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Baugemeinschaften liegen im Trend

05.04.2017 Bauen
Mit der Grundsteinlegung für das Olga-Areal im Stuttgarter Westen am 5. April bauen in diesem neuen Stadtquartier neben mehreren Bauträgern und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft auch sieben Baugemeinschaften.

Die Baugemeinschaften im Olga-Areal sind Zusammenschlüsse von privaten Haushalten, die sich zu Gruppen von sieben bis über 30 Haushalten zusammengetan haben, um jeweils auf einem gemeinsam erworbenen Grundstück Wohnraum für Familien, Singles und Paare unterschiedlichen Alters und Herkunft zu schaffen.

Insgesamt bauen sie 90 Wohneinheiten. In zwei der Baugruppen wirkt mit dem Behindertenzentrum Stuttgart (bhz) auch ein Träger der Behindertenhilfe mit und schafft so inklusives Wohnen für Menschen mit Behinderung.

Zusätzlich zu den vorwiegend selbstgenutzten und teilweise von der Stadt geförderten Eigentumswohnungen entstehen auch mehrere geförderte Mietwohnungen, dazu sieben gewerbliche Einheiten (Läden, Büros, ein Café) und mehrere gemeinschaftliche Räume, Dachterrassen, ein gemeinschaftlicher grüner Innenhof und eine Tiefgarage.

Neue Gemeinschaftsprojekte in Feuerbach, Stuttgart-Nord und Bad Cannstatt

Neben dem Olgaareal gibt es noch zwei weitere Standorte in Heumaden und Möhringen, an denen Baugemeinschaften und Wohnprojektinitiativen realisiert werden. Diese sind bereits weit vorangeschritten und nahezu voll belegt.

Weitere städtische Bauplätze in größeren städtebaulichen Entwicklungsgebieten sind jedoch in Planung wie im Quartier am Wiener Platz in Feuerbach, an der "Roten Wand" in Stuttgart-Nord, im Neckarpark in Bad Cannstatt und am ehemaligen Bürgerhospital.

Aktuelle Informationen - besonders zu den anstehenden Grundstücksausschreibungen - finden Bauinteressierte auf der Internetseite der städtischen Kontaktstelle Baugemeinschaften unter www.stuttgart.de/baugemeinschaften.

Dort sind neben allgemeinen Informationen zum Thema auch die "Expertenblätter" mit Informationen und Kontaktdaten von möglichen Beratern und Unterstützern sowie die kostenlos nutzbare Online-Kontaktbörse der Stadt zu finden, auf der sich Bauwillige zusammenschließen können. Wer stets auf dem Laufenden sein will, kann dort auch den städtischen Newsletter zum Thema Baugemeinschaften abonnieren.

Info-Broschüre zum Thema Baugemeinschaften (PDF)

Neuer "Leitfaden Baugemeinschaften"

Der "Leitfaden Baugemeinschaften" steht auf der Internetseite in Kürze auch zum Download bereit. Dieser bietet Interessenten in mehreren Kapiteln einen Einblick in verschiedene gemeinschaftliche Wohnmodellelle, zeigt die Vorzüge und Anforderungen bei der "Self-Made-Projekt-Entwicklung" auf.

Die Broschüre erläutert, wie eine tragfähige Gruppe entsteht, wer sie dabei unterstützen kann und wie sie zu einem Grundstück kommen kann. Außerdem gibt es Tipps zu Fragen von Finanzierung und Förderung sowie Ansprechpartner, Literaturtipps und ein Glossar zu wichtigen Fachbegriffen.

Hintergrund zu Baugemeinschaften

Die Baugemeinschaften schaffen selbstbestimmt vielfältige Wohnqualitäten für den einzelnen Bauherrn sowie für die Gruppe und leisten mit ihren sozialen, ökologischen Schwerpunkten auch Beiträge zu einem gelungenen Quartier. Davon profitiert auch die Stadtgesellschaft. Daher unterstützt die Landeshauptstadt Stuttgart diese neue, bürgerschaftlich getragene Form von Bauträgerschaft.

Sie vergibt seit 2013 Grundstücke zum Festpreis (Verkehrswert). Das vom Gemeinderat per Grundsatzbeschluss verabschiedete Verfahren ist im Prinzip immer ähnlich: Eine Gruppe bewirbt sich auf ein von der Stadt ausgeschriebenes Grundstück mit einem gemeinsam erarbeiteten Konzeptvorschlag, in dem sie die individuellen Wohnwünsche der Mitglieder mit den gemeinschaftlichen Aspekten in Einklang bringt. Da der Festpreis für alle Bewerbergruppen gleichermaßen gilt, wird ausschließlich die Qualität des Konzeptvorschlags für die Vergabeempfehlung des Auswahlgremiums an den Gemeinderat herangezogen.

Durch den gewünschten Wettbewerb im "Konzeptverfahren" entstehen besondere Wohnkonzepte mit jeweils eigenem Schwerpunkt wie beispielsweise ein ausgeprägter sozialer Ausgleich im Projekt, generationenübergreifendes oder inklusives Wohnen, aber auch besondere ökologische Schwerpunkte. Dies kann der herkömmliche Immobilienmarkt oft nicht anbieten. Häufig ist das gemeinschaftliche Bauen auch noch kostengünstiger.

Im Gegenzug sind die künftigen Mitbewohner gefordert, sich in ihrem Projekt mit Engagement und Verantwortung für sich und die Gemeinschaft einzubringen. Auch Geduld ist gefragt, denn wie immer gilt: Ein fertiges Produkt zu kaufen, geht schneller und müheloser als mit Eigenleistung selbst daran zu arbeiten.

Städtische Kontaktstelle Baugemeinschaften: Michael Kunert, Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung, Telefon 216-20007, E-Mail michael.kunert@stuttgart.de, www.stuttgart.de/baugemeinschaften