Presse
  •  

Lukratives Energiesparen in Stuttgarter Schulen LESS

01.06.2017 Aktuelles
Im Rahmen der Jahresveranstaltung des Projekts "Lukratives Energiesparen in Stuttgarter Schulen (LESS)" hat der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, am Donnerstag, 1. Juni, die besten Ideen prämiert und die Preisgelder übergeben.

Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister gab es eine Projektrückschau 2016/2017 von Dr. Jürgen Görres. Drei Projekte wurden vorgestellt und mit Sonderpreisen ausgezeichnet. Als erstes präsentierte die Maria-Montessori-Schule ihr Projekt zum Thema Windenergie. Dann erläuterten Vertreterinnen und Vertreter der Rilke-Realschule ihre Erkenntnisse zum nationalen Pro-Kopf-Energiebedarf einzelner Staaten.

Den Abschluss bildete die Max-Eyth-Schule, die eine Umweltwoche eingeführt hat. Die Lehrinhalte aller Unterrichtsfächer wurden hierbei mit Bezug zum klima- und umweltschützenden Verhalten vermittelt. Das Engagement der Schüler und Schülerinnen erhielt eine besondere Würdigung und dient den anderen Schulen als Anregung.


Um in Schulen den verantwortungsbewussten Umgang mit Energie und Wasser zu fördern, bietet das Amt für Umweltschutz gemeinsam mit dem Schulverwaltungsamt seit acht Jahren das Projekt LESS an, dessen Ziel es ist, die Themen Energieeinsparung sowie Ressourcen- und Klimaschutz in den Schulen zu verankern.

Schülerinnen und Schüler sollen selbst Energiesparpotenziale entdecken und Aktivitäten entwickeln, um den Energie- und Wasserverbrauch in den Schulen zu reduzieren. Pätzold sagte: "Wenn es dann noch gelingt, Menschen auch im schulischen Umfeld zum Energiesparen zu motivieren, ist das sehr positiv und trägt als ein Baustein des Energiekonzepts zum Gelingen der Energiewende bei."

Verbrauch gesenkt, Energie gespart

2016 beschäftigten sich 23 Schulen mit dem Energie- und Wasserverbrauch in ihren Schulen. Einige Schulen befinden sich in einer Umbauphase, so dass der nutzerbedingte Einfluss der eingesparten Energiemengen nicht immer möglich ist. 

In folgenden zwölf Schulen wurde eine Verbrauchssenkung erzielt: Albschule, Ferdinand-Porsche-Gymnasium, Hohewartschule, Kaufmännische Schule Süd, Königin-Olga-Stift, Maria-Montessori-Schule, Neues Gymnasium, Realschule Feuerbach, Rilke-Realschule, Robert-Bosch-Schule, Wilhelmschule (Untertürkheim) sowie Wolfbuschschule.

Im zurückliegenden Auswertungsjahr wurden in diesen Schulen 390.800 Kilowattstunden Heizenergie eingespart. Dieser Wert entspricht zirka sechs Prozent des Heizenergieverbrauchs der Schulen in dem Zeitraum. Die Stromeinsparung liegt bei 58.500 Kilowattstunden, das sind zirka fünf Prozent des Verbrauchs.

Die CO2-Reduktion liegt bei rund 175 Tonnen, was einem jährlichen CO2Ausstoß von zirka 30 Einfamilienhäusern entspricht. Die über die gesamte Projektlaufzeit eingesparten Energiemengen kommen dem CO2-Ausstoß von 216 Einfamilienhäusern nahe.

Aktivitäten gefragt

Zusätzlich wurden alle Schulen über ein Punktesystem für ihre pädagogischen Aktivitäten bei der Aufklärung über Möglichkeiten zum Energiesparen belohnt. Zehn der beteiligten Schulen haben hierbei die maximal mögliche Punktzahl erreicht.

In dem LESS-Projekt wurden 2016 über die Einsparungen und die Honorierung der pädagogischen Aktivitäten insgesamt über 14.069 Euro an die teilnehmenden Schulen ausbezahlt. Die Mittel werden den Schulen zur freien Verwendung überlassen.

In den Schulen sind jeweils durchschnittlich zwei bis drei Lehrkräfte und zehn Schüler mit dem Projekt betraut. 93 Prozent der Schulen haben die volle Unterstützung der Schulleitung, 76 Prozent die des haustechnischen Dienstes. 22 Prozent der Schulen bearbeiten Energiethemen im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft, 39 Prozent haben jeweils eine Klasse oder Oberstufenkurs, in denen das Thema behandelt wird.

Das Anbringen von Plakaten zum Thema Umweltschutz und Energiesparen (74 Prozent) gehört neben der Etablierung von Energiemanagern in den jeweiligen Schulen zu den häufigsten Aktivitäten.

LESS vernetzt

Mit dem LESS-Projekt soll erreicht werden, dass das in den Schulen eingeübte Alltagsverhalten auch im privaten Umfeld der Schülerinnen und Schüler umgesetzt wird. Gleichzeitig soll das Bewusstsein geweckt werden, zu erkennen, dass die auf der Erde vorhandenen Rohstoffe und Energiequellen endlich sind. Dadurch leistet LESS innerhalb und außerhalb der Schulen einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Über das Projekt LESS hinaus hatten im Jahr 2016 fünf der Stuttgarter Schulen die Möglichkeit, dem europäischen Forschungsprojekt energy@school beizutreten. Bis Ende des Jahres 2018 soll dabei in 41 Schulen aus sieben mitteleuropäischen Ländern analog zu LESS das energiesparende Alltagsverhalten eingeübt werden.

Neu ist, dass auch geringinvestive Maßnahmen im Rahmen des EU-Projekts umgesetzt werden und Energiewächter, so genannte Energy-Guardians, Informationen über den aktuellen Energieverbrauch ihrer Schule abrufen können. Erkenntnisse aus dem Forschungsvorhaben, das von zwölf europäischen Partnern entwickelt und während der Umsetzung begleitet wird, sollen in das städtische Projekt einfließen.

Ein Einstieg weiterer Schulen in das LESS-Projekt ist jederzeit möglich. Dazu können sich die Stuttgarter Schulen an das Amt für Umweltschutz wenden.

Weitere Informationen erteilt das Amt für Umweltschutz, Sandra Langer, unter Telefon 216-88670.