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Bürgermeister Pätzold stellt Ergebnis des städtebaulichen Ideenwettbewerbs Bürgerhospital/AWS vor

28.03.2017 Stadtplanung
Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, hat am Dienstag, 28. März, den Siegerentwurf des städtebaulichen Ideenwettbewerbs für die Areale Bürgerhospital und Abfallwirtschaft Stuttgart AWS und Umgebung Stuttgart-Nord vorgestellt. Gewonnen hat das Stuttgarter Büro Pesch Partner Architekten Stadtplaner GmbH. Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Markus Müller hat dies in seiner Sitzung am 27. März entschieden.

Bürgermeister Pätzold stellt Ergebnis des städtebaulichen Ideenwettbewerbs Bürgerhospital/AWS vorDer Jury zufolge liefert der Siegerentwurf 'einen guten städtebaulichen Beitrag, der der Charakteristik des Ortes gerecht wird und ablesbare Teilquartiere schafft, die über qualifizierte Freiräume verknüpft sind'. Visualisierung: Pesch Partner Architekten Stadtplaner GmbH
Das Preisgericht hat den Entwurf ausgewählt, weil "die städtebauliche Grundidee aus den identitätsstiftenden Bestandsbausteinen qualitätsvoll entwickelt wurde. Fünf- und sechsgeschossige Bauten im nördlichen Bereich des Bürgerhospitals lassen großzügige Freiräume entstehen. Dies ist auch eine richtige Antwort auf den kraftvollen Bau des Bürgerhospitals. Im Anschluss daran sitzt die räumliche Fuge an der richtigen Stelle und verknüpft die Mönchhaldenstraße optisch mit der Türlenstraße".

Bürgermeister Pätzold sagte: "Der Siegerentwurf schafft ein lebendiges und vielfältiges Wohnquartier, das den öffentlichen Raum aufwertet. Der Stadtbezirk wird dadurch nachhaltig gestärkt, wie wir uns das gewünscht haben. Gleichzeitig werden zeitgemäße Wohnformen wie Baugemeinschaften und geförderter Wohnraum ermöglicht."

Bürgermeister Pätzold stellt Ergebnis des städtebaulichen Ideenwettbewerbs Bürgerhospital/AWS vorBeide Flächen sollen sukzessive als Wohnungsbauschwerpunkt mit hohen Anteilen an gefördertem Wohnungsbau entwickelt werden. Lageplan: Pesch Partner Architekten Stadtplaner GmbH
Hervorgehoben hat die Jury die Bebauung in der Tunzhofer Straße, die "eine gute Ergänzung der gegenüber liegenden Bebauung mit den denkmalgeschützten Fassaden ist und an der nordöstlichen Seite auch den 'Patientengarten' räumlich fasst". Der Tunzhofer Platz erfahre eine Aufwertung und Belebung durch die Gebäudeform und die vorgesehenen Nutzungen. Die westliche Platzkante werde durch ein siebengeschossiges Eckgebäude gebildet und gestärkt. Das dahinter liegende Gebiet integriere den Pferdestall als Spiel- und Aktivitätshaus gut in die städtebauliche Figur, die sich nach Westen hin folgerichtig auflöse. "Eine drei- und eine viergruppige Kita tragen zur Lebendigkeit dieses Teilquartiers bei", heißt es weiter in der Jurybegründung.

Entwicklungspotenzial sah die Jury hingegen noch in den Blockrandbebauungen, die sich zu einem Mittelpunkt hin auflösen und in Form von Stadtvillen "die Blockstruktur entwerten und nicht die gewünschten unterschiedlichen Wohnqualitäten schaffen". Gewünscht hat sich die Jury auch eine vielseitigere Nutzung mit mehr öffentlich angebotenen Zonen im Bereich des Bettenhauses Bürgerhospital, die den 'Patientengarten' einbeziehen. Im Entwurf beschränkt sich die Nutzung auf die Kitas.

Insgesamt liefere der Entwurf "einen guten städtebaulichen Beitrag, der der Charakteristik des Ortes gerecht wird und ablesbare Teilquartiere schafft, die über qualifizierte Freiräume verknüpft sind", so die Jury.

Die Wettbewerbsaufgabe

Durch die Verlagerung der städtischen Klinik "Bürgerhospital" wird das 3,9 Hektar umfassende Krankenhausareal frei für neue Nutzungen. Das gegenüberliegende Areal des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Stuttgart mit rund einem Hektar wird durch seine geplante Verlagerung des Standorts in Zukunft ebenfalls frei für eine Neuentwicklung. Beide Flächen sollen sukzessive als Wohnungsbauschwerpunkt mit hohen Anteilen an gefördertem Wohnungsbau entwickelt werden. Dabei sind vor allem auch die Bedarfe an sozialer Infrastruktur zu berücksichtigen.
Durch den Wettbewerb sollte ein realisierungsfähiges Städtebau- und Freiraumkonzept für die Areale Bürgerhospital, AWS und den direkt umgebenden öffentlichen Raum entwickelt werden, das dem neuen Quartier einen eigenständigen urbanen Charakter verleiht und in die Gesamtstrukturen des Stadtteils einfügt. Mit der städtebaulichen Neugestaltung soll der öffentliche Raum spürbar aufgewertet und der Stadtbezirk Stuttgart-Nord nachhaltig gestärkt werden.

Entlang der Türlenstraße sollen 500 Wohneinheiten neu entstehen. Zusätzlich sind Flächen für Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe vorgesehen. Der ehemalige Patientengarten soll in einen öffentlichen Park umgewandelt werden. Denkmalgeschützte und erhaltenswerte Bausubstanz sollte grundsätzlich erhalten und umgenutzt werden.

Öffentliche Sondernutzungen wie ein Bürgerhaus, ein Stadtteil- und Familienzentrum und die öffentliche Parkanlage sollen eine neue Quartiersmitte erschaffen, wie sie im Norden bislang gefehlt hat. Prägnante Bäume und Baumgruppen sollten erhalten werden. Außerdem war ein nachhaltiges Energie- und Mobilitätskonzept zu entwickeln.

Bürgerbeteiligung

Zur Neugestaltung des Areals hatten rund 60 Bürgerinnen und Bürger in einer Bürgerwerkstatt am 23. April 2016 ihre Ideen, Wünsche und Vorstellungen von Wohnen und Arbeiten, Grün- und Freiraumgestaltung, sowie Konzepte für Soziales und Mobilität eingebracht. Eingeladen hatten dazu das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung.

Mit der Gründung einer bürgerschaftlich organisierten Projektbegleitgruppe startete im Anschluss an die Bürgerwerkstatt ein kontinuierliche Bürgerdialog. Nach Vorlage des Wettbewerbsergebnisses sollen die Bürgerinnen und Bürger themenbezogen in die weitere Planung einbezogen werden. Mit einem Infobrief per E-Mail informiert das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung in unregelmäßigen Abständen über die neuesten Entwicklungen des Projekts. Weitere Informationen unter www.stuttgart-meine-stadt.de/areal-buergerhospital.

Platzierungen und Anerkennungen

Den zweiten Platz belegte das Büro Hirner und Riehl, Architekten und Stadtplaner Partner aus München in Zusammenarbeit mit Lex Kerfers Landschaftsarchitekten. Den dritten Rang belegte das Büro asp UMnet GmbH & Co. KG aus Stuttgart in Kooperation mit Köber Landschaftsarchitektur, den vierten Rang mit Anerkennung erzielte das Büro Thomas Schüler Architekten Stadtplaner in Arbeitsgemeinschaft mit faktorgrün und den fünften Rang mit Anerkennung belegte das Büro Ackermann + Raff GmbH & Co. KG. in Arge mit g2-Landschaftsarchitekten.

Der Wettbewerb war mit insgesamt 67.000 Euro dotiert. Der Gewinnerentwurf erhält 28.000 Euro, der zweite Preis 19.000 Euro, der dritte Preis 13.000 Euro. Die beiden Anerkennungen erhalten je 3500 Euro.

Zur Teilnahme berechtigte Architekten und Landschaftsplaner

Von 24 teilnahmeberechtigten Planungsbüros haben 17 ihre Arbeiten und Modelle fristgerecht abgegeben. Sieben teilnahmeberechtigte Büros haben sich aus dem Wettbewerb zurückgezogen.