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"Gemeinsam für Opferschutz eintreten"

22.03.2017 Aktuelles
Der Weisse Ring, die Landeshauptstadt Stuttgart, das Polizeipräsidium Stuttgart und der Fördervereins Sicheres und Sauberes Stuttgart haben am 22. März zum Tag der Kriminalitätsopfer die neuen Außenstellenleiter des Weissen Rings in Stuttgart vorgestellt.

Wer Opfer einer Straftat geworden ist, hat oft jahrelang mit den physischen und psychischen Folgen des häufig traumatischen Erlebnisses zu kämpfen.

Der bundesweite Tag der Kriminalitätsopfer will an diese Menschen erinnern, die sich nach einer Straftat unverschuldet in einer solchen Ausnahmesituation befinden und auch dafür sensibilisieren, dass wir alle etwas für Opferschutz und die Linderung der oft massiven Beeinträchtigung von Kriminalitätsopfern tun können.

Hier muss geholfen werden, und das tut der WEISSE RING bereits schon seit über 40 Jahren. Dabei sind bundesweit über 3.200 und landesweit 275 hoch engagierte und fachlich kompetent ausgebildete ehrenamtliche Profis beim WEISSEN RING organisiert und zur Hilfe von Kriminalitätsopfern im Einsatz.

Aber der WEISSE RING, die größte Opferhilfeeinrichtung mit rd. 50.000 Mitgliedern in Deutschland und 5.315 in Baden-Württemberg, kann die notwendige Hilfe für Opfer nicht alleine stemmen. Daher begrüßt der WEISSE RING ausdrücklich das Engagement aller weiteren Opferhilfeorganisationen.

Schulterschluss in der Opferarbeit

Darüber hinaus bringt sich der WEISSE RING gerne und kompetent in Kooperationen mit weiteren Partnern aus Verwaltung, Polizei, Justiz oder freien Trägern mit ein.

Der WEISSE RING möchte an diesem Tag auch auf das große Engagement der vielen, oft ehrenamtlich Tätigen aufmerksam machen und an die oft immensen Belastungen von Kriminalitätsopfern erinnern. Gerade die ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfer leisten durch ihren Einsatz einen überaus wichtigen und positiven Part bei der Mitgestaltung unseres Gemeinwesens. Sie helfen Kriminalitätsopfern, traumatisierende und damit lebensbeeinträchtigende Erfahrungen besser zu verarbeiten. Sie helfen unbürokratisch und schnell durch finanzielle Soforthilfe zur Überbrückung einer tatbedingten Notsituation. Seit Bestehen des WEISSEN RINGS hat er bundesweit über 200 Millionen Euro für Opferhilfe aufgewendet.

Auch in Stuttgart möchte der WEISSE RING in Kooperation mit seinen Partnern: "Gemeinsam für Opferschutz eintreten". Dazu fand am Tag der Kriminalitätsopfer in Stuttgart eine zentrale Veranstaltung im Stuttgarter Rathaus statt, bei der die Kooperationspartner:

  • WEISSER RING e.V.
  • Landeshauptstadt Stuttgart
  • Polizeipräsidium Stuttgart
  • Förderverein Sicheres und Sauberes Stuttgart

einen engen Schulterschluss in der Opferarbeit betonten.

Hetger: "Polizei ist wichtigster Partner"

Der Landesvorsitzende des WEISSEN RINGS - Baden-Württemberg, Landespolizeipräsident a.D. Erwin Hetger, verwies in diesem Zusammenhang darauf, "dass gute Opferarbeit eine konstruktive Netzwerkarbeit hier vor Ort in Stuttgart erfordert. Beim Opferschutz darf es kein Nebeneinander geben. Angezeigt ist vielmehr eine enge Partnerschaft, ein vertrauensvolles Miteinander all derjenigen, die einen Beitrag für eine effektive Opferarbeit leisten können. Nur so lassen sich die Bedürfnisse der Opfer im Einzelfall schnell und kompetent abdecken."

Der Landesvorsitzende des WEISSEN RINGS unterstrich, gemeinsam müsse ein opferfreundliches Klima geschaffen werden. Das Opfer dürfe keine Sekundärtraumatisierung erfahren, wenn es mit den Behörden und der Justiz konfrontiert werde. Das Opfer sei nun mal nicht nur bloßer Zeuge der Tat; es müsse in seiner besonderen Situation des Betroffenseins gesehen werden. Es benötige Unterstützung und Hilfe - und zwar von vielen Seiten.

Hetger: "In Baden-Württemberg sind wir da auf einem guten Weg. Der WEISSE RING arbeitet eng mit den Kommunen und insbesondere der Polizei zusammen. Die Polizei ist unser wichtigster Partner. Sie hat in der Regel den Erstkontakt mit dem Opfer. Hier werden die Weichen für eine sensible Opferarbeit gestellt."

Schairer: "Eintreten für Opferschutz"

Bürgermeister Dr. Martin Schairer unterstützt das gemeinsame Eintreten für Opferschutz. "Daher unterstützt die Stuttgarter Sicherheitspartnerschaft auch sehr gerne Bemühungen, die zusätzlich zur Prävention auch dem Opferschutz dienlich sind, als Beispiele hierzu: Haus des Jugendrechts, die Stuttgarter Ordnungspartnerschaft gegen Häusliche Gewalt (kurz: STOP) und von der Stadt unterstützte Präventionsprojekte, die der Opferwerdung entgegenwirken (Stark ohne Gewalt oder Hinschauen Erkennen Handeln). " 

Franz Lutz, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Stuttgart, sieht das ähnlich und sagte: "Wir kooperieren gerne und eng mit allen Opferhilfeeinrichtungen. Wir sehen uns beim Opferschutz als Teil des gesamten Hilfesystems. Uns als Polizei ist der professionelle und sensible Umgang mit Opfern sehr wichtig. Diese Menschen befinden sich nach einer Straftat häufig in einer Ausnahmesituation und benötigen professionelle Hilfe, insbesondere von der Polizei, aber auch von weiteren Partnern, wie der Opferhilfeeinrichtung WEISSER RING." 

Klaus Thomas, der Vorsitzende des Vereins Sicheres und Sauberes Stuttgart e.V. führt ergänzend dazu aus: "Wir unterstützen sehr gerne und in enger Kooperation mit unseren Partnern das Thema Opferschutz bei unserem gemeinsamen Präventions- und Opferschutzprojekt Stark ohne Gewalt in Stuttgart. Auch ich bin der Auffassung, dass neben Prävention auch Opferschutz ein Thema ist, das unsere Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient."

Neue Außenstellenleiter in Stuttgart

Am Tag der Kriminalitätsopfer fand auch ein Wechsel in der Außenstellenleitung des WEISSEN RINGS in der Landeshauptstadt statt. Der bisherige Außenstellenleiter Jörg Hafner hat aus Altersgründen die Leitung abgegeben. Mit Daniel Heuser undJürgen Gruner konnten gleich zwei ehrenamtliche Mitarbeiter des WEISSEN RINGS gewonnen werden, die  künftig als Doppelspitze die Leitung der Außenstelle Stuttgart übernehmen.

Die Außenstelle des WEISSEN RINGS in Stuttgart ist wie folgt zu erreichen:

Tel: 0151 - 55 16 47 85
Postfach: 102965, 70025 Stuttgart
E-Mail: wrstuttgart@gmx.de