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Festakt zum 200. Geburtstag von Georg Herwegh

16.05.2017 Aktuelles
Zum 200. Geburtstag von Georg Herwegh lädt der Verein Die AnStifter in Kooperation mit der Landeshauptstadt zu einem Festakt am Mittwoch, 24. Mai, um 19 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses ein.

Das Grußwort spricht Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Die Schauspielerin Barbara Stoll und der Wortkünstler Timo Brunke tragen eine Auswahl von Gedichten Georg Herweghs vor. Der Chor Avanti Comuna Kanti singt vertonte Herwegh-Verse, und Dr. Frank Ackermann vom Verein Die AnStifter setzt sich kritisch mit dem Werk Herweghs auseinander.

"Alle Räder stehen still, Wenn Dein starker Arm es will." Jeder kennt diese Verse aus dem "Bundeslied". Kaum einer weiß, dass sie von Georg Herwegh stammen. Dieser hatte ein bewegtes Leben: vom umjubelten Dichter des Vormärz' und viel geschmähten Akteur der 1848er-Revolution bis zu dem im Alter Vereinsamten, der mit scharfen Versen den Chauvinismus des Kaiserreichs geißelte.

Georg Herwegh

Georg Herwegh wurde am 31. Mai 1817 in Stuttgart geboren. Er besuchte das Seminar in Maulbronn und begann 1835 ein Theologiestudium in Tübingen, das er bereits ein Jahr später wegen Beleidigung eines Repetenten beenden musste. Der Einberufung zum Militär entzog er sich 1839 durch Flucht. Danach lebte er als Exilant in der Schweiz und in Frankreich, einige Jahre auch wieder in Deutschland und pflegte dabei engen Kontakt unter anderem zu Heinrich Heine, Karl Marx, Ludwig Feuerbach, Victor Hugo, Richard Wagner, Gottfried Keller und Franz Liszt. 1841 erschien sein Gedichtband "Gedichte eines Lebendigen", der trotz Verbots zum großen Erfolg wurde. Als Anführer einer Freischärlerlegion beteiligte sich Herwegh 1848 zusammen mit seiner Frau am badischen Aufstand, der nach der Niederschlagung die Herweghs zur erneuten Flucht in die Schweiz zwang. 1866 verschlechtert sich die finanzielle Lage der Familie dramatisch, so dass sie nach Deutschland zurückkehrte, wo Georg Herwegh 1875 starb.