für eine Verbesserung der Wohnqualität und Lebensverhältnisse erzielt werden. Zum anderen sollen alle Akteure im Quartier und insbesondere die Einwohner zusammenwirken und ihren Stadtteil mitgestalten.