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Technischer Bürgermeister a. D. Prof. Dr.-Ing. Hans-Dieter Künne gestorben

28.02.2017 Aktuelles
Der ehemalige Technische Bürgermeister Hans-Dieter Künne ist am 26. Februar im Alter von 87 Jahren in Stuttgart gestorben.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagt: "Hans-Dieter Künne hat in seiner langen Amtszeit bei der Landeshauptstadt Stuttgart auf allen Positionen große und bleibende Verdienste erlangt. Der nachhaltige Ausbau der Infrastruktur, der öffentliche Nahverkehr, die Stadtentwässerung und bedeutende Sportanlagen tragen seine Handschrift. Die Landeshauptstadt Stuttgart wird sein Andenken in Ehren halten."

Künne hat an der Technischen Hochschule Hannover Bauingenieurwesen studiert und anschließend als Verkehrs- und Tiefbauingenieur in Hameln erste praktische Erfahrungen gesammelt. 1958 begann er seine Tätigkeit für die Stadt beim Stadtplanungsamt und leitete dort bis 1969 die Abteilung Verkehrsplanung. Auf Grundlage der gegebenen Stadtstruktur und der aktuellen Stadtentwicklungsplanung entwickelte er mit verkehrswissenschaftlichen Methoden den Generalverkehrsplan der Stadt, der mit zeitgemäßen Anpassungen bis heute Basis für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ist.

Künne baute öffentlichen Nahverkehr aus

1962 hat Hans-Dieter Künne an der Technischen Hochschule Stuttgart promoviert, an der er später lehrte und zum Honorarprofessor bestellt wurde. 1969 wurde er als Nachfolger von Stadtdirektor Karl Gauß zum Technischen Referenten gewählt. Dort war er zuständig für die Referatsabteilungen Verkehrsausbau und Investitionen, Stadtmessungsamt, Hochbauamt, Tiefbauamt, Gartenbauamt sowie das Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung. 1978 hat der Gemeinderat den parteilosen Künne zum Technischen Bürgermeister gewählt. 1985 wurde er mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Nach Ablauf seiner zweiten Amtsperiode Ende 1993 verzichtete er auf eine Wiederwahl und ging in den Ruhestand.

Während seiner Amtszeit wurde der öffentliche Nahverkehr ausgebaut, der einen weltweit beachteten Standard erreichte. Ebenfalls bedeutsam sind der Ausbau der Sammelkanäle und Klärwerke, sowie die Einrichtung eines umweltfreundlichen Abfallverwertungs- und Reststoffbehandlungssystems. Eindrucksvoll sind die Zahlen der in Künnes Amtszeit realisierten Bauten und Projekte: 600 Hochbauten, 230 Hektar Grünanlagen, 70 Hektar Kinderspielplätze, 5000 Hektar bereinigte Rebflur, 18 Kilometer Stadtbahntunnel, mehrere Straßentunnel, Sportanlagen, Umbau und Modernisierung des Gottlieb-Daimler-Stadions sowie von Kulturstätten wie der Treffpunkt Rotebühlplatz. Glanzlichter setzten die Bundesgartenschau 1977 und die Internationale Gartenbauausstellung IGA 1993.

Seine große Fachkompetenz brachte der in Emmerich am Niederrhein geborene Künne in zahlreiche Gremien der Verkehrsforschung, der Abfall- und Abwasserforschung, des baden-württembergischen sowie des Deutschen Städtetags und als Aufsichtsrat in städtischen Beteiligungsunternehmen ein. 1990 wurde er für sein übergreifendes Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet.