Presse
  •  

Ergebnis der Mehrfachbeauftragung Kinderspielplatz Rosensteinpark liegt vor

19.05.2017 Aktuelles
Ein Plesiosaurus wird sich künftig über den bekannten Spielplatz im Rosensteinpark in der Nähe des Naturkundemuseums schlängeln. Der Meeressaurier wird das zentrale Element bei der Neugestaltung der Spielfläche sein. Der Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts, Volker Schirner, und Katja Siegmann, Stellvertretende Fachbereichsleiterin Wilhelma Parkpflege, haben am 19. Mai den Siegerentwurf der Mehrfachbeauftragung Kinderspielplatz Rosenstein vorgestellt.

Gewonnen hat das Stuttgarter Büro Winkler & Boje, Freie Landschaftsarchitekten. Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Professor Cornelia Bott, Hochschulprofessorin für Landschaftsarchitektur, hat dies in seiner Sitzung am 17. Mai entschieden.

Auftraggeber sind die Projektpartner Land Baden-Württemberg, vertreten durch die Wilhelma, und die Stadt Stuttgart, vertreten durch das Garten-, Friedhofs- und Forstamt. Den Wettbewerb hat das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung koordiniert.

Hochwertiges Freizeitangebot für Familien

Volker Schirner, Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts, sagte: "Der Rosensteinpark ist eine der schönsten historischen Parkanlagen Süddeutschlands, und der Spielplatz gehört zu den schönsten und bekanntesten weit über die Stadtgrenzen hinaus. Durch den Entwurf erfährt die Spielanlage eine deutliche Aufwertung und wird zu einer neuen Attraktion im Rosensteinpark für Kinder und ihre Eltern. Mit der übergeordneten Idee eines Dinosauriers fügt sich der Spielpatz harmonisch in die Umgebung der Parklandschaft ein und wird zugleich ein Ort mit einem eigenen Charakter."

Katja Siegmann, Stellvertretende Fachbereichsleitung Wilhelma Parkpflege, sagte: "Mit dem neuen Entwurf entsteht an dieser besonders reizvollen Stelle wieder ein hochwertiges Freizeitangebot für Familien. Mit der neuen Gestaltung wird er sicher einer der beliebtesten Spielplätze in Stuttgart bleiben. Er ist für die Besucher des Rosensteinparks, des Naturkundemuseums und der Wilhelma eine wunderbare Ergänzung. Für die gelungene Kooperation mit der Stadt in dem landeseigenen Park möchten wir uns bedanken."

Für Thies Boje vom Büro Winkler & Boje war es unter anderem wichtig, dass auf dem neuen Spielplatz möglichst viele Kinder gleichzeitig spielen können und dass bei der Gestaltung Dunkel- und Angsträume vermieden werden. Die Planer nahmen viele Anregungen aus der Kinderbeteiligung auf. "Da haben sich viele Wünsche der Kinder mit unseren Ansichten gedeckt." Der 30 Meter lange Dino bietet allerlei Möglichkeiten zum Klettern und Schaukeln, und eine fünf Meter hohe Röhrenrutsche wird es auch geben.

Kosten von 450.000 Euro

Das Preisgericht hat den Entwurf ausgewählt, weil "er durch seine ausgeklügelte Gesamtidee besticht". Er sei mit dem nachgezeichneten Drachen als Hauptspielgerät "als 'Adresse' gut ablesbar" und bekomme dadurch "überörtliches Kolorit". Der Entwurf sei ein gut wahrnehmbarer Spielort, der einen Gegenwert zum jetzigen Spielturm darstellen könne und sich schlüssig im Erscheinungsbild des Rosensteinparks einfüge. "Die seitlich angeordneten Einzelspielelemente nehmen der Hauptfigur jedoch die Bedeutung. Die angrenzenden Wegeführungen wirken dabei zu urban, die anschließenden Wege sind zu überdimensioniert und vermitteln einen hohen Versiegelungsgrad", so die Jury weiter.

Der Spielwert für alle Altersgruppen sei hoch und die Spielgeräte abwechslungsreich ausgeprägt. Die Jury bemängelte eine zu geringe Verschattung der Spielbereiche, da sie befürchtet, das Material (Stahl) könne sich bei intensiver Sonneneinstrahlung zu sehr erhitzen. Materialität und Ausführung der Geräte sei ansonsten hochwertig und dauerhaft, die ersten Jahre daher nicht sehr wartungsintensiv, was mit einer ausführlichen Darstellung der voraussichtlichen Wartungskosten dokumentiert werde. Der Altbaumbestand wurde im Entwurf berücksichtigt, die Vorgaben der Kinderbeteiligung wurden eingehalten.

Die Jury empfiehlt die weitere Bearbeitung auf Basis des Entwurfs unter Berücksichtigung der kritisierten Schwachpunkte.

Es wird mit Kosten von etwa 450.000 Euro gerechnet, die sich Land und Stadt teilen. Das Land hat die Mittel bereits freigegeben, der Gemeinderat entscheidet darüber im Rahmen der Beratungen zum Doppelhaushalt 2018/2019. Nach den erfolgten Ausschreibungen kann der Bau im Laufe des kommenden Jahres starten.

Spielplatz für eine denkmalgeschützte Parkanlage

Das Planungsgebiet umfasst auf einer Fläche von rund 3.690 Quadratmetern derzeit einen Spielplatz für Kinder bis sechs Jahre und eine Spielpyramide für Kinder von 6 bis 14 Jahre, die zur IGA 1993 errichtet wurde. Der Spielplatz wird bisher vom Bereich Parkpflege der Wilhelma im Auftrag des Landes betrieben, die Spielpyramide vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Landeshauptstadt. Beide Spielbereiche sind in die Jahre gekommen und müssen erneuert werden. Im denkmalgeschützten Rosensteinpark, der als klassischer Landschaftspark im englischen Stil in Südwestdeutschland sehr bedeutend ist, sollen diese zwei Spielbereiche in einem Gestaltungskonzept zusammengeführt und neu geplant werden.

Gefordert war eine Idee, die die Umgebung des denkmalgeschützten Parks, die Natur, das Naturkundemuseum mit seiner Botschaft, die Pausennutzung durch Schulklassen und Kindergruppen, das kognitive Lernen der Kinder sowie die Interessen der Betreuungspersonen und Nutzergruppen miteinander verbindet. Voraussetzung war ein sensibler Umgang mit der bestehenden Parklandschaft, den Baum- und Wegebegrenzungen, den bestehenden Blickbeziehungen und dem alten Baumbestand, der unbedingt erhalten und in die Planung integriert werden musste.

Der neue Spielbereich sollte sich thematisch auf die Umgebung und beispielsweise das Naturkundemuseum beziehen. Materialien, Größe und Ausführung der Spielanlage sollten dem hochwertigen Gesamtbild der umgebenden Parkanlage entsprechen und sich an das Bild des Parks anpassen. Die Spielgeräte sollten bevorzugt aus natürlichen Materialien wie Holz und Stein erstellt werden.

Kinderbeteiligung

Im Juni 2016 fanden für Kinder zwei Veranstaltungen zur Öffentlichkeitsbeteiligung statt. Ein Termin wurde direkt im Park abgehalten, der andere war in die Kinder-Kunst-Tour in Stuttgart-Nord eingebunden. Die Ergebnisse der Beteiligung waren Bestandteil der Auslobungsunterlagen und in der Planung zu berücksichtigen. Ein Wasserspiel war nicht vorgesehen. Den Kindern und Eltern war wichtig, dass der Spielplatz auch künftig ein besonderer Platz ist. Ganz oben auf dem Wunschzettel stand unter anderem, dass auch künftig eine lange, besondere Rutsche zum Spielen einlädt, und das am Besten in Verbindung mit vielfältigen Elementen zum Klettern.

Zur Teilnahme berechtigte Architekten und Landschaftsplaner

Die Auftraggeber haben sechs Planungsbüros ausgewählt, davon haben fünf Entwürfe eingereicht: Wolfgang Blank Landschaftsarchitekt, Stuttgart; Forschungsstelle für Frei- und Spielraum - Christina und Roland Seeger GbR, Hohenahr-Altenkirch; Kunder3 Landschaftsarchitektur GbR, Filderstadt; Munsinger und Hans, Ostfildern; Winkler & Boje, Stuttgart.

Pläne zur Ansicht

Alle Wettbewerbsbeiträge sind von Montag, 22., bis Freitag, 26. Mai, (außer an Christi Himmelfahrt) in den Räumen des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung, Eberhardstraße 10, zu sehen. Das Naturkundemuseum stellt den Siegerentwurf von Samstag, 27. Mai, an im Bereich vor der Kasse aus.