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S21: Bahn will Inbetriebnahme in den nächsten 12 Monaten bekanntgeben

28.04.2017 Stuttgart 21
Die Partner des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben sich am Freitag, 28. April, zu einer Sitzung des Lenkungskreises getroffen. Themen waren neben dem Projektfortschritt, der Artenschutz und ein möglicher Ausbau der Wendlinger Kurve. Erstmals nahm der neue Bahnvorstand Roland Pofalla an der Sitzung teil.
S 21 Lenkungskreis am 28.04.17 - OB Kuhn, MdL Hermann, Bahnvorstand PofallaBei der Sitzung des Lenkungskreises Stuttgart 21 am 28. April unterhielten sich die Projektpartner unter anderem über den Projektfortschritt und die Wendlinger Kurve. Im Bild (von links): Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Verkehrsminister Winfried Hermann und Bahnvorstand Roland Pofalla. Foto: Thomas Niedermüller/Stadt Stuttgart
Aus Sicht der Stadt ist es wichtig zu wissen, wann der Bahnhof in Betrieb genommen werden kann. Bahnvorstand Pofalla sagte zu, bei dieser Frage innerhalb der nächsten zwölf Monate für Klarheit zu sorgen. Vorgesehen ist, dass das Projekt 2021 fertig gestellt und dann auch Bahnhof und Neubaustrecke in Betrieb gehen können. Bislang gibt es im Baufortschritt einen Verzug von teilweise zwei Jahren. Die Bahn will "kräftig weiterarbeiten, um im Kosten- und Zeitrahmen zu bleiben", so Pofalla. Ein Jahr sei dank der Gegensteuerung schon aufgeholt worden. Er werde den Aufsichtsrat der Bahn und den Lenkungskreis über neue Erkenntnisse informieren. Er verwies darauf, dass die Bahn aktuell 95 Milliarden Euro in ihren Netzausbau investiere. Stuttgart 21 gehöre zu den "fünf oder zehn größten Projekten".

Oberbürgermeister Fritz Kuhn drängte auf Klarheit, wann das Projekt fertig wird. "Dies ist für uns wichtig zu wissen für unsere Anschlussplanungen, gerade auch für die Opersanierung. Außerdem möchten wir bei der Internationalen Bauausstellung 2027 bebaute Flächen präsentieren und keine Planungsentwürfe." Kuhn spricht von zwei Jahren Überschuss bei der Fertigstellung. "Gemeinsam mit den Partnern schauen wir, wie viel die Bahn aufholen kann", so der OB. Schwachstellen des Projekts, die im Zuge des Baus erkennbar würde, sollten nicht langfristig zu Engpässen führen. Beispiel dafür sei die Wendlinger Kurve, die die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm mit der Bestandsstrecke Plochingen-Tübingen verbindet. Züge aus und in Richtung Tübingen können so über den Flughafenbereich zum neuen Stuttgarter Hauptbahnhof geführt werden.

Die Partner diskutierten jetzt über eine Große Lösung, wie Verkehrsminister Winfried Hermann ausführte. Eine Kommission solle prüfen, ob die Große Wendlinger Kurve, also der Bau eines zweiten Gleises in diesem Bereich, noch realisiert werden kann. Dazu seien die Kosten und die Finanzierung zu klären. Auch die Anbindung der Panoramabahn an den Hauptbahnhof bleibe ein wichtiges Thema der Partner.

Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling sagte, die Region werde eine weitere Weiche an der Station Mittnachstraße mit 2,5 Millionen Euro finanzieren. Diese baue die Verbindungen zwischen Bad Cannstatt und Feuerbach aus und sichere die Flexibilität im Betrieb, wenn es zu Störungen kommt.

Abschließend betonte Bahnchef Pofalla seine Bereitschaft zu einer außergerichtlichen Klärung der Übernahme von Mehrkosten im Projekt. Hier läuft eine gerichtliche Klärung, ob die Partner verpflichtet sind, sich an der Kostensteigerung von zwei Milliarden Euro zu beteiligen. Der Finanzierungsrahmen liegt nach Angaben der Bahn jetzt bei 6,5 Milliarden Euro für Stuttgart 21. Die Stadt beteiligt sich an der Neuordnung des Bahnknoten Stuttgarts mit 292 Millionen Euro.