Presse
  •  

Die Zukunft des Bismarckplatzes ist entschieden - Bürgermeister Pätzold stellt Ergebnis der Mehrfachbeauftragung zur Neugestaltung des Bismarckplatzes vor

24.03.2017 Aktuelles
Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, hat am 24. März den Siegerentwurf der Mehrfachbeauftragung im kooperativen Verfahren zur Neugestaltung des Bismarckplatzes vorgestellt. Er stammt vom Internationalen Stadtbauatelier, kurz ISA aus Stuttgart. Dies hatte die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Sigurd Henne in ihrer Sitzung am 22. März entschieden.

Die Jury hat den "mutigen Entwurf" ausgewählt, weil er "die unterschiedlichen Zielsetzungen der Aufgabenstellung am besten zusammenbringt". Die Verfasser drehen die heutige Ausrichtung des Platzes parallel zur Schwabstraße um 90 Grad und erzeugen eine neue und klare Orientierung auf das Hauptgebäude des Platzes, die Elisabethenkirche.

Visualisierung zur Neugestaltung des BismarckplatzesDer Siegerentwurf des Internationalen Stadtbauateliers (ISA) dreht die heutige Ausrichtung des Platzes parallel zur Schwabstraße um 90 Grad und erzeugt eine neue und klare Orientierung auf das Hauptgebäude des Platzes, die Elisabethenkirche. Visualisierung: ISA
Die Präsentation zur Kirche wird durch großzügige Freitreppen hervorgehoben, mit denen die topographischen Unterschiede ausgeglichen werden. Alleenartige Baumreihen betonen diese Absicht. Durch die offene und weite Mitte und kräftige Raumkanten entsteht eine großzügige Stadtplatzsituation. Die quer zu den Alleen laufenden "Stadtbeete" stehen mehreren Funktionen zur Verfügung, wie Sitzen, Gärtnern und Spielen.

Das Trafo- und WC-Gebäude wird durch die Erweiterung zu einem Café-Gebäude aufgewertet. Die Führung der Schwabstraße über den Platz "wirkt selbstverständlich". Die positive Baumbilanz unterstützt die Bemühungen für mehr Grün in der Stadt. Insgesamt stiftet der Entwurf hohe Identifikation für das Quartier und den Stadtteil, mit guten Aufenthaltsqualitäten und robuster Nutzbarkeit, heißt es in der Begründung.

Die Kosten für die Neugestaltung betragen rund 4,5 Mio. Euro

Bürgermeister Pätzold ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: "Mit diesem gelungenen Entwurf ist eine nachhaltige Neugestaltung des Bismarckplatzes im Sinne der bisherigen Bürgerbeteiligung greifbar nahe gerückt. Der neue Platz schafft den Rahmen für vielfältige Nutzungen."

Aufgabe des Verfahrens war die Entwicklung eines realisierungsfähigen, gestalterischen und funktionalen Konzepts für den Bismarckplatz sowie den anschließenden öffentlichen Raum in der Schwab-, Vogelsang-, Bismarck- und Elisabethenstraße. Das Planungsgebiet mit einer Gesamtgröße von rund 1,2 Hektar liegt im Sanierungsgebiet Stuttgart 28 - Bismarckstraße. Die Kosten für die Neugestaltung des Platzes betragen rund 4,5 Millionen Euro. Voraussichtlich ab 2020 soll gebaut werden, die Bauzeit wird rund ein Jahr betragen.

Die Sanierungssatzung trat 2013 in Kraft. Die vorbereitenden Untersuchungen hatten eine Reihe von städtebaulichen Mängeln dokumentiert, wie den sehr hohen Versiegelungsgrad der Freiflächen, fehlende öffentliche Grün-, Spiel- und Erholungsflächen sowie eine uneinheitliche Gestaltung.

Der Verkehr am Bismarckplatz spielt für die Gestaltung eine zentrale Rolle. Zum einen sollte der Parkplatzbedarf der Quartiersbewohner und der ansässigen Betriebe berücksichtigt werden. Andererseits sollte die Verkehrsachse Schwabstraße mit ihrer stark trennenden Wirkung gemildert und in die Neuordnung des Platzes integriert werden.

Dabei sollten die Multifunktionalität des Platzes als Grün- und Erholungsfläche erhalten bleiben und mehrfach bespielbare Flächen geschaffen werden. Auftraggeberin der Planung ist die Landeshauptstadt Stuttgart. Das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung koordiniert und realisiert das Bauvorhaben.

Bürgerbeteiligung im Vorfeld

Zur Neugestaltung des Bismarckplatzes hatten viele Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen, Sorgen und Wünsche im Rahmen der Bürgerbeteiligung im Sanierungsgebiet Stuttgart 28 eingebracht. Es wurden dafür mehrere Veranstaltungen durchgeführt, unter anderem mit Planungstischen auf dem Bismarckplatz selbst.

Eingeladen hatten dazu das Forum Lebendiger Westen, Bezirksvorsteher Reinhard Möhrle sowie das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung. Unterstützt wurde der gesamte Beteiligungsprozess durch die Bürgerstiftung Stuttgart. Mehr dazu unter www.lebendiger-westen.de.


Auf dem Beteiligungsportal der Landeshauptstadt hatten Interessierte die Möglichkeit online an Umfragen teilzunehmen und Ideen sowie Vorschläge in Diskussionsforen zu äußern. Unter www.stuttgart-meine-stadt.de/bismarckplatz können die Ergebnisse der Umfragen und weitere Informationen zur Bürgerbeteiligung nachgelesen werden.

Teilnehmende Architekten und Landschaftsplaner

Die Stadt hat insgesamt acht Büros beauftragt: ARP, Stuttgart; greenbox, Stuttgart; ISA, Stuttgart; LIMA, Stuttgart; lohrberg, Stuttgart; Kölz GmbH, Ludwigsburg; schreiberplan, Stuttgart; Wölfing-Seelig, Stuttgart.

Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge

Alle acht Entwürfe der Mehrfachbeauftragung sind vor Ort im Stuttgarter Westen in der Friedensschule, Bismarckstraße 30, ausgestellt. Am Samstag, 25. März, von 16 bis 18 Uhr wird in der Friedensschule die Ausstellung mit einer Führung zu den Plänen und Modellen eröffnet. Anschließend können die Beiträge dort bis einschließlich Samstag, 7. April, besichtigt werden. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Samstag von 11 bis 18 Uhr.