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Besserer Schutz vor und nach Übergriffen am Arbeitsplatz - OB Kuhn unterzeichnet Grundsatzerklärung

03.05.2017 Aktuelles
Die Landeshauptstadt Stuttgart will ihre Beschäftigten besser vor Übergriffen und deren Folgen schützen. Dazu haben Oberbürgermeister Fritz Kuhn und der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats, Markus Freitag, am Mittwoch, 3. Mai, eine Grundsatzerklärung gegen Gewalt am Arbeitsplatz unterzeichnet. Außerdem wurde das 26-köpfige Mitarbeiterunterstützungsteam MUT vorgestellt. Es soll städtische Beschäftigte im Falle eines Übergriffs schnell unterstützen.

OB Kuhn sagte: "Die Stadt Stuttgart begegnet den Bürgerinnen und Bürgern Tag für Tag mit einem vertrauensvollen und wertschätzenden Umgang. Bedauerlicherweise sind städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Vergangenheit Opfer von Übergriffen geworden. Wir werden alles dafür tun, um die Täter zur Verantwortung zu ziehen und die Opfer zu unterstützen. Dafür steht unsere neue Grundsatzerklärung gegen Gewalt am Arbeitsplatz."

Übergriffe auch durch psychische Gewalt

In den letzten Jahren sind unter anderem Beschäftigte des Ausländeramts, des Jobcenters und des Amts für öffentliche Ordnung körperlich oder seelisch verletzt worden. Die Grundsatzerklärung gegen Gewalt am Arbeitsplatz setzt ein Zeichen dagegen. Sie definiert, was ein Übergriff ist: Es handelt sich dabei nicht nur um körperliche sondern auch um psychische Gewalt.

Die städtischen Ämter und Eigenbetriebe sind bereits verschiedentlich aktiv geworden, um ihre Mitarbeiter vor Gewalt zu schützen. Mit der Grundsatzerklärung bekennt sich die Stadt jetzt auch dazu, ihre Mitarbeiter im Falle eines Übergriffs noch aktiver zu unterstützen. Sei es durch strafrechtliche Verfolgung der Täter, Unterstützung bei der Geltendmachung von Ansprüchen, Durchsetzung von Hausverboten, schnelles und unkompliziertes Bereitstellen psychologischer Hilfe und bei Bedarf auch zügige psychotherapeutische Unterstützung.

Mitarbeiterunterstützungsteam MUT

Derzeit entwickelt eine Arbeitsgruppe einen Leitfaden, der städtischen Beschäftigten und Führungskräften Hilfestellungen beim Umgang mit Übergriffen und traumatisierenden Ereignissen bieten soll. Eine zentrale Rolle wird das Mitarbeiterunterstützungsteam MUT einnehmen: Es wurde von der Stadt gegründet, um von Übergriffen betroffenen Mitarbeitern schnell helfen zu können. MUT besteht aus 26 ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Ämter und Eigenbetriebe, die zu psychosozialen Fachkräften ausgebildet wurden. Sie sollen den betroffenen Kollegen zur Seite stehen, um belastende Ereignisse zu verarbeiten und psychische Folgen zu lindern.

Markus Freitag, Vorsitzender des Gesamtpersonalrats, betonte die Bedeutung des MUT-Teams: "Das MUT-Team ist für alle Beschäftigten der LHS Stuttgart ein äußerst wichtiges Angebot kollegialer Unterstützung in belastenden Ausnahmesituationen."

MUT wird geleitet von Jürgen Häberle und Walter Zaiss. Häberle ist Personalratsvorsitzender der Branddirektion, Zaiss Pfarrer im Ruhestand. Er hat langjährige Erfahrung in der Notfallseelsorge und leitet das Einsatzkräftenachsorge-team der Stuttgarter Feuerwehr.